Harry POV


Ich betastete mit meiner Hand den Verband, der um meinen Unterarm gewickelt war. Das Bett in dem ich war, kannte ich nicht. Es war etwas schmaler aber sehr weich. Ich schlug die Augen auf und begutachtete das Zimmer, in dem ich lag. Die Wände waren weiß angestrichen und ein hölzerner Schrank stand an der linken Wand des Zimmers. Auf dem Boden war abwischbares Laminat gelegt. Ich griff nach dem türkisen Plastikbecher, der auf dem Schränkchen links von mir stand und trank einen Schluck Wasser. Wo war ich? Meine Frage wurde beantwortet, als ein Mann in weißer Arbeitskleidung in den Raum kam. Er lächelte mich an und kam vorsichtig auf mich zu. Danach ließ er sich vorsichtig am Ende des Bettes nieder.


"Ich bin Robert." Er hielt mir die Hand hin und ich schüttelte sie mit ein wenig misstrauischem Zögern.


"Harry."


"Du fragst dich wahrscheinlich, wo du gerade bist, nicht wahr? Keine Sorge, ich werde dir alles erklären.", sprach er ruhig und langsam.


"Wo bin ich?", fragte ich verwirrt.


"Im St. Maria Therapiezentrum. Harry, gestern haben dich zwei Freunde hier hingebracht, nachdem du dich selbstverletzt hast und zusammengebrochen bist und sie wollen, dass du dich therapieren lässt, weil sie sich um dich sorgen.", sagte er.


Realisierend, dass ich in der Klapse war, stöhnte ich auf und schlug mit meiner Hand auf meinen Vorderkopf.


"Wie lange-"


"Du bleibst hier solange bis du wieder stabil bist.", lächelte er.


Stabil, was war das denn jetzt wieder für ein Wort? Das könnte dann ja eine Ewigkeit dauern. Was war denn dann mit One Direction und der Tour? Ich schluckte einmal schwer und schüttelte den Kopf.


"Ich kann hier nicht bleiben, ich habe doch Verpflichtungen zu erfüllen.", sagte ich und wollte aufstehen, doch er hielt mich am Arm fest.


"Tut mir leid, Harry. Du kannst nicht so weitermachen. Deine Familie und Freunde sitzen unten im Besucherzimmer. Du darfst sie sehen.", meinte er ruhig.

Vielleicht konnte ich ja wenigstens meine Familie überzeugen mich hier raus zu lassen. Bei Robert, der anscheinend ein Pfleger war, kam ich nicht weiter.


"Kann ich vorher erstmal duschen?", fragte ich.


"Ja, ich begleite dich."

Wir standen auf und gingen durch die Tür. Kein Schloss, mit dem ich abschließen könnte. Natürlich, ich könnte mir ja etwas antun. Der Gang durch den wir ließen war äußerst unspektakulär. Es lag Tür an Tür und es war alles ziemlich Licht durchflutet, durch die hochliegenden Fenster. Wir hielten vor einem Schild mit der Aufschrift 'Duschräume' an.


"Ich warte hier auf dich.", sagte Robert und ließ mich eintreten.


Auch wieder hier nichts zum abschließen. Wie ich meine Privatsphäre vermissen werde. Also zog ich den blauen Umhang aus, den ich anhatte und meine Boxershorts, stülpte den Plastikschutz um meinen Verband und sprang in die Dusche. Das warme Wasser ließ meine Sinne aufleben. Ich schäumte mich mit dem Mintshampoo ein. Welche Psychos hier wohl herumliefen, wenn hier alles so kontrolliert abgeht. Ich drehte die Dusche ab, trocknete mich mit einem weißen Handtuch ab und nahm die Klamotten, die Robert bestimmt vor unserem Treffen für mich bereit gelegt hatte. Ein weißes Shirt und schwarze Jeans und eine Calvin Klein Boxershorts. Anscheinend hatten Niall und Louis mir noch Sachen eingepackt, nachdem sie mich hier eingeliefert haben. Fertig nickte ich Robert zu und wir gingen eine Treppe zwei Stockwerke herunter. Ein Aufzug wird heut zu Tage ja auch überbewertet. Könnte ja sein, dass sich einer der Psychos darin einschließt und sich etwas antut. Aber dann realisierte ich, dass ich nicht besser war. Ich war auch ein verdammter Psycho.

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