Kapitel 1: Montag, 14. Mai, New York, 47th Avenue, 2 - Zimmer - Wohnung

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Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten an meiner Nase. Ich schielte auf meinen Wecker. 6:15Uhr. 5 Minuten könnte ich noch liegen bleiben. Ich drehte mich nochmal rum und döste. Kurze Zeit später wurde ich von meinen Handyklingelton wieder wachgerissen. Ich nahm ab.

"Leah Curthy", meldete ich mich mit verschlafener Stimme.

"Leah! Mr Nolan ist stinksauer! Wo bleiben Sie denn?" Mr Nolans Sekretärin war gereizt.

Ich sah auf die Uhr. 7:20 Uhr. Oh Gott, ich hatte nochmal eine Stunde geschlafen. Mist! Ich sprang aus dem Bett, nahm mir den Kleiderhaufen vom Korbstuhl, der neben meinem Bett stand und rannte ins Bad. Mit Mühe versuchte ich, das Handy am Ohr zu behalten.

"Ja, bin schon unterwegs!", gab ich zurück und legte auf.

Ich zog mir in rasender Geschwindigkeit Unterwäsche, weiße Bluse, schwarzen Blazer und schwarze Röhrenjeans an. Bei meiner schlanken Figur sah das ziemlich gut aus. Dann flitzte ich in die Küche und nahm ein Brötchen aus dem Brotkorb. Ich schmierte schnell Frischkäse drauf und zog währenddessen meine schwarzen Highheels an. Ich schmiss das Streichmesser und das Brett in die Spüle und machte die letzter Schnalle meines rechten Highheels zu. Ich stolperte zum Schlüsselboard, nahm mir den Wohnungsschlüssel und meie Handtasche von der Bank und zog die Tür zu. Im Treppenhaus bemerkte ich, dass ich vergessen hatte, meine Haare zu machen. Also, nochmal zurück. Im Bad griff ich nach der Bürste und band meine langen, dicken, dunkelbraunen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen.

In der U - Bahn war es wie imer überfüllt und alle drängelten sich. Ich stieg an meiner Haltestelle aus und ging nach oben an die frische Luft. Ich lief schnell zu dem Bürokomplex, der direkt gegenüber des U - Bahn - Eingangs stand. Ich hastete zum Aufzug und fuhr in den 11. Stock.

Dort angekommen fand ich im Empfangsbereich einen genervten Mr Nolan und einen jungen Mann vor. Natürlich! Jetzt fiel es mir wieder ein! Ich hätte heute diesem Mann unser Büro und seinen Arbeitsplatz zeigen sollen, weil er ab heute bei uns arbeitete. Ich begrüßte zuerst meinen Chef, einen großen, hageren Mann, der graues Haar und ein faltiges Gesicht hatte, da er mittlerweile auch schon über 50 war und dann den jungen Mann, der sich als David McComber vorstellte, mit einem Handschlag. Er sah sehr gut aus, hatte dunkelbraunes, lockiges Haar, das er zurückgegelt hatte. Er hatte ein schmales Gesicht, mit hellblauen, wunderschönen Augen und einen sehr durchtrainierten Körper. Sein dunkelblauer Sakko unterstrich seine Figur noch.

Mr Nolan bat mich, Mr McComber das Büro zu zeigen und alle Mitarbeiter vorzustellen.

Nach zwei Stunden führte ich ihn in sein Büro; ein mittelgroßer Raum mit Fensterfront, wie auch mein Arbeitszimmer, einem Schreibtisch mit Computer, Drehstuhl und einem Schrank.

"Falls Sie noch etwas brauchen oder eine Frage haben, können Sie gerne zu mir kommen. Mein Büro ist gleich nebenan", sagte ich mit einer Geste nach rechts.

"Danke, Miss ...", stotterte er und versuchte, sich an meinen Namen zu erinnern.

"Curthy", half ich ihm.

"Genau ... Curthy" Er strich sich verlegen seine Haare zurück.

Ich drehte mich um und ging in mein Büro. Es war schlicht und einfach eingerichtet. Schreibtisch mit Computer drauf, Drehtsuhl, Bürocontainer und einen Schrank mit Unterlagenordnern. Ich ließ mich auf den Stuhl fallen und machte den Rechner an. Dann klopfte es.

"Herein!", rief ich.

"Miss Curthy! Ich habe soeben einen Anruf von Sir Edmund bekommen, bitte setzen Sie sich noch heute an den Plan für den Ablauf der Konferenz nächsten Dienstag. Dann brauche ich noch die Bestätigung der BBC für den morgigen Pressetermin. Ach, und sorgen Sie bitte noch dafür, dass die Kameraleute für den Versicherungswerbespotdreh wirklich nur Amerikaner sind. Ich mag diese ausländischen Nichtsnutze nicht!" Mit diesen Worten knallte er mir einen Stapel mit verschiedenen Steckbriefen von irgendwelchen Kameraleuten auf den Tisch und ging wieder.

Na, das sah ja mal wieder nach einem sehr stressfreien Tag aus. Besonders als ich feststellen musste, dass bei der BBC ständig das Telefon besetzt war und drei Viertel des Stapels Ausländer waren.

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