Kapitel 3

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*Adam's Sicht*( FantasyGirl61 )

Kapitel 3

,, Aufstehen! Die Erstsemester Inizianten haben sich sofort in den Esssaal zu gebeben!" Es waren diese sanftmütigen Worte meines Vaters, die mich weckten. Gähnend schlug ich die Decke zur Seite und sprang auf. Ich holte meine Trainingskleidung, die über einem Stuhl hängte, der an einem Tisch stand. Ich zog die Shorts über meine Boxershorts und ging ins Bad. Da putzte ich meine Zähne. Warum war ich Heute so verdammt hibbelig?! Ich hatte gar keinen Grund dazu. Schliesslich musste ich diese Woche die Erstsemester Inizianten führen. Das einzige gute daran, war, dass ich dann erst um 6:00 aufstehen musste. Tyson und die anderen hatten jetzt Spezialtraining. Ich spülte meinen Mund aus und betrachtete mich kurz im Spiegel. Ich fuhr mir kurz durch das braune Haar und ging dann zurück ins Zimmer von Tyson und mir. Nur die Mädchen hatten Einzelzimmer. Eigentlich hätte ich auch lieber ein Einzelzimmer, aber die Jungen waren natürlich so robust, dass sie ihr Zimmer teilen konnten. Ich klopfte ein paar mal einen ungleichmässigen Takt auf meinem Bauch, dann zog ich auch noch mein Shirt an. Meine Schuhe zog ich gar nicht erst an, da das 'Frühstück' fünf Minuten dauerte. Ich öffnete die Zimmertür. Draussen war es gespenstisch Still. Dieses Jahr hatten wir vierzig Neulinge, deswegen hatten wir vier Trainingsgruppen. Eine leitete Ich, eine mein Dad, die andere Mr. Pike und die vierte Mr. Sheldon. Ich fragte mich wirklich, was Sheldon mit seinen Schülern machen wird. Schliesslich besiegte ich ihn schon mit sieben Jahren. Auf dem Weg zum Esssaal begegnete ich keiner Menschenseele. Das war irgendwie unheimlich. Im Essenssaal war nur einer der grossen Holztische besetzt. Da sassen 'meine' Erstsemester Inizianten und unterhielten sich aufgeregt. Nun trugen auch sie den gleichen Trainingsanzug, wie alle anderen. Als ich eintrat, verstummten sie und sahen mich neugierig an. Seit wann waren denn die schon hier? Die gaben sich echt grosse Mühe. Auch Ally war dabei. Aber bei meinem Glück, war das ja klar. Die anderen Gruppen waren wohl schon weg. Ich nickte ihnen kurz zu und ging zum Tresen. Da empfing mich schon der Koch, von dem eigentlich niemand den Namen wusste. Er klatschte mir ein Spiegelei und ein vertrocknetes Stück Brot auf den Teller. Oh Gott, wie mir diese Spiegeleier schon aus dem Hals raushingen... Ich packte meinen Teller und setzte mich an den Tisch, der am weitesten von den Erstsemester Inizianten entfernt war. Zuerst herrschte Stille, doch dann flüsterten sie sich Dinge zu. Ich konnte mir schon Denken, dass sie über mich redete. schnell verschlang ich mein Frühstück. Nachdem ich mein Essen gegessen hatte, stand ich auf und stellte mich vor den Tisch der anderen Inizianten. Alle waren entweder noch am Brot, oder am Spiegelei. Sie sahen auf. ,, Wir müssen los." Sagte ich. ,, Jetzt schon?! Wir haben noch nicht einmal zuende gegessen!" Sagte Ally protestierend. Mit einem vernichtendem Blick sah ich sie an. ,, Weisst du, Ally, es macht einen ziemlich unguten Eindruck, wenn ihr schon am ersten