11. gemähter Grashalm

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He soll ich dich mitnehmen?“, brüllte eine Stimme hinter mir und ich begriff erst nach ein paar Sekunden, dass ich gemeint war.

Verwirrt darüber, wer das wohl war, drehte ich mich um und erblickte einen vertrauten weißen Lieferwagen.

Das konnte doch nicht wahr sein? Verfolgte Ben mich oder was war da los?

Kurz entschlossen lief ich einfach weiter. Ich wollte nicht mehr mit ihm zu tun haben, als ich unbedingt musste und er wusste sowieso schon zu viel über mich. Von dem Schock, dass er auf meine Schule ging und offensichtlich mit Jack befreundet war, hatte ich mich sowieso noch nicht ganz erholt.

He jetzt warte doch“, brüllte Ben und fuhr neben mir her. Ich lief weiter. Seine Aufdringlichkeit machte mich ziemlich wütend. Was bildete er sich ein, sich so einmischen zu können? Ich war sowieso schon genervt, da ich meine Straßenbahn verpasst hatte und deswegen laufen musste, aber Ben machte es noch schlimmer.

Ich will aber nicht gefahren werden“, rief ich wütend zurück und beschleunigte meine Schritte.

Du willst ernsthaft den ganzen Weg laufen? Das ist doch ewig weit. Komm schon Alia ich muss mit dir reden“, rief Ben und fuhr mit seinem Wagen neben mir her. Verdammt, warum waren diese Autos auch schneller als ich?

Nein.“

Komm schon.“

Immer noch nein.“ Inzwischen war ich wirklich ziemlich sauer. Er war einfach viel zu penetrant und gelassen. Er schien nicht einmal unbedingt zu merken, wie unangenehm mir das war. Einige Menschen um uns herum schauten schon und das Auto hinter Ben hatte schon mehrmals gehupt.

So schlimm ist das nicht. Ich beiße nicht,ehrlich.“

Oh verdammt, du Idiot“, rief ich, kehrte blitzschnell um und lief um den Wagen herum um ein zu steigen.

Das war ja nicht aus zu halten und da ich Ben zu traute, mir den ganzen Weg hinter her zu fahren, stieg ich lieber gleich ein.

Im Auto lief wieder die Musik, die letztes Mal auch gelaufen war. Schien er wohl zu mögen. Ob seine Band auch so eine ähnliche Musik machte? Na ich würde ihn nicht fragen.

Na also geht doch“, grinste er mich an und lenkte seinen Wagen wieder zurück auf die Spur und fuhr weiter, bevor der Autofahrer hinter ihm einen totalen Aufstand anfangen konnte.

Mpf.“

Alia ich muss mit dir reden.“

Hattest du gerade schon erwähnt ja.“

Ich verschränkte die Arme und sah ihn genervt an. Ich hatte keine Lust auf dieses Gespräch, denn sicher würde er mich nach dem Gras fragen und alles was damit zu , machte mich im Moment total wütend, da ich wusste, dass ich es nicht mehr lange in direkter Umgebung haben würde. Noch zwei Wochen und dann würden wir umziehen.

Also wegen der Sache da vor ein paar Wochen, das wissen die anderen nicht oder?“

Natürlich nicht. Und sie sollen es auch nicht wissen.“ Warnend sah ich Ben an und hoffte, dass er verstand, dass enna und Sarah das unter keinen Umständen erfahren durften.

Sie kannten meinen Vater zu gut und sollte er das jemals erfahren, wäre ich viel zu schnell wieder in der Klinik. Und dort wollte ich nicht hin. Die letzten Tage dort waren schlimm genug und ausreichen für den Rest meines Lebens.

Schon klar. Auch wenn du ihnen eigentlich vertrauen solltest. Wieso machst du das eigentlich?“

Das geht dich verdammt noch mal nichts an“, fauchte ich und rutschte unruhig auf meinem Sitz hin und her. Er hatte schon irgendwie recht, aber ich würde es trotzdem keiner Menschenseele erzählen. Ich wollte nicht, dass mir jemand, den ich nicht einmal wirklich kannte, ein schechtes Gewissen einredete.

Ein Abend frisch gemähtes GrasLies diese Geschichte KOSTENLOS!