Kapitel 9

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Ich zuckte hoch.

Wo bin ich?

Mein Kopf tat so weh.

Als ich die Augen öffnete, war ich noch verwirrter. Über mir hing ein Beutel mit Blut, welcher mit meiner Armbeuge verbunden war.

"Ah die Macy ist aufgewacht. Ich bin gleich wieder zurück." Dein Essen steht auf dem Tisch. Aber ich denke du hast noch kein Hunger. Oder Macy?"

"Hm?" Fragte ich. Ich hatte keine Ahnung, wem ich da gerade geantwortet hatte. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, hörte ich wie Ben mich etwas fragte.

"Macy, ich bin so froh dass du endlich wach bist. Erinnerst du dich noch an etwas? Macy?"

"Nicht so schnell, ihr Kopf ist noch sehr beansprucht!" Meinte die Frau von eben.

Da hatte sie wohl recht. Ich war irgendwie unfähig zu sprechen. Ich war sogar unfähig mich aufzurichten.

Als ob die Frau meine Gedanken lesen konnte. Beantwortete sie viele meiner Fragen.

"Also Macy, Ben hatte dich vor gut 2 Stunden hier einliefern lassen."

Einliefern?! Ich merkte wie mir übel wurde.

"Du bist im Krankenhaus, Macy. Ben hatte dich in seinem Garten gefunden. Mit einem Rucksack-wolltest du abhauen? Macy?"

Auf einmal konnte ich wieder klar denken. Ich wollte mich retten-erinnerte ich mich. Ich wollte meinen genialen Plan ausführen.

Ich hatte wohl die Entfernung zum Boden falsch eingeschätzt als ich aus dem Fenster gestiegen bin. Meine letzte Erinnerung ist dass ich mit meinem Kopf an der Hauswand entlang geschliffen bin.

Reflexartig faste ich mir an meinen Kopf. Ich ertastete nur einen fetten Verband.

"Erinnerst du dich wieder,Macy?" Fragte Ben.

"Ja,ich glaube. Was ist mit meinem Kopf?"

"Zum Glück nur eine Platzwunde." Antwortete mir die Frau, welche wahrscheinlich die Krankenschwester ist..

"Wann kann ich nach Hause?"

Stille breitete sich im Raum aus.. Klar, Sie wissen ja auch nicht welches Zu Hause ich meine.. Naja, ich wusste es auch nicht so recht.

Zu wem gehöre ich eigentlich, wenn ich alleine bin?

Zu Ben's Familie? Nein..

Zum Jugendheim?

Muss ich noch ins Heim?Unterbrach ich die Stille.

Ich wusste noch nicht mal wieso ich das gefragt hatte. Die Antwort war mir eigentlich schon klar

gewesen.. Als ob über Nacht meine Eltern wieder zum Leben erwachen.

"Können sie uns bitte für einen Moment alleine lassen?" Fragte Ben die Krankenschwester höflich.

Nachdem sie nickte und die Tür hinter sich geschlossen hatte, ruhten Ben's Augen auf mir. Ich konnte keine Emotionen darin erkennen.

"Ehrlich gesagt habe nicht ich dich im Garten gefunden."

"Wer dann?"

"Eine Frau"

"Welche Frau?"

"Eine alte Frau, sie lungert in letzter Zeit öfters in unserer Straße herum."

Ich wusste sofort wen er meinte.

"Sie hat gesagt, dass sie mit dir reden möchte."

"Ich aber nicht."

"Aber.."

"Glaub ihr kein Wort!"

"Sie ist schon hier, Macy"

Ich schaute ihn nur ungläubig an. Kurz darauf drehte er sich um und verließ das Zimmer, er machte aber die Tür nicht zu sondern, ließ sie sperrweit offen.

Ich schloss meine Augen, dass ist einfach alles zuviel für mich..

"Hallo Macy." Hörte ich eine Stimme

"Ahh!! Verlassen Sie das Zimmer. Ich will nicht mit ihnen sprechen."

Ich spürte wie mein Körper schon wieder anfing zu zittern und ein neuer Panikanfall auf mich zu kam. Bevor ich auf die Frau losgehen würde oder ähnliches, schloss ich lieber abermals meine Augen und atmete ein paar mal tief ein und aus.

Als ich sie wieder öffnete, war der alte Krüppel immer noch im Zimmer.

"Macy, du bist nicht alleine.. Vielleicht hast du noch deine Mutter" sagte sie behutsam zu mir.

Zu wem gehörst du - wenn du alleine bist?Lies diese Geschichte KOSTENLOS!