Tag zu spät kommt. Vor allem, wenn die anderen schon eine Stunde früher aufstehen mussten. Steht auf. " Wortlos gehorchten sie und kamen zu mir. ,, Jetzt gehen wir zum Trainingsplatz. " Sagte ich und ging. Ich hörte, dass sie mir folgten, drehte mich jedoch nie um. Ich führte sie durch das Labyrinth namens Kylemore Abbey und hoffte für die Erstsemester Inizianten, dass sie immer hinter mir blieben. Denn sich in Abbey zu verlaufen, kommt nie gut raus. Vor drei Jahren verlief sich ein Erstsemester Iniziant so sehr, dass wir ihn nicht fanden. Eine Woche später, fanden wir seine Leiche in den Tunneln unter Abbey. Endlich kamen wir zur Tür. Mit einem Blick auf ihre Füsse, stellte ich fest, dass sie immer noch ihre Schuhe trugen. ,, Zieht eure Schuhe aus und stellt sie neben die Tür." Befahl ich. Fragend sahen sie mich an. ,, Wahrscheinlich hat es euch schon mal jemand gesagt, aber da ihr ja anscheinend nichts kapiert, sage ich es euch noch mal. Also: eure Schuhe dürft ihr nur innerhalb vom Abbey tragen, wenn ihr Freizeit habt. Das ist die Regel, die ihr einfach befolgen müsst. " Mürrisch nickten sie. Doch schliesslich zogen sie ihre Schuhe und Socken aus. Ich öffnete die Tür ind trat hinaus. Ich seufzte schwer. Die Luft war angenehm kühl, die Sonne ging gerade auf. Sie spiegelte sich im See und zauberte rote und pinke Striemen darauf. Es sah wunderschön aus. Dann rannte ich voraus. Die anderen mir hinterher. Schon nach fünf Minuten fingen sie an zu keuchen. Ab und zu waren auch Schmerzensschreie zu hören, da unser weg durch den dicken Wald führte und er von Wuzeln übersäht war, die unglaublich an dem Füssen weh machten. Manchmal stand uns ein Baumstamm im Weg, über denn ich hinwegsprang und mich auf der anderen Seite elegant abrollte, aufstand und weiterrannte. Da ich kein keuchen mehr hörte, blieb ich stehen und sah zurück. Alle sassen mit hochrotem und verschwitzten Gesichtern auf dem Baumstamm. ,, Was soll das?!" Giftete ich sie an. ,, Wir können nicht mehr! Und Alice' Fuss ist verknickt. " Sagte Ally keuchend. Ich rannte zurück und kniete mich zu dem Mäschen hinunter, dessen Gesicht schmerzverzogen war. Ihr rechter Fuss war blau angeschwollen. Ich tippte kurz mit meinem Zeigefinger gegen ihr Fussgelenk, worauf sie scharf die Luft einsog. ,, Ich werden dich tragen. " Sagte ich kurz entschlossen. ,, Was? Nein!" Sagte Alice schnell. ,, Dann stütze ich dich wenigstens!" Widersprach ich. Wenn sie den Fuss noch mehr belastete, würde sie ihn noch brechen. Ich zog sie rauf und sie stützte sich mit ihrem rechten Bein ab. Ohne sie etwas sagen zu lassen, hob ich sie hoch und trug sie like a Braut. ,, Rennt weiter!" Sagte ich zu den anderen und sie gehorchten. Ich rannte relativ langsam mit Alice, die hoch rot war. Sie war leichter, als erwartet. Wir kamen als letzte beim Trainingsplatz an. Da waren auch schon die anderen drei Gruppen und machten irgendwelche Übungen, die vollkommen unprofessionell aussahen. Alle sahen uns verwundert an. Sie mussten schon viel über mich gehört haben. Ja Klar, der böse Adam trägt ein verletztes Mädchen. Wie aufregend. Ich brachte sie in ein grosses Zelt, in dem