Heiße Spuren #2

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Samuel sprang auf und öffnete die Tür. 

"Hey Mari!" Liebevoll schloss er seine Schwester in die Arme. "Komm rein."

Die braunhaarige, junge Frau betrat die bescheidene Dreizimmerwohnung ihres Bruders. Nebeneinander ließen sie sich auf die bunt gefleckte Couch, die in dem winzigen Wohnzimmer stand, sinken.

"Jetzt erzähl mal, wie war's? Erzähl! Ich will alles wissen." Sie rückte noch näher an Samuel heran und beobachtete ihn erwartungsvoll.

"Na schön", lachte er, "was willst du denn wissen?"

"Na alles, ich will alles wissen."

"Du verhältst dich ganz schön kindisch für eine großer Schwester, weißt du das?", lachte der junge Mann und tätschelte der Frau neben sich auf den Kopf, als wäre sie eines dieser kleinen Hündchen, die man immer streicheln muss.

"Jetzt erzähl schon!", drängelte sie, "Die Mädchen kommen dann. Sobald sie da sind, können wir sowieso kein ruhiges Wort mehr wechseln." Sie kicherte leise. 

Während Samuel noch überlegte, wo er anfangen sollte, ergriff seine ältere Schwester sofort wieder das Wort: "Hast du schon jemanden kennengelernt? Wie sind die anderen so?" 

Mari hatte sich immer um ihren kleinen Bruder gesorgt, schon als Kinder gewesen waren, sie hatte ihn nie aus den Augen gelassen. Immer musste sie ihn beschützten. Und diese Tatsache hatte sich bis heute gehalten. Sie war immer für ihren Bruder da, egal, was passierte. Die beiden waren ein Herz und eine Seele.

"Ja, also nein", begann Samuel schließlich, "irgendsoeine Miss Detroid hat mich den Detective vorgestellt, sie wirkt ganz nett. Sie ist meine Sekretärin.. naja, eigentlich Nightbloods Sekretärin, aber sie betreut mich mit. Ich habe eine Sekretärin, Mari!"

Seine Schwester lachte und bedeutete ihm mit einer einfachen Kopfbewegung, weiterzusprechen.

"Und dieses Gebäude, es ist so riesig. Wir sind sicher eine halbe Stunde zum Büro gegangen, zumindest ist es mir so vorgekommen."

"Und wie ist dieser Mister Nightblood?"

"Keine Ahnung, um ehrlich zu sein", Samuel legte eine kurze Denkpause ein, bei der er ausnahmsweise mal nicht unterbrochen wurde, dann setzte er fort, "Er ist streng, naja, strikt trifft es wohl eher. Er will alles perfekt haben und er ist nicht sehr gesprächig."

Die Braunhaarige rümpfte die Nase. "Hört sich nicht gut an. Wie alt ist der denn, dein Detective?"

"22, oder so."

"So jung noch. Und da ist er schon so streng?"

"Ich glaube, dass er tief in seinem Inneren gar kein schlechter Mensch ist, sondern nur nach außen hart wirkt. Vielleicht ist er eigentlich extrem sensibel und hat nur Angst, verletzt zu werden..."

"Ach Sam, das ist wieder einmal eine typische Aussage von dir, mein Bruderherz." Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter.

"Wie geht's Mum?"

Mari seufzte. "'Könnte besser sein', sagen die Ärzte."

Samuel nickte nur und legte einen Arm um seine Schwester. "Am Ende wird alles gut sein, wenn dem nicht so ist, ist es nicht das Ende."

"Manchmal fühle ich mich dir wirklich intellektuell unterlegen."

Sam lachte leicht. "Was willst du von mir?"

"Ich hab dich lieb", murmelte Mari, während sie ihre Beine auf die Couch zog.

"Ich dich auch."

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