Peace?

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Liu's part

"Hier bin ich", ertönte Jack's Stimme hinter mir. Ich taumelte benommen vorwärts und prallte gegen die Wand. In meinem Kopf drehte sich alles, als ich mich mit letzter Kraft umdrehte und den dunkelhaarigen Psychopathen hinter mir sah - mit einem Skalpell in der Hand. ich wollte gerade nach Jeff schreien, als vor meinen Augen alles schwarz wurde, und ich zu Boden fiel. Dann verlor ich das Bewusstsein.

"Scheiße Mann, wach auf!", rief mir eine Stimme ins Gesicht. Etwas rüttelte an meinem Arm. Ich stöhnte. "Hey, Junge! Fuck, wach auf! Jeff bringt mich um, wenn ich dich ernsthaft verletze!" Langsam schlug ich die Augen auf und schaute in das gesicht von... E.J. Er seufzte erleichtert. Langsam setzte ich mich auf und rieb mir den Kopf. Der junge hielt mir einen Kühlbeutel hin und stand auf. Mit einem Apfel in der Hand kam er wieder. "Apfel?", fragte er. "Hilft gegen Hunger und Durst." Verwirrt nickte ich. Er drückte ihn mir in die Hand und setzte sich vor mich auf einen Stuhl. Ich selbst lag auf einer Pritsche. "Geht's einigermaßen?", fragte der Maskierte. Ich biss vom Apfel ab und nickte. Etwas zwischen den Zähnen zu haben tat gut.

"Wieso bist du jetzt so nett?", fragte ich.

"Nett? Naja. Ich habe nur Angst vor Jeff' Reaktion, sollte ich dich töten." Er zuckte mit den Schultern und aß ebenfalls einen Apfel. "Und wieso bist du hier runter gekommen und hast mich gesucht?"

"Ich wollte dich eigentlich fragen, was du gegen mich hast", erwiderte ich. "Aber dann hast du mir eine Flasche auf den Kopf getrümmert und wolltest mich mit einem Skalpell angreifen und..."

Er hob abwehrend die Arme. "Whoaw. Moment mal. Wer sagt denn was davon, dass ich dich mit einem Skalpell angreifen wollte?" Er wirkte leicht verwirrt.

"Na, du hattest doch das Skalpell in der Hand und bist in meine Richtung gegangen und..." Schon wieder unterbrach er mich.

"Ich hatte das Skalpell noch von vorhin in der Hand, weil ich mich um Paula gekümmert habe. Ich hätte dich damit niemals ernsthaft verletzt." 

"Wer zum Teufel ist Paula, und könntest du "um sie kümmern" noch mehr definieren?", fragte ich, wollte es jedoch gar nicht so genau wissen, denn in diesem Moment hielt er mir das Skalpell hin, an dessen Spitze getrocknetes Blut klebte. "Achso", brachte ich hervor.

"Und um auf deine andere Frage zu antworten, ich habe eigentlich nichts gegen dich", sagte er und schmiss den Rest seines Apfels in den Papierkorb, der neben ihm stand.

Ich sah ihn leicht ungläubig an. "Aber, wieso hast du mir eine Flasche auf dem Kopf zerdeppert, und wieso hast du mich immer so komisch angesehen und so?"

"Ich war eifersüchtig", entgegnete er. Eifersüchtig? Eifersüchtig??? Als könnte er meine Zweifel an der Wahrheit dieses Satzes spüren, sagte er: "Bis jetzt haben Jeff und ich alleine hier gelebt. Wir waren gute Partner und ich habe mich gefühlt, als hätte ich nach langem wieder einen engen Vertrauten, dem ich alles über meine Opfer erzählen konnte und mit dem ich jemanden töten konnte. Doch dann kamst du, sein Bruder. Ich war eifersüchtig, weil ich wusste, dass er jetzt eher etwas mit dir zusammen unternehmen wollte, als mit mir. Das er mit dir mordet und ich alleine durch die Gegend streifen muss." An der Art, wie er redete, vermutete ich, dass er noch nicht allzu alt war. Ich hatte etwas Mitleid, da ich ja selbst wusste, wie es war, alleine zu sein.

"Es... tut mir Leid", sagte ich. "Ich wusste ja auch nicht, dass du existierst. Ich hätte ja auch einfach..."

"Du, brauchst dich für nichts zu entschuldigen. Wenn dann muss mich entschuldigen. Und... die Flasche habe ich dir auf den Kopf geschlagen, weil das hier mein Versteck ist." Du könntest dich ja auch dafür entschuldigen, dass du mich ständig unterbrichst! 

"Keine Sorge, das bleibt unter uns", grinste ich und warf den Apfel ebenfalls weg.

"Unter uns zwei und Paula", er nickte in Richtung Wand. "Schade, dass ich jetzt nichts zum Anstoßen habe."

"Schon okay." Ich lächelte und blickte dann an die Wand. Da hing ein schwarzhaariges, schlankes Mädchen, dass ungefähr 18 Jahre alt war. Ihre Augen waren geschlossen, sodass ich ihr blaues Veilchen erkennen konnte. Eine langgezogene Wunde zog sich über ihre linke Wange. Da ihr T-shirt an manchen Stellen zerrissen war, erkannte ich ebenfalls eine lange Wunde am rechten Arm und an der linken Schulter. Die Beine waren noch unversehrt. "Ich glaube, ich sollte jetzt auch wieder zu Jeff gehen. Er macht sich sicher schon Sorgen." E.J. nickte. Ich stand auf und ging zu der leiter. Doch bevor ich hochkletterte, drehte ich mich noch einmal um. "Ach ja, und E.J.?"

"Was?", fragte E.J. und nahm sein Skalpell gerade vom Tisch.

"Gegenüber Jeff erwähne ich eine andere Unterhaltung als diese, also sollten wir vor Jeff immer noch als 'Feinde' dastehen."

"Wird gemacht", grinste der Maskierte und wandte sich Paula zu. Ich schaute sie noch einmal kurz an, bevor ich schließlich die Leiter wieder hochkletterte.

My life after the first murder (Creepypasta)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!