die Verletzten versorgt wurden. Darin befanden sich mehrere Feldbetter. Samantha, die junge Krankenschwester, sah mich neugierig an, als ich eintrat. Schon mehrere Erstsemester Inizianten lagen auf den Betten. Die Zweit und Drittstufen Inizianten hatten diese Woche Spezialtraining. Im Wald, bei den Klippen und im Meer. Da würde ich eigentlich auch gerne mitmachen. ,, Was ist passiert?" Fragte mich Samantha. ,, Sie ist hingefallen oder so. Kannst du dich um dich kümmern?" Sie nickte. Ich legte Alice auf eines der Feldbetter. ,, Danke." Sagte sie schüchtern. Ich nickte nur und ging dann raus. Meine Inizianten standen vorm' Zelt und verstummten, sobald ich raus kam. ,, Ich zeige euch jetzt alles." Sagte ich knapp und ging dann zum grossen Trainingsplatz. Da kam Mr. Pike auf mich zu. ,, Jamesson! Wo warst du?!" Brüllte er. ,, Ein Mädchen hat sich verletzt und ich habe sie her getragen." Sagte ich ruhig. Zuerst sah er mich erstaunt an, doch dann lachte er. ,, Ja klar, als ob du jemandem helfen würdest!" Wut brodelte in mir. Nur, weil ich vielleicht nicht gerade ein Gentleman und kein total netter Junge war, war ich noch lange keine Drohne, die niemandem Hilft. Drohend sah ich ihn an. ,, Ist es so unwahrscheinlich?! So unwahrscheinlich, dass auch ich, der böse Sohn vom Captain, mal helfen will?" Mr. Pike sah mich erstaunt an. Dann ging ich mit einem ,, Folgt mir!" In den hintersten Teil des Platzes. Dort fing ich mit dem einfach en Training an. Dehnen, Liegestützen, renn und so weiter. Danach sollten sie in einer bestimmten Reihenfolge auf einen Boxsack einschlagen. Meiner Meinung nach, schlugen sich meine Schützlinge recht gut, doch jemand fiel besonders positiv auf: Ally. Ich ging zu ihr hin. ,, Hast du das schon mal gemacht?" Fragte ich sie, da sie mit solcher Kraft und Sicherheit auf den Boxsack einschlug, wie ich es nie erwartet hätte. Sie blickte auf. ,, Nein." Wortlos entfernte ich mich ein wenig von ihr. ,, Macht weiter, ich muss kurz zum Krankenzelt. " Dann ging ich. Im Zelt angekommen, sah ich Alice auf dem Bett liegen, auf das ich sie gelegt hatte. Ihr Fuss war in einen weissen Verband gehüllt. Sie lag da und starrte die Decke an. Samantha kam zu mir. ,, Er ist nur angeknackt. In einer Woche sollte sie wieder am Training teilnehmen können. " Flüsterte sie, da sie Alice wahrscheinlich etwas viel schlimmeres gesagt hatte. Das tat sie immer, damit wir die Willensstärke hatten, schneller zu heilen. ,, Und Schwimmen?" Flüsterte ich zurück. Samantha seufzte. ,, Du wirst sie wohl durch den See ziehen müssen. ". Somit ging Samantha zu einem anderen Patienten, dessen rechter Arm blutete. Sollte ich zu Alice gehen? Da ein angeknackster Fuss so ziemlich das sanfteste war, was man sich beim Trainieren zulegen konnte, entschied ich mich dagegen. Ehe sie mich bemerkt hatte, ging ich wieder aus dem Zelt. Da ertönte ein lauter Gong. Essen fassen. Schnell ging ich zu meinen Schützlingen, die immer noch fleissig Trainierten. ,, Ihr könnt aufhören, es gibt Mittagessen." Erleichtert und verschwitzt folgten sie mir, als ich sie neben das Krankenzelt. da stand jetzt ein Metalltisch, auf den drei riesige