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Taehyung und ich waren schnell nach Hause gekommen und hatten alles für den Filmabend vorbereitet. Da es in meinem Zimmer etwas ordentlicher war, als in seinem, lagen wir nun beide halb auf meinem Sofa und und sahen den Film an.

Ich ließ den Tag noch einmal in meinem Kopf Revue passieren um herauszufiltern, ob ich mal wieder irgendwelche Dummheiten gemacht habe, doch mir fiel nichts ein. Zumindest so lang, bis Taehyung mich darauf ansprach.

“Kookie… ich glaube ich muss Mal mit dir reden…”, begann er und bekam damit meine gesamte Aufmerksamkeit. Ich drehte mich zu ihm, damit ich ordentlich mit ihm reden konnte und pausierte den Film, da Taehyung ihn noch nie gesehen hatte.

“Was ist denn los?”

Irgendwas Wichtiges hatte er zu sagen, sonst würde er gerade nicht so seine Hände verknoten. Er löste sie und verknotete sie erneut. Dieses Schauspiel konnte ich mir irgendwann nicht mehr länger ansehen und griff sanft nach seinen weichen Händen. „Taehyung atme tief ein und aus! Sag mir, was dir auf dem Herzen liegt und bleib ruhig, egal was es ist, es gibt eine Erklärung dafür.“
Seine Hände in meinen haltend lächelte ich ihn aufmunternd an, was er jedoch nur kaum erwiderte.

„Taehyung…“, begann ich dann warnend, um ihn zu drängen, anzufangen, da unterbrach er mich schon. „Hast du vorhin gar nichts bemerkt?“, fragte er mich und brachte mich zum Nachdenken. Vorhin… was habe ich denn da gemacht? Ich habe mich mit Hoseok und Tae getroffen, sie wie immer begrüßt, Hoseok mit einem Handschlag, Tae mit einem Kuss auf die Wange. Aber dann im Café habe ich mich wirklich toll gefühlt. Mein Körper hat furchtbar gekribbelt und auf dem nach Hause Weg habe ich mich so geborgen gefühlt, als Taehyung mich mit seinem Arm zu sich gezogen hatte und jetzt sitze ich hier vor ihm. Total ratlos aber in einen Bann gezogen von seinen Augen.

„Was soll denn gewesen sein?“ „Du… du hast mich geküsst Jungkook? Heute Nachmittag.“ „Ich küsse dich immer, auf die Wange.“, erklärte ich ihm. Sitzt hier ein Kamel vor mir, oder was? „Jungkook, du hast mich auf den Mund geküsst.“, haute er dann raus und ließ mich etwas zurückzucken.

„Oh.“

„Ja, oh. Jungkook hör Mal, ich bin froh, dass es, trotz meiner Gefühle so zwischen uns läuft, aber sowas wie heute, verletzt mich echt, wenn ich doch genau weiß, dass dahinter keine Gefühle deinerseits stecken… und Jungkook solche Situationen kann ich nicht auf Dauer aushalten und muss mich dann wohl oder übel von dir fernhalten, verstehst du? Und das kann ich aber genauso wenig, aber ich will dir nicht auf die Pelle rücken und das geht dann nun mal nur so. Ich hoffe du kannst meine Situation verstehen, Kookie… Ich li…“, er stoppte. Mit Tränen in den Augen sah er mich an.

Schnell hob ich meine Hand und strich die Tränen weg. Sein Gesicht schmiegte er an meine Hand und ich versuchte ihm Mut zu geben, als ich ihn an lächelte.

„Es tut mir Leid. Ich war heute Nachmittag so verschlafen, dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Deine… Lippen werden dann wohl das erste gewesen sein, was ich gesehen habe. Bitte halte dich nicht fern von mir. Denn gerade als du weg warst und ich niemanden hatte, habe ich dich gebraucht. Mein Leben ist nur komplett wenn du dabei bist. Ich werde mich zurückhalten, ja? Es wird nicht wieder vorkommen, ja?“

Taehyung nickte und erfreut zog ich ihn in meine Arme und schmiegte meinen Kopf an seine Halsbeuge. So verweilten wir, lang, ruhig und die Umarmung genießend, bis er sich zurückzog und wieder an den Rand der Couch krabbelte um es sich dort bequem zu machen. „Können wir den Film wieder an machen? Ich will echt gern wissen, wie er ausgeht!“

Wir ließen den Film weiter laufen und schauten entspannt zu.

Doch als vorhin sein Arm um meine Hüfte lag war ein schönes Gefühl und irgendwie war mir gerade kalt, doch Taehyung hatte die Decke. „Taehyung? Kann ich mit zu dir, unter die Decke? Mir ist ein wenig frisch…“

„Klar, komm her, Kookielein.“, grinste er und hob die Decke an.

Murrend kroch ich nun zu ihm und nahm mir, was mir zugestand. „Hör auf mich so zu nennen!“, meckerte ich dann nun und schlug ihn leicht. Er lachte nur und konzentrierte sich auf den Film.

Irgendwann im Film kuschelte ich mich dann jedoch an ihn und lächelte, als er seinen Arm um meine Hüfte legte.

Ich drehte meinen Kopf zu ihm und beobachtete ihn und wie, als hätte er es bemerkt, sah auch er mich in diesem Moment genauestens an. Unsere Augen waren wieder auf diese komisch, schräge Weise miteinander verbunden und ich bemerkte, wie ich meinen Kopf den seinem näherte. „Tae…“, murmelte ich gegen seine Lippen, woraufhin er zu Lächeln schien. Sein Blick ging immer wieder auf meine Lippen und zurück zu meinen Augen, so, als müsste er nach Erlaubnis fragen, ob er dies nun tun dürfte.

„Tae… ich bin vollkommen nüchtern, ich weiß genau, was ich mache…“, erklärte ich ihm und sah, wie seine Augen durch diese Erkenntnis kurz größer wurden und dann zufielen.

Ich schloss auch meine und spürte seinen Atem an meinen Lippen. Er beugte sich vor, und küsste mich, sanft, mit einer Hand an meiner Wange und ich erwiderte, als hätte ich seit Lebzeiten nichts anderes mehr gemacht.
Doch dieser Kuss sollte nicht so bleiben.

Taehyung drückte mich auf mein Sofa, war auf einmal über mir und grinste etwas in den Kuss, als er mit seinen Fingern meinen Körper erkundete. Er strich an meiner Hüfte entlang, fuhr unter mein Shirt und brachte mich mit einem Saugen am Hals zum Keuchen.

Ich legte ein Bein um seins und drückte mich gegen ihn. Seine Zunge strich bei einem erneuten Kuss über meine Lippen und ich öffnete schnell meinen Mund.

Ich spürte, wie seine Zunge meine berührte, kämpfte mit ihr um die Dominanz und verlor, doch es machte mir nichts aus, denn als sich Taehyung kurz von mir löste und grinsend auf mich herabsah, wusste ich, dass es gut so ist, wie es war.  Er sah so heiß aus und jede einzelne Stelle, wo sich unsere Körper berührten fühlte sich toll an.

„Küss mich nochmal…“, hauchte ich und Taehyung kam mir wieder näher, atemlos aber doch bereit für mehr.

„Liebend gern.“

Written by lgella

boyslove [taekook]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt