Kapitel 2

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Schnell und doch leise eile ich aus dem Gebäude und halte nach einem Taxi Ausschau. Zu meinem Leidwesen ist jedoch keins da, wenn man es braucht. Also beschließe ich, die Bahn zunehmen, denn ich will nur so schnell wie möglich zu den Jungs und weg von hier. Auf dem Weg zur nächsten Haltestelle rufe ich meine andere Freundin Jiwoo an, welche als letzte in unsere kleine Gruppe gestoßen ist. Gefühlte Minuten vergehen, bis sie endlich ans Handy geht. "Was ist passiert? Wo brennt es?" Hab ich schon gesagt, dass ich sehr seltsame Freundinnen habe? Wo Jia einen sofort aufheitert, ist Jiwoo immer da, dass etwas passiert ist. "Wieso", frage ich und höre, wie sie Luft holt. Okay, das wird eine längere Rede. 

"Also, Punkt eins, Jia hat mich angeschrieben und gesagt, dass du in Tränen ausgebrochen bist, auf Arbeit möchte ich hierbei hinzufügen. Punkt zwei, du rufst nie an, wenn was ist schreibst du und solltest du doch mal jemanden anrufen, ist immer was passiert. Punkt drei, ich hab eine Nachricht von zwei Küken bekommen, die sich Taehyung und Jungkook nennen. Beide meinten, dass sie dich auf eine großartige Idee gebracht haben, wobei ich Angst habe zu erfahren, was das für eine Idee ist. Brauchst du noch mehr Punkte oder sagst du mir, was passiert ist?" Bevor ich jedoch anfange, ihr von meiner Kurzschlussreaktion zu erzählen, lasse ich sie erstmal etwas Luft holen. Kaum merke ich, dass sie sich etwas beruhigt hat, setze ich an: "Also, eventuell befinde ich mich in ein paar Stunden auf dem Weg nach Amerika und werde die Jungs endlich sehen. Eventuell war das die Idee von Jungkook und Taehyung, da mein Chef erneut meinen Urlaub gestrichen hat und eventuell bin ich jetzt arbeitslos. Aber ich kann nicht mehr, ich muss sie wiedersehen, also bitte reiß mir erst später den Kopf ab." Von Jiwoo ist nichts zuhören, so still hab ich sie selten erlebt. Für einen kurzen Moment kommt mir in den Sinn, dass ich vielleicht doch einen Fehler gemacht habe und zurückkehren soll, zu meinem Arbeitsplatz, immerhin verdiene ich gut und die Jungs sehe ich eh bald wieder. Meine Zweifel werden immer größer und ich bin kurz davor, wieder zurück zugehen, doch dann ertönt Jiwoos Stimme und sie klingt erleichtert. "Endlich. Gott, ich hab schon gedacht, du wirst für immer nach der Pfeife deines Chefs tanzen. Mal ehrlich, du hast besseres verdient, also beweg dich zu den Jungs. Jia und ich schaukeln schon alles. Du brauchst eine Pause und neue Kraft, hol sie dir." 

Ich bin ehrlich überrascht von den Worten, denn ich hab mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass Jiwoo auf meiner Seite ist. "Wer bist du und wo ist Han Jiwoo? Rück sie wieder raus." Jiwoo lacht jedoch nur. Mich und meine Verwirrung scheint sie nicht ernst zunehmen. "Haru, wir haben so lange darauf gewartet, dass du endlich ausbrichst aus diesem Gefängnis, also geh zu deinem Prinzen und werde glücklich. Er braucht dich, du ihn, also stehen Jia und ich dir nicht im Weg. Und wenn du mich jetzt entschuldigst, ich muss mich weiter um meine Kunden kümmern. Grüß die Chaoten von mir und vergiss nicht, ich hab dich lieb." Auf meine Antwort wartet Jiwoo gar nicht, sondern legt sofort auf. Okay, unverhofft kommt oft und das ist echt eine Seltenheit. Das sowohl Jiwoo als auch Jia hinter mir stehen, weis ich ja, aber das sie diese Aktion auch noch gut sprechen, das ist unerwartet. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt mir allerdings nicht, denn ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich nicht mehr viel Zeit habe. Also beeile ich mich um zum Bahnsteig zu kommen, wo auch schon kurze Zeit später meine Bahn eintrifft. Ich stehe nun in dieser und blicke aus der Tür. Ich werde hier alles schon vermissen, aber es dauert ja nicht mehr lange und ich bin zurück, hoffentlich mit ihnen. 