Kartons standen. In einem befanden sich blaue Päckchen, das einen Würfel zusammengepresster Paste, die nach Erdnuss und Salz schmeckte. In dem zweiten Karton waren sehr viele grüne Päckchen, die seltsame Cracker enthielten. Im dritten und letzten Karton, befanden sich lauter Äpfel. ,, Ihr dürft euch von allem eins nehmen. In fünfzehn Minuten gehts weiter. " sagte ich. Alle anderen stürmten auch zu dem Tisch. da hörte ich eine mir nur allzubekannte Stimme. ,, Adam!" Brüllte sie. Alle drehten sich in die Richtung um, aus der die Stimme kam. Captain Jamesson stand am Seeufer, seiner Körpersprache nach, war er relativ nervös. Denn er strich sich mit seinen offenen Händen übers Gesicht, das vor schweiss glänzte. Wie schlimm musste die Situation sein, dass selbst mein Vater so nervös war? Ich vermutete schon, dass der 3. Weltkrieg ausgebrochen war, was jedoch ziemlich unwahrscheinlich war. Als ich zu ihm ging, überlegte ich fieberhaft, ob das etwas mit mir zu tun hatte. Doch ich kam zum entschluss, dass ich in den letzten Tagen nichts getan hatte, was meinen Vater in eine ungünstige Situation brachte. ,, Was ist los?" Fragte ich ihn, sobald ich bei ihm angekommen war. ,, Adam, Tyson ist von der Northshire Klippe gefallen. Der Rettungshubschrauber kommt nicht an ihn heran, er ist zu nahe an der Felswand." Mein Herz blieb fast stehen. Das erste mal seit langem, empfand ich etwas wie Sorge, ausser wenn ich an meine Familie dachte. Tyson war wirklich mein bester Freund. ,, Lebt er?" Meine Stimme zitterte. ,, wir vermuten, dass er es überlebt hat. Zum Glück war er schon übet der Hälfte, als er abrutschte. Aber nach dem, was mit ihm passiert ist, will keiner runter klettern und ihn holen. " Meine Entscheidung hatte ich innerhalb einer Millisekunde getroffen. Ich rannte. Ich rannte schneller denn je. ,, Pike! Jemand ist von der Klippe gestürzt!", hörte ich noch meinen Vater schreien. Zum Glück waren die Northshire Klippen nicht weit vom trainingsplatz entfernt. Der 'Weg' führte mitten durch den Wald. Als ich endich aus ihm herauskam, stand ich auf einer grossen Wiese. Etwa zwanzig Meter vor mir, war der Abgrund der Klippe. Unter ihm, war das tosende Meer. Viele Jugendliche standen da, jedoch wurden sie mithilfe SSOE Agenten vom Abgrund ferngehalten. Ein roter Hubschrauber stand nebenan, der Pilot redete gerade mit Mr. Snap, dem Sicherheitsleiter vom C.A.. Ich zwängte mich durch die Menschenmasse, bis ich vor einem Agenten stand. Ich erkannte ihn sofort. Sein Name war Patrick Mellark, er war ein guter Freund meiner Mutter gewesen. ,, Adam! Du musst hier bleiben!" Sagte er, als er mich erblickte. Mir war es egal, wie nett, oder wie unschuldig er war. Immoment zählte nur Tyson. Ehe Patrick überhaupt ahnen konnte, was ich tun würde, schlug ich ihm mit voller kraft in den Genital Bereich, woraufhin er sich vor schmerzen krümmte. Bevor einer der anderen Agenten reagieren konnten, war ich beim Abgrund. Ich kniete mich hin und sah in 60 Meter tiefe. Da, direkt unter mir, lag er. Mein bester Freund war nur als dunkelblauer Fleck auf einem Felsen zu erkennen. ,, Tyson!" Brüllte ich. Keine Antwort. Ohne