10. gemähter Grashalm

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Mehr als geschockt starrte ich auf den Typen vor mir, dessen Hand ich gerade hielt. Meine Hand verkrampfte sich, genauso wie der ganze Rest meines Körpers.

Das konnte doch nicht wahr sein? Was in aller Welt machte Ben an meiner Schule? Er war doch viel älter als ich, so hatte er zumindest ausgesehen.

Al alles okay?“, hörte ich Jennas Stimme, die von weit entfernt zu kommen schien. Die Bedeutung der Worte drang erst nach und nach zu mir durch.

Der Schock saß einfach zu tief.

Ob mit mir alles okay war? Das konnte ich nicht sagen. Ich konnte im Moment irgendwie nichts anderes, als hier zu stehen, Ben an zu starren und seine Hand verkrampft zu umklammern. zu mehr war mein Gehirn einfach nicht in der Lage. Alles andere schien mir unmöglich zu tun.

Al?“

Ich reagierte immer noch nicht. Ich starrte Ben in die grünen Augen.

Die Augen schienen mich zu durchbohren, so intensiv sahen sie mich an.

Al jetzt sag doch was“, rief Jenna und riss mich damit wenigstens aus meiner körperlichen Starre. Mein Kopf war zwar immer noch zu nichts fähig aber immerhin starrte ich Ben jetzt nicht mehr ganz so dämlich an.

Äh hi“, quetschte ich hervor und versuchte meine Stimme nicht zittern zu lassen.

Ich betete, dass Ben nicht erwähnen würde, dass wir uns kannten, denn dann würden die anderen wissen wollen woher und ich würde die Wahrheit erzählen müssen und ich glaubte nicht, dass irgendeiner von meinen Freunden die verkraften würde. Dafür war sie viel zu verrückt und komisch.

Hi“, erwiderte Ben und drückte mein Hand vorsichtig.

Ich sah zu ihm auf und bemerkte, dass ich seine Finger immer noch fest umklammert hielt. Das musste ganz schön weh tun. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich ihn angestarrt hatte, aber es war definitiv etwas zu lang gewesen.

Sag mal solltet ihr euch nicht eigentlich schon kennen?“, warf Sarah dazwischen und sah mich neugierig an. „Du bist doch auch bei Mr. Harison in Maori Ben oder?“

„ja bin ich“, antwortete er und schüttelte seine Hand, die ich gerade los gelassen hatte, unauffällig ein wenig.

Al?“, fragend sah Sarah mich an.

Ich schwänze den Kurs schon eine ganze Weile“, murmelte ich und sah zu Boden. Ich wollte meinen besten Freundinnen nicht unbedingt ins Gesicht sehen. Ein paar Minuten mit Ben und schon wussten sie von einer der vielen Lügen, die ich ihnen in den letzten Wochen so aufgetischt hatte.

Und wieso wissen wir das nicht“, fragte enna nach und sah mich streng an.

Ich wollte euch nicht auch in Schwierigkeiten bringen“, nuschelte ich und hoffte, dass diese Ausrede plausibel genug für die beiden klang und sie sie schlucken würden.

Da hättest du dir keine Sorgen machen müssen“, grinste Sarah und drückte mich. „Ich hätte sicher auch gerne das ein oder andere Mal Kunst geschwänzt. Mr. Tason ist einfach ein richtiger Arsch.“

Tut mir leid“, sagte ich leise. Plötzlich schämte ich mich noch mehr als sonst dafür, dass ich meinen besten Freundinnen nicht richtig vertrauen konnte. Sie waren so lieb zu mir und ich belog sie praktisch nach Strich und Faden.

Macht ja nichts“, lachte Sarah fröhlich und zog mich dann auf den Boden.

Und jetzt iss endlich mal was. Es ist nicht aus zu halten, wie dünn du bist, da werde ich ja noch neidischer, als ich sowieso schon auf dich und dein Aussehen bin.“

Ein Abend frisch gemähtes GrasLies diese Geschichte KOSTENLOS!