Einige Zeit später erreiche ich mein kleines, aber wunderschönes Apartment. In diesem stecken so unendlich viele Erinnerungen, dass ich mich immer wieder freue, wenn ich nach Hause komme. Zu jeder der Erinnerungen kommen immer wieder neue dazu, so das es immer magischer wird. Nur hab ich jetzt wenig Zeit in diesen Erinnerungen zu schwelgen und so eile ich zu meinem Kleiderschrank, aus welchem ich meine kleine Reisetasche hervorziehe. Ich packe alle Sachen ein, die mir zuerst in den Blick fallen, angefangen von einer schwarzen Skinny Jeans über einen langen Pullover bis zu mehreren Garnituren Unterwäsche ist alles dabei. Meine Arbeitssachen tausche ich auch noch eben gegen ein bequemes Shirt und eine hellblaue Skinny Jeans mit Löchern um. Dann schmeiße ich auch noch wild Make Up in meine Kosmetiktasche, natürlich dürfen die Hygieneartikel wie Zahnbürste, Shampoo und ähnliches nicht fehlen. In meinem Kopf gehe ich die Liste an Sachen noch einmal durch. Letztendlich landen noch ein paar dicke Socken, mein kleiner, plüschiger Begleiter und ein gutes Buch in der Tasche, welche ich dann auch schon schließe. In mein Handgepäck kommen lediglich mein Handy, Kopfhörer und der Schlüssel zum Apartment, das ich auch schon kurz darauf eilig verlasse. Ein Blick auf mein Handy zeigt mir, dass ich nicht mehr viel Zeit habe und so hetze ich den Weg nach unten. Dieses Mal hab ich sogar vorgesorgt und mir ein Taxi bestellt, welches auch schon wartet. Der Fahrer hält mir freundlich die Tür auf und kaum sitzen sowohl er als auch ich drin, geht meine Reise los. 

Die Fahrt zum Incheon Airport kommt mir wie eine Ewigkeit vor, dabei sind es vielleicht gerade mal 20 Minuten. Meine Gefühle spielen immer mehr verrückt, je näher wir dem Ziel kommen. Sobald wir da sind, steige ich aus, bezahle den Fahrer und gehe dann in den Flughafen. Die laute Kulisse um mich herum nehme ich nicht war. Ich greife nach meinem Handy und wähle die eine Nummer. Mein Herz schlägt wie wild gegen meine Brust als der Freizeichenton ertönt, meine Hände werden feucht und ich spüre, wie die Nervosität immer stärker wird. "Yeoboseyo?" Kaum höre ich seine Stimme, fühle ich, wie die Nervosität verschwindet. "Haru hier... Ich wollte dir was mitteilen." Die lauten Geräusche im Hintergrund bei ihm verschwinden, wie es scheint, muss er noch was klären, ansonsten würde er ja genau wie die anderen schlafen. Kurz darauf höre ich, wie sich eine Türe schließt und er wendet sich wieder an mich: "Ja, was ist denn so wichtig?" Ich hole tief Luft. "Ich bin auf den Weg zu euch. Bitte sei mir nicht böse, aber ich kann nicht mehr. Ich brauche euch, ich brauche dich." Erstmal ist nichts von ihm zu hören, außer sein Atmen. Ich schließe meine Augen und hab das Gefühl, dass er vor mir steht. Wahrscheinlich hab ich ihn gerade zu überfordert. "Ich freue mich." Diese drei Worte lassen mich aus meiner Trance erwachen und ich strahle übers ganze Gesicht. Nein, wenn ich ehrlich bin, hab ich nie einen Moment daran gezweifelt, dass er sich nicht freuen würde. "Endlich kann ich dich wieder in meinen Armen halten. Endlich sind wir wieder vereint." Mit jedem weiteren Wort seinerseits schlägt mein Herz wilder, unsere Liebe ist genauso wie am ersten Tag. "Ich werde dich nie wieder gehen lassen, das verspreche ich dir." Dieses Versprechen, er wird es nie brechen, dem bin ich mir sicher. "Wann bist du da?" 

"In 14 Stunden. Die schaffen wir auch noch und dann werde ich nie wieder von deiner Seite weichen." Ich höre, wie er leise lacht und seine Lache klingt in meinen Ohren wie Musik. "Haru, ich bin gerade mehr als nur glücklich. Weist du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?" Ja... Ja, das weis ich und deswegen nehme ich alles auf mich, nur damit du glücklich ist. "Ich liebe dich auch.....






Kim SeokJin." So gar mehr als du es jemals wissen wirst. 

Danke fürs Lesen :3
By the Way, wenn ihr Fehler findet, sagt sie mir bitte. 
Eure Sijin

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