zu zögern, krallte ich mich am Rand der Klippe fest und schwang mich über den Abgrund. Nun hing ich also an der Klippe und krallte mich fest. ,, Adam! Hör auf mit dem Scheiss!" Schrie Patrick. Er lehnte sich über den Abgrund und sah mich, blass vor Angst, an. Da ich nicht reagierte, legte er noch einen drauf. ,, Deine Mutter hätte das nicht gewollt." Sagte er sanft. ,, Meine Mutter" schrie ich ,, ist tot!" Ich suchte mit meinen Füssen neuen Halt und kletterte so langsam hinunter. Wenn ich einen falschen Schritt machen würde, dann würde ich gleich neben Tyson landen. Dann würden wir beide sterben. Aber wenigstens nebeneinander. Ich ignorierte den eisigen Wind. Ich sah kurz hoch. Anscheinend hatten es die Agenten aufgegeben, die Kids vom Abgrund fernzuhalten, denn diese lehnte sich nun alle über den Abgrund und sahen mir angespannt zu. Bei jedem meiner Schritte, hielten sie die Luft an. Als ich nur noch etwa zehn Meter über Tyson war, sah ich nach unten. Sein Gesicht war mit roten Schrammen übersäht, ebenso, wie seine Arme und Beine. Blut quoll aus verschiedenen Wunden und sein Brustkorb trat ungewöhnlich weit hervor. Es war ein grässlicher Anblick. War er tot? War ich zu spät gekommen? Schnell kletterte ich noch die letzten zehn meter hinunter und rannte dann zu Tyson. Der Felsen, auf dem er gelandet war, war zum Glück flach und mit Moos überwuchert. Ich kniete mich zu meinem besten Freund hinunter. ,, Tyson?" Flüsterteich. Seine Lippen öffneten sich ein klein wenig. ,, Mum..." Flüsterte er. Ich schluckte hart. Seine Mutter kam bei einem Bombenanschlag auf eine Bank um. ,, Tyson, ich bins; Adam." Sofort öffnete er seine Augen. Er keuchte schwer. In seinen braunen Augen lag ein matter Glanz. ,, Hol... mich... hier weg." Keuchte er. Ich nickte und sah nach oben. Da sah ich auch die Erstsemester Iniziaten, Mr, Pike und meinen Dad. ,, Lebt er?" Brüllte Mr. Pike. Wegen der Wellen, die gegen den Felsen schlugen und des tosenden Windes, konnte ich ihn fast nicht verstehen. ,, Ja!" Brüllte ich zurück. Dem Jubel nach, der bis zu mir hinunterdrang, mussten sie mich verstanden haben. Die Wellen wurden immer höher, eine klatschte voll gegen mich, sodass ich pitschnass war und schmerzhaft umgeworfen wurde. Da wurde eine Trage an vier Seilen hinuntergelassen. Ich beugte mich über Tyson. ,, Ich tu dich jetzt auf eine Trage, sie ziehen dich hoch." sagte ich, damit er wusste, was abläuft. ,, Und du?" Krächzte Tyson. ,, Ich komme gleich nach." Sobald die Trage bei und angelangt war, hievte ich Tyson darauf. Immer darauf bedacht, ihn nicht noch mehr zu verletzen. Dann schnallte ich den Sicherheitsgurt um seine Hüfte. Ich klopfte ihm sachte auf die Schulter. ,, Alles wird gut." Mit diesen Worten reckte ich gegen den Himmel meinen Daumen nach oben. Kurz darauf, zogen sie die Trage nach oben. Viel zu langsam. In Irland kam die Flut extrem schnell. Innerhalb einer Minute, konnte das wasser bis um 3 Zentimeter steigen. Das Eiskalte Wasser reichte mir bereits bis zu den Knien, ich krallte mich an der Felswand fest. Wenn sie noch länger warten würden, würde mich die Strömung ins offene Meer ziehen. Ich schloss