»3. Schläfchen auf dem Boden der Kabine.«

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"Also. Da wir ja jetzt Süßigkeiten haben; Wer bist du denn?", fragte Sirius, als er sich ein paar Minuten später mit einem Berg an Süßkram zurück auf die Bank fallen ließ. "Bist du Französin? Weil Ma-damn ..."

Ich seufzte nur und betrachtete ihn kurz.

"Der ist echt unter deinem Niveau. Wie auch immer das möglich ist...", schnaubte ich.

Er trug ein schwarzes T-Shirt mit einem kleinen, lilanem Logo drauf, das ich von meinem Vater unter der Band 'Black Sabbath' kannte zu einer schwarzen, zerissenen Hose, die schon ziemlich gut aussah.

"Autsch... James? Kannst du bitte alle Körbe aufsammeln, die ich bekomme?", fragte er grinsend und zwinkerte mir zu.

"Klar doch, Buddy."

"Also, mademoirselle? Wie heißen sie?", fragte er mit einem spöttischen Grinsen weiter.

"June Taylor, sie war in unserem Trankkurs...", murmelte Remus, der sich wieder in sein Buch vergraben hatte, es aber irgendwie trotzdem schaffte, uns zuzuhören.

Ich sah kurz überrascht auf.

Ich hatte noch nichtmal gemerkt, dass er in meinem Kurs war, er wiederum schon.

"Oh, Moons! Tut mir leid, ich überlasse sie dir!", sagte Sirius sofort breit grinsend und spielte wohl darauf an, das Remus entgegen aller Erwartungen meinen Namen kannte und so angeblich Interesse für mich hatte.

Er hingegen sah nur desinteressiert in sein Buch und schnaubte abfällig.

"Lass gut sein."

Ich betrachtete ihn kurz funkelnd.

Ich hatte keine Ahnung, was er gegen mich hatte, aber anscheinend schien es ja wirklich begründet zu sein.

"War da irgendwas, von dem wir wissen sollten? Flotte Nummer in der Besenkammer, sie ist schwanger und du willst keinen Unterhalt bezahlen, oder wie?", grinste Black und sah zwischen uns beiden hin und her.

Ich starrte jedoch nur Remus an, der darauf nicht antwortete.

Vielleicht hatte ich ihn ausversehen angerempelt und ein Yogurt, den er in der Tasche hatte, hatte seine ganzen Bücher beschmutzt oder sowas.

"Na dann... Also, June ... Wie sieht's aus? Möchtest du uns was über dich erzählen?", fragte mich James interessiert und überschlug seine Beine erneut. Offenbar konnte er nicht lange stillsitzen.

"Nein", erwiderte ich knapp und stand auf.

Wahrscheinlich sollte ich mir doch ein anderes Abteil suchen, länger würde ich mit den beiden Nervensägen und diesem unfreundlichen Remus nicht aushalten.

"Was wird das denn?", fragte Sirius beleidigt und runzelte die Stirn, als ich mich lang machte, um meinen Rucksack aus der Gepäckablage zu holen. Die Wunde auf meiner Schulter zog ordentlich, aber ich gab mir alle Mühe der Welt, das nicht zu offensichtlich zu machen.

Ich drehte mich um, um ihm in's Gesicht zu sagen, dass ich gehen würde, weil sie nervten, als mich das ekelhafte Gefühl überkam, dass meine Beine aus Wackelpudding wären.

"Weißt du was? Ich glaube, ich werde ohnmächtig..."

Kurz darauf machte sich die ungute Vorwarnung bewehrt, denn meine Beine knickten ein und mir wurde schon kurz vor dem Aufprall schwarz vor Augen.

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"Sollten wir vielleicht jemanden von den Heilern holen?", fragte James unsicher, als ich langsam wieder zu Bewusstsein kam.

Was war das denn gewesen?

Von den einen Moment auf den anderen, war ich einfach umgekippt.

Lag das vielleicht an dem Biss? Immerhin war bald Vollmond, vielleicht reagierte mein Körper darauf...

Aber dafür war es eigentlich noch zu früh...

"Nein, schon okay, sie kommt zu sich..."

Ich öffnete langsam meine Augen und schaute in die Gesichter der Jungs.

"Meine Güte, du hast uns einen Schrecken eingejagt...", grinste Sirius und hielt mir seine Hand hin, die ich jedoch ignorierte. "Was war denn?"

"Kreislauf", sagte ich schnell und richtete mich überstürzt auf. "Hab ich öfter."

Remus kniff kurz die Augen zusammen und musterte mich genaustens.

"Na dann... Vielleicht solltest du damit mal zu Madame Pomfrey gehen", sagte James und klopfte mir auf die Schulter.

Heißer Schmerz durchzuckte mich kurz und brachte mich dazu die Luft scharf einzuziehen.

"Wow", machte James leicht und betrachtete mich. " Wirklich alles gut?"

Ich nickte und stand auf schnell auf, um meinen Rucksack und den Koffer zu schnappen.

"Man sieht sich", murmelte ich und zog die Tür auf. "Oder vielleicht auch hoffentlich nicht..."

---661 Worte---

Mr. Fear | RumtreiberWo Geschichten leben. Entdecke jetzt