Teil 2

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Schnell lief ich den schmalen Weg auf der Dachspitze entlang. Der Regen wurde immer stärker und die Stimmen hinter mir immer lauter.

'Schneller' schrien sie.

Ich sollte schneller zum Abgrund laufen.

Ich sollte schneller in die Tiefen stürzen.

Nun stand ich am Ende des Daches.

'Spring!' riefen die Stimmen. Ich holte Schwung und sprang in die Tiefen.

Ruckartig setzte ich mich auf. Langsam realisierte ich wo ich war und dass es nur ein Traum gewesen ist. Ich stellte meine Füße auf dem Boden ab und schaute mich müden Augen durch den Raum. Ich ergriff mein Handy das die ganze Zeit neben mir lang und schaute auf die Uhr.

17:34.

Ich streckte mich und öffnete den frisch eingeordneten Kleiderschrank. Ich holte das rote Kleid hinaus. Es hatte einen seidigen Stoff und war etwa knielang. Dazu hatte es Spagettiträger. Ich zog mir mein T-Shirt über den Kopf und streifte mir mein Kleid über. Ich überlegte ob ich eine Strumpfhose anziehen sollte, entschied mich jedoch doch dagegen. Ich war gerade dabei meine Haare zu kämmen als es an meiner Türe klopfte. 'Herein' rief ich. Meine Tante öffnete die Türe. 'Na sieh mal einer an! Wunderschönes Kleid, meine Liebe. Ich wollte dich nur wissen lassen dass die Gäste um 18 uhr eintreffen werden und es um etwa 20 uhr Essen geben wird. Hast du etwas Hunger? Noch kann ich dir schnell ein - zwei Brote machen' sagte sie mir. Ich nickte. 'Ein Brot klingt nicht schlecht...'

Sie verließ den Raum wieder. Nachdem ich meine Haare gebürstet hatte beeilte ich mich nach unten zu kommen. Ich trabte die dunklen Holzstiegen hinab und begab mich in die Küche. Dort standen 2 Brotscheiben mit Wurst und Käse bereit. Ich sagte 'Danke Tante Mimi' und stopfte die erste Scheibe in mich rein. 'Wenn du fertig bist, stell den Teller einfach in den Abwasch. Ich muss die schönen Gläser aus dem Keller holen. Bin gleich zurück' und so verschwand sie. Nach dem 2. Brot war ich halbwegs gesättigt und stellte wie befohlen den Teller in den Abwasch. Mit meiner Hand kehrte ich noch die Brösel vom Tisch in meine andere Hand und machte mich auf die Suche nach dem Mistkübel. Ich fand ihn dann schließlich unter dem Waschbecken. Meine Tante kam polternd die Stufen vom Keller herauf und gab mir eine staubige Schachtel voller Gläser. 'Bitte stell die auf den Tisch'

Ich nickte und packte sie aus. 'Wieviele sind wir?' fragte ich.

Sie dachte kruz nach und meinte schließlich 'ich denke 6'. Ich nickte erneut und holte 6 Gläser heraus. Während ich noch mit Wasser den Staub herausspülte und sie anschließend wieder abtrocknete klingte es an der Türe.

Wieder dieser nervige Ton.

Verschiedene Stimmen kamen von der Türe. Ich erkannte einen Mann dann eine Frau. Und einen jüngeren Mann mit einer ausgesprochen weichen Stimme. Ich schätzte ihn etwa 25 oder vielleicht etwas jünger. Ich drehte mich vom Waschbecken weg um die trockenen Gläser auf den Tisch zu stellen. Als ich wieder hoch blickte sah ich einen etwa 50 jährigen Mann mit dunkelbraunen Haaren und Stoppelbart. Er machte einen netten Eindruck. Genau wie seine Frau. Eine kleinere Frau mit langen blonden Haaren. Ihre blauen Augen hatten etwas beruhigendes an sich. Dann sah ich dass meine Tante mit einem etwa 20 jährigen Jungen sprach. Er hatte hellbraune Haare und wunderschöne strahlendblaue Augen. Ich schaute wieder zu seinen Eltern und schenkte ihnen ein warmen Lächeln. In den Augenwinkeln sah ich ihn auf uns zu kommen. Mein Herz fing an zu rasen. Ich holte tief Luft um mich zu beruhigen. Irgendwas an seiner Anwesenheit machte mich nervös. Als er schließlich vor mir und neben seinem Vater stand, reichte seine Mutter mir die Hand 'Hi schön dich kennen zu lernen. Mein Name ist Kelly McVey.' 'Die Freude ist ganz meinerseits. Ich heiße Nadja Kampes'

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