meine Augen und atmete schwer. Das eiskalte Wasser reichte mir bis zur Hüfte. Dies war wohl der Moment, in dem ich es akzeptieren musste. Ich rettete meinen besten Freund, aber dafür musste ich sterben. Augenblicklich sah ich meine schreiende Mutter. wie man ihr einen Dolch in den Bauch stiess. Wie Kaleb, mein Bruder, mit kleinen Schnitten am Rücken gefoltert wurde. Immer und immer wieder. Als das Wasser bereits meinen Hals erreicht hatte, wurde ich wieder in die Realität zurückgeholt. Die gewaltige Kraft der Wellen schlug mich immer wieder gegen die Felswand. Meine Glieder schienen eingefroren zu sein. Ich konnte mich nicht rühren. Die kälte des Wassers, war wie tausend Nadelstiche in die Haut. Ehe ich es verhindern konnte, flossen mir Tränen über die Wange. Ja Mum, nun würde ich dich wiedersehen. Dich und Kaleb. ,, Adam!" Diesr verzweifelte Schrei meines Vaters, liess mich nach oben blicken. Da sah ich ein rotes Seil, nur eine Armlänge über mir. Ich zwang meine Arme, sich zu heben. Nur mürrisch befolgten sie diesen Befehl. Ich sah, dass meine Haut schneeweiss war. Schnell ergriff ich mit meinen tauben Fingern das dicke Seil. Dann zogen sie mich hoch. Als ich nur noch mit meinen Füssen im Wasser war, wurde mir erst bewusst, dass ich nun gar nicht sterben würde. Wegen dem Wind würde ich ein paar mal gegen die Felswand geschleudert, was mir ein paar schmerzhafte Schrammen zubereitete. Doch das einzige, was ich spürte, war die kälte. Gerade, als ich glaubte, mich nicht mehr halten zu können,packten mich zwei Hände. Ich sah verschwommen das Gesicht meines Vaters über mir. Zu meiner überraschung, weinte er. Ich hatte meinen Vater erst zwei mal weinen sehen. Als meine Mutter und mein Bruder starben und Heute. Seine wärme, die er an mich weitergab, als er mich an sich drückte, stärkte mich. Dann sah ich ein grossgewachsener Mann über mir. Sein Haar war hellgrau. ,, Adam, können sie mich hören?" Sagte er mit lauter Stimme. Ein Arzt. Ich öffnete meine Lippen ein stück weit. ,, J - Ja." Meine Stimme war Zitternd und völlig fremd. Plötzlich überfiel mich die Müdigkeit. Ja, die ganze anstrengung machte mich wahnsinnig schlapp. Also schloss ich meine Augen. Doch als ich ein leichter Klaps auf meiner linken Wange spürte, öffnete ich sie wieder. ,, Warum schlagen sie ihn?! Er ist ein unschuldiger Junge! Warum verpassen sie ihm eine Faust?!" Schrie da mein Vater. Geschlagen? Irgendwie fühlte es sich gar nicht so an. der Arzt ignorierte diesen Kommentar meines Vaters und wendete sich dann an mich. ,, Adam, haben sie das als schmerz empfunden?" Fragte er mich. Benommen schüttelte ich meinen Kopf. ,, Wir brauchen noch einen Krankenwagen!" Schrie er plötzlich. Was war denn los? Stimmte etwas nicht? Doch ehe ich weiter darüber nachdenken konnte, fielen mir meine Augen zu. Ich verdiente etwas Schlaf. Schliesslich hatte ich gerade meinen besten Freund gerettet. Da halfen selbst die verzweifelte Rufe vom Arzt nichts. ,, Adam, sie dürfen nicht einschlafen! Bleiben sie bei mir! bei ihrem Vater! Ihren Freunden!" Schrie er. Klar blieb ich bei ihnen, aber ein bisschen Schlafen, war ja nicht der weltuntergang...

