[1] Dicke Luft

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I knew who I was this morning, but I've changed a few times since then.
- Alice im Wunderland

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Kapitel 1: Dicke Luft

Es war einmal (im Sommer!) ein Auto auf einer Landstraße. In diesem Auto saßen Petrit, Felix und Rewi:

"Ich versteh immer noch nicht, warum Petrit auf meiner Rückbank sitzt."

"Ja, ich hätt ja auch lieber vorn gesessen", plapperte Petrit drauf los, "aber du wolltest ja dein 'Felix-Schatzi' neben d-",

"Du hältst mal die Klappe, k?", rief Rewi, der ihm über den Rückspiegel einen kurzen giftigen Blick zuwarf. "Du solltest gar nicht hier sein! Jetzt mal im Ernst Felix, was macht der hier? Ich hab dich eingeladen-"

"Jap", unterbrach Felix ihn. „Und ich hab dann Petrit eingeladen."

"Ach so! Einfach so, ja?"

"Ja, einfach so. Ich wusste nicht, dass du immer alle Entscheidungen treffen musst. Und jetzt konzentrier dich lieber mal auf den Verkehr." Felix, der auf dem Beifahrersitz saß, kramte sein Handy hervor und beschäftige sich dann demonstrativ mit allem möglichen, nur nicht mit Rewi.

"Sorry Rewi. Ich will euch echt nicht bei eurem Date stören, ich dachte das wär abgeklärt gewesen", entschuldigte sich Petrit von hinten. Es klang sogar einigermaßen aufrichtig.

Rewi seufzte. "Das Zelt ist groß genug, also passt. 'N bisschen mehr Absprache wär aber schon ganz nett gewesen, ne Felix?"

"Sorry, war 'ne spontane Aktion", murmelte Felix. Es schien Rewi zu genügen.

Draußen huschte die Landschaft vorbei, Büsche, Bäume, Felder. Eigentlich ganz hübsch anzusehen, aber niemand im Auto wusste es zu schätzen. Der Himmel war bedeckt, und das gräulich diffuse Licht passte ganz gut zur Stimmung.

"Wo fahren wir überhaupt hin?" fragte Petrit.

Rewi warf Felix einen vielsagenden Blick zu. Nicht mal das hast du ihm gesagt?

"Was!? Ich weiß es doch selber nicht genau!" verteidigte sich Felix.

"Ich hab es dir mindestens tausendmal erklärt, aber gut."

"Tausendmal, alles klar", gab Felix schnaubend zurück. Er war gerade anscheinend nicht daran interessiert, die Stimmung zu heben.

"Alter, Felix, wenn du mir nicht zuhörst, ist das nicht mein Prob-"

"Okay!" rief Petrit. „Ich weiß ja, dass wir zu 'nem See fahren", räumte er ein. "Ich wollte nur wissen, wie lange wir fahren."

"Wenn der werte Herr Hardy in der Lage wäre, die Karte aus dem Handschuhfach zu holen, könntest du dir ganz genau angucken, wo wir hinfahren."

Felix verdrehte die Augen, öffnete aber kommentarlos das Fach vor ihm. "Da ist keine Karte."

"Doch, da ist irgendwo eine Karte. Nich immer gleich aufgeben, ok, Felix?"

Felix fand die Karte tatsächlich noch unter ein paar anderen Dingen (Handschuhe waren übrigens nicht dabei) und suchte dann zusammen mit Petrit, der ihm über die Schulter sah, nach ihrem Ausflugsziel.

"In der Nähe müsste eine etwas größere Stadt sein, da gibt's bestimmt 'n Supermarkt", erklärte Rewi. "Ich dachte wir kaufen da erstmal ein, wir könnten grillen oder so. Zelten können wir dann an dem kleineren See. Meinem Onkel gehört da neuerdings ein Grundstück, direkt am Wasser, mit Steg und allem. Wir wären nur unter uns..."

"Cool", meinte Petrit.

"Ja, aber wir würden da jetzt nicht total langweilig den ganzen Tag alleine rumhängen. An dem großen See daneben gibt es 'ne Wasserskianlage und noch so anderen Kram. Da können wir vielleicht morgen hin?"

"Klar, klingt gut. Oder Felix?"

"Jepp", bestätigte Angesprochener tatsächlich.

Während Felix und Petrit die Karte weiter studierten, blieb es eine Weile still.

Schließlich seufzte Rewi. "Ich wollte halt einfach mal wieder raus. Jodie ist übers Wochenende in Berlin, und ich hatte kein Bock zuhaus alleine rumzuhocken. Und da wir gutes Wetter haben, dachte ich mir halt, schnappste dir Felix und nimmst endlich mal das Angebot mit dem Zelten an... Wir wollten doch schon ewig mal Irgendsowas zusammen machen, oder nicht?"

"Ja, ich hab doch auch zugesagt! Petrit war halt einfach gerade bei mir und wär sonst wahrscheinlich auch übers Wochenende geblieben", erklärte sich Felix noch einmal.

Petrit ließ sich zurück in seinen Sitz fallen. "Alter, wenn du's so scheiße findest, dass ich dabei bin, hättest du das vielleicht mal sagen können, bevor wir losgefahren sind", meinte er, langsam auch ein bisschen angepisst. „Wär ich halt dageblieben, meine Fresse."

Rewi stöhnte auf. "Nein.. so meine ich das gar nicht. Ist halt einfach eine Planänderung, hätt ich gern gewusst. Aber alles cool jetzt, okay? Felix, kannst du mir das Wasser geben?"

"Klar."

A Day in The Lake [Rewinside|Rotpilz|Petrit-FF]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt