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 "Ich stelle ihnen dieses Angebot nur einmal. Sie haben nur eine Chance." Der Mann in dem dunklen Anzug mit den grauen Haaren beugte sich leicht vor. Die stämmigen Männer hinter ihm verzogen keine Miene. "Ich biete ihnen alles, was sie wünschen, wenn sie mir einen Wunsch erfüllen."

Der Mann vor ihm in dem hohen Lehnsessel beugte sich nun auch nach vorn. "Können sie ihn mir ausliefern?"

"Kinderspiel." Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Mannes aus. "Wir wissen bereits, wo er sich befindet. - Sie müssen nur einstimmen, dann bringe ich ihnen das, was sie haben wollen."

Der Mann im Lehnsessel lehnte sich wieder zurück und faltete seine Hände. "Verlockend. - Doch was sind ihre Bedingungen?"

"Wir wollen sie." Der grauhaarige Mann lehnte sich nun auch zurück und verschränkte seine Arme vor der Brust. Er wusste, wie er jemanden überreden konnte. Er wusste, wo die Menschen ihre Schwächen hatten.

"Da kann ich ihnen nichts versprechen. - Sie wird heute Abend auf dem Ball sein."

"Ist das ein Deal?" Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Anzugträgers aus.

"Ja, das ist er."

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Am Nächsten Abend stand Joven pünktlich um 19 Uhr vor der Tür meines Hotelzimmers, um mich für den Ball abzuholen. Sein Anzug saß perfekt. Novalee hatte gute Arbeit geleistet. Mit staunendem Blick musterte er mich von oben bis unten. "Du siehst wunderschön aus..." Sofort wurde er rot und auch ich merkte, wie meine Wangen zu glühen begannen.

"Wollen wir?" Ich hakte mich bei ihm unter und zusammen gingen wir hinunter in die Hotellobby um mit dem Teleporter zum Anwesen des Präsidenten zu kommen. Immer wieder warfen Joven und ich uns verstohlene Blicke zu. Wir konnten nicht anders.

In der Lobby tippte ich schnell die Koordinaten ein und schon standen wir vor der großen Villa, in die schon Massen an Menschen hineinströmten. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auch nur in die Nähe der Präsidentenvilla kommen würde." Mit großen Augen beobachtete Joven den Strom der Menschen, die unablässig in den großen Ballsaal strömten.

"Daran hätte ich vor zwei Monaten auch noch nicht geglaubt." Ich zog Joven auf das große Gebäude zu und rückte etwas näher an ihn, denn die Menschmasse wurde immer dichter, je näher wir der Villa kamen. "Warte erst einmal bis du drinnen bist!"

Als wir den Saal betraten empfing uns auch schon ein aufgeregtes Kreischen, welches nur Novalee gehören konnte. Sie kam in einem langen orangefarbenen Kleid auf uns zugerannt und warf sich in meine Arme. Das Orange bildete einen wunderschönen Kontrast zu ihren hellblauen Haaren, die sie zu einem lockeren Knoten trug. Als sie sich von mir löste, wandte sie ihren Blick sofort zu Joven, der sie ein wenig misstrauisch musterte. "Du bist also Joven." Ein breites grinsen breitete sich auf Novas Gesicht aus.

"Und du musst diejenige sein, die sich Nachts heimlich in mein Zimmer schleicht um meine Kleidergröße herauszufinden." Ich musste mir ein Kichern verkneifen und auch Novalee schien nicht wirklich zu wissen, was sie sagen sollte. "Jedenfalls, schön dich kennen zu lernen." Mit einem breiten Grinsen reichte Joven Novalee seine Hand.

"Dann wünsch ich euch beiden mal viel Spaß, ich muss noch die anderen Gäste begrüßen. - Ich hab so keine Lust darauf!" Novalee warf die Arme in die Luft und marschierte an uns vorbei direkt auf einen Mann in einem Marineanzug zu.

"Ist sie immer so ... exzentrisch?" Joven nahm meine Hand in seine und wir schritten langsam auf die Mitte des Saales zu.

"Sie kann echt aufgedreht sein. - Kein Wunder, wenn man den ganzen Tag alleine in einer gigantischen Villa verbringt." Ich warf einen kurzen Blick auf Joven und unsere Augen trafen sich. Sofort stieg ihm eine leichte Röte ins Gesicht und auch meine Wangen fühlten sich warm an.

Ups, I did it again...Lies diese Geschichte KOSTENLOS!