Das gleichmässige Piepsen war verwirrend. Gab es in Tysons und meinem Zimmer etwas,was piepste? Ich überlegte fieberhaft. Nein. Wenn es getickt hätte, wäre es unser nervtötender Wecker gewesen. Doch da es kein Ticken war, musste ich mich in einem fremden Zimmer befinden. Doch in welchem? Ich zwang mich, meine schweren Augenlieder zu öffnen. Als erstes erblickte ich eine weisse Wand. Da diese nicht gerade hilfreich in der Identifizierung des Zimmers war, drehte ich meinen Kopf. Dabei durchfuhr mich ein stechender schmerz. Da erblickte ich einen Bildschirm. Darauf war eine grüne Linie zu sehen, die immer im Takt eine Welle schlug. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass ich mich in einem Krankenhaus befinden musste. Da wurde mir bewusst, wie kalt es war. In diesem Moment fiel mir wieder ein, was geschehen war. Wie ich zu Tyson geklettert bin, ihn auf die Trage hievte. Wie das Wasser immer höher stieg. Wie ich immer und immer wieder gegen die Gelswand geschleudert wurde. Ich zog die Decke näher an mich. Ich drehte meinen Kopf nach vorne. Mein Blick blieb an einem Stuhl hängen. Darauf sass ein dunkelblonder Junge. Über seine Stirn zog sich eine feine Narbe. Er hatte eine Schiene über seinen Brustkorb an und neben dem Stuhl standen Krücken. ,, Tyson!" Meine Stimme hörte sich wie eine fremde an. So schwach und leise. Tyson grinste breit. ,, Endlich bist du wach. " Er nahm seine Krücken und humpelte zu mir. Ich sah zu ihm hoch. Mein ganzer Körper vibrierte vor schmerzen, vor allem mein Gesicht. ,, Sehe ich schlimm aus?" Fragte ich ihn. ,, Schlimmer als ich." Mit diesen Worten, reichte er mir ein Handspiegel, der auf dem Nachttisch neben mir lag. Mit zitternden Händen hielt ich ihn mir vors Gesicht. Tyson hatte recht: ich sah schrecklich aus. Lauter roter schrammen und blaue Flecken zogen sich über mein Gesicht. Doch eine Narbe fiel besonders auf. Sie zog sich von meiner linken Wange, bis hinter mein Ohr. Mit einem Blick auf meine Arme, stellte ich fest, dass auch die mit blauen Flecken übersäht waren. Woher all diese Flecken kamen, wusste ich nicht so genau. Wahrscheinlich, als ich wegen der Wellen gegen die Felswand gedrückt und beim raufziehen an die Wand geschleudert wurde. Den Schmerz hatte ich nicht so krass empfunden. Ich war ganz auf die Kälte konzentriert. Meine Haut war immer noch ein wenig blass. ,, Wie hast du den Sturz überhaupt überleben können?" Fragte ich Tyson, um mich abzulenken. ,, Die Ärzte sagen, dass ich verdammtes Glück hatte. Ausserdem bestand die Oberfläche des Felsens aus Algen und Schlick. Ich habe mir nur vier Rippen gebrochen und einen Wirbel in der Wirbelsäule verstaucht." Ich zwang mich zu einem Lächeln. ,, Danke." sagte Tyson dann noch. ,, Ohne dich hätte ich es nicht überlebt. Was du für mich getan hast, war... unglaublich." ,, Keine Ursache. Schliesslich bist du mein bester Freund. " Dann schloss er mich in die Arme. Jedenfalls, so gut es ging. ,, Was habe ich eigentlich?" Fragte ich noch. ,, Der Arzt meinte, dreissig Prozent deiner Haut besteht aus Narbengewebe. Aber zehn Prozent könnte auch noch von früher stammen. Und hast du eine Bauchprellung. Und du bist Unterkühlt. Und du darfst dein Bett 2 Tage lang nicht verlassen und erst wieder in einer Woche selbstständig Leben. " Oh Gott. ,, Meiner Meinung nach, sind das ein wenig zu viele Und's. " Sagte ich seufzend. ,, Finde ich auch. " Lachte Tyson. Aber das war egal, schliesslich lebten wir.

Jap, das ist wahrscheinlich das längste Kapitel, was ich jemals geschrieben habe. Und ich habe über 4 Stunden dafür gebraucht... Hoffentlich gefälltsneuch wenigstens;)

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