2. Kapitel

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Nachdem ich alle Formulare sorgfälltig ausgefüllt hatte, rannte ich die Treppen herunter, nahm mir meine vollgestopfte Handtasche, die mir schon seit Ewigkeiten drohte zu platzen -Ich war immer zu faul den unnötigen Teil des ganzen Zeugs auszupacken- und knallte die Haustür hinter mir zu, bevor ich herausging.

Nach ungefähr 20 Minuten laufen und seeeehr vielen Ich-Bin-So-Ein-Loser-Und-Habe-Kein-Auto-Gedanken, Habe ich 2 Sachen festgestellt :

1. Ich musste meinem besten Freund Mason unbedingt dafür anhimmeln, dass er mich normalerweise immer fährt und mich dafür verfluchen, dass ich ihn nicht angerufen hatte.

2.Habe ich festgestellt, dass ich an dem Kaffee vorbei bin, und jetzt in irgendeiner Gosse stand, die wahrscheinlich kein Mensch kennt. Toll... Schokokeks!! 

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 Da saß ich nun.. zusammengekauert in einer unheimlichen Gasse, in der sich kein Mensch aufhielt. Wie konnte ich nur so dumm sein und mich auf so eine Art verlaufen?! Die normalsten Menschen mit dem selben Problem, wurden wahrscheinlich wegen falschen Navigationsinformationen an so einen Ort geführt, aber Neein! Die dumme, kleine, naive Hailey muss sich natürlich so aufführen, als hätte sie die Hälfte des Gehirns eines tollwütigen Eichhörnchens!

Nach langer Zeit beschloss ich also aufzustehen und ein wenig durch die Gegend zu laufen 1. Weil ich echt angst hatte, das irgendein Pedo sich hier rumtreibt und 2. Nützt es mir nichts hier sitzen zu bleiben. Vielleicht würde sich ja hier irgendwo doch ein Lebenszeichen erkennbar machen, dass nicht  pedophil ist. Außerdem.. OH GOTT ICH BIN SO DÄMLICH!!!! Hailey, du hast es wieder einmal geschafft! Ich kann mein Handy doch einfach herausholen und Hilfe rufen!!-...HALT!

Wo ist meine Tasche?!?!?!?!

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Nach lagem Planlos-durch-die-Gegend-laufen wurde es allmählich echt gruselig, weil ich in einem riesigen Wald angekommen war und es mittlerweile 22:53 war.Erschöpft und Müde setzte ich mich auf den trockenen Boden und versuchte verzweifelt einen Heulkrampf zu unterdrücken. Wieso passiert so was immer mir? Das kann doch nicht wahr sein! Ich mache jedem in meinem Umkreis das leben schwer, in dem ich mich benehme wie eine Idiotin.

Als es dann auch noch anfing zu regnen war es um mich geschehen und ich fing lauthals an zu Schluchzen, danach folgten unaufhaltsame Tränen. Meine Mutter und meine vier-jährige Schwester machten sich bestimmt schon sorgen.. In diesem Kaff würde mich niemals jemand finden können.. Wie kann es nur sein, dass ich so weit vom Weg abgekommen war?!

Oh Gott, Ich hörte mich wahrscheinlich an wie eine 5-Jährige, die ihre Eltern im Schwimmbad aus den Augen verloren hatte. Aber es war nunmal arschkalt, stockdunkel und nass.

Plötzlich hörte ich ein lautes Knacken und Schritte hinter mir, die sich mir näherten. Jetzt war eigentlich die Stelle an der ich hätte aufstehen und tapfer "Wer ist da?", brüllen müssen, da sich das eindeutig nach Menschenschritten anhörte, doch ich war in einer Art Schockzustand. Ich wollte etwas sagen, doch mein Mund ließ sich kaum öffnen, ich wollte aufstehen, doch ich konnte mich nicht rühren, mein Körper wollte sich nicht regen, mir nicht gehorchen. Ich wollte blinzeln, aber nicht mal das wollte mir gelingen, meine Augen waren weit aufgerissen und-... Ok, Ich glaube ihr versteht, was ich meine.

Ich konnte kaum mehr atmen, meine Kehle schein wie zugeschnürt worden, als die Schritte näher kamen und ich schließlich eine warme Hand auf meiner Schulter spürte. Ab dieser Stelle schien ich mich wieder -mehr oder weniger- unter Kontrolle zu haben und kreischte kurz erschrocken -und reflexartig- auf.

"Na sie mal einer an", sagte eine bekannte, männliche Stimme spöttisch und dennoch konnte ich einen Hauch von Neugier in ihr mitschwingen hören. Harry?!

Goodgirl vs. BadboyLies diese Geschichte KOSTENLOS!