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Das Wochenende verbrachten wir in Berlin. Weit entfernt von unseren Familien und ohne Bescheid zu Sagen.
Mein Bilal war Meinung, dass wir in der Ehe viel zu selbstlos waren. Stimmt auch. Als wir Zuhause ankamen ging ich direkt unter die Dusche. Bilal ging lächelnd in die Küche und bereitete das Essen vor.
Unter der Dusche hörte ich Stimmen. „Komm rein", hörte ich meinen Mann sagen. Weiter konzentrierte ich mich auch nicht. Ich duschte zu Ende und stieg aus der Wanne. Anschließend zog ich mich schnell an und ging ins Wohnzimmer.
Ich hörte Reyhan weinen. Gonca lag in ihren Armen und sah verwundert zu ihrer Mutter. Als ich in ihre blauen Augen blickte brach etwas in mir. Sie sah so zerbrochen aus. Bilal nahm Gonca in seine Arme und ging in die Küche mit ihr.
„Abla-", schluchzte sie. „Was ist los Reyhanim" Ich sah zu ihren Koffer. Mein Handy fing an zu Klingeln. Ich las Caners Namen. „Geh nicht ran", schrie sie. Reyhan verlier ihre Beherrschung. „Tamam, ich gehe nicht ran. Bitte beruhig dich. Denk an Gonca" Mein Geruch inhalierte sie in sich. Bestimmt dachte sie an unsere Kindheit, wo sie das immer gemacht hatte.
Als sie sich beruhigte, stand ich mit ihr auf und wir betraten  das Gästezimmer.
„Geh am besten duschen beruhig dich, geh schlafen. Morgen frühstücken wir und reden in Ruhe ja?" Sie nickte mir schwach zu.
Im Wohnzimmer angekommen sah mich Bilal streng an. „Geh deine Haare föhnen", sagte er streng. „Die sind eh gleich trocken" Er seufzte.
„Iss was" Doch mir war der Appetit vergangen. „Willst du dass deine Mutter mich schlägt? Guck mal wie dünn du wieder geworden bist" Ich nahm ein Stück Pizza in die Hand.
„Ac misin teyzenin birtanesi?", fragte ich meiner Nichte. Sie jedoch lächelte nur.
Gegen 20 Uhr schlief Gonca ein und Reyhan saß mit uns im Wohnzimmer.
„Ich muss mich noch bei einem Patienten durchlesen, iyi geceler" (gute Nacht), sagte Bilal und stand auf. Ich wusste, dass er es machte damit ich mit Reyhan redete.
„Wenn ich jetzt zu meinen Eltern gehen würde, würde die einen Aufstand machen" Ich nickte. Sie würden sich zu viele Sorgen machen. „Was ist denn passiert Reyhan" Es wunderte mich nicht, dass Reyhan das Haus verließ. Es war Reyhan. Wenn sie dachte es hatte kein Sinn mehr ging sie.
„Ich möchte mich von Caner scheiden lassen, es macht kein Sinn mehr" sprach sie zitternd. „Wie kommt es dazu Reyhan? Du liebst ihn"

„Liebe allein reicht nicht.", sagte sie und schaute zu Gonca. „Vielleicht ist es für Gonca besser uns jetzt scheiden zu Lassen. Später würde sie darunter leiden." Ich sah sie verständnislos an.

„Vor einem Jahr noch hatten wir die Kriese mit unseren Eltern. Du hattest vor der Ehe mit Caner geschlafen und warst schwanger. Willst du so schnell aufgeben?", zischte ich. Sie besuchte das. Die Wahrheiten!

„Abla du verstehst das nicht" Ich sah sie an. „Er ist nur am Arbeiten. Die Frau die mir ein Dorn im Auge ist kündigt er nicht!", schrie sie. Gonca wachte auf, weswegen ich zu meiner Nichte lief, sie in den Arm nahm.

„Er liebt mich ja! Aber reicht allein Liebe? Man ich vertraue ihm nicht mehr. Zusätzlich muss ich von seiner Mutter anhören was für eine Ehefrau ich doch wäre, dass ich kein Verständnis zeige." Ich sah sie an. Ich verstand sie. Doch war eine Flucht angemessen. Es war ihr Haus. Ihre Familie.
„Wenn wir uns mit Baba oder Mama gestritten hatten, sind wir auch zu unseren Freundinnen gegangen?"

„Was ich damit sagen will, man kann alles in Ruhe klären. Und das mit seiner Mutter, du nimmst doch sonst kein Blatt vor den Mund?"

„Ich bin müde, müde um etwas zu sagen oder zu machen." Ich zuckte mein Handy raus. „Rufst du deinen Mann an oder muss ich dies übernehmen?" „du", sagte sie. Ich nickte.
„Caner" Er ließ mich nicht aus reden.

„Wo ist meine Frau, Iclal?! Sag ihr dass ich verrückt werde vor Sorgen. Wie nimmt sie ihre Sachen und verschwindet wie?!", brüllte er. Ich nahm es ihm nicht übel. Caner war loyal. Er würde Reyhan sogar nicht mal verlassen wenn sie etwas schlimmes machen würde. Dafür liebte er sie zu sehr. Dafür war er zu loyal. Reyhan verstand ich, doch an manchen Sachen war sie schwach. Anscheinend hatte sie Zuviel Druck von ihrer Schwiegermutter bekommen. Ich betrat das Schlafzimmer wo Bilal im Bett lag und mich verliebt ansah.
„Caner, kündige dieses Mädchen von der Firma. Wieso ziehst du das so sehr in die Länge?", fragte ich ihn ruhig. „Iclal, ist sie deswegen gegangen? Ich werde verrückt, Allah soll ihr Verstand geben bitte!" Ich lächelte innerlich für seine ironische Bemerkung.
„Uns allen", seufzte ich. „Ich komme jetzt", sagte er. „Nein. Du kennst Reyhan. Sie ist die Definition von Sturheit." Er atmete tief ein und aus. „Sag mir was ich machen soll Iclal"

„Am besten sie heute in Ruhe zu Lassen. Du entspann dich ebenfalls, ruh dich aus denk nach. Bleib neutral. Versetzt dich in Reyhans Lage. Und morgen zum Frühstück erwarte ich dich."

„Danke für alles Iclal", brach er raus. „Nichts zu Danken Caner", legte ich auf.

„Melegim", sagte Bilal. Er kam auf mich zu. „Du biegst alles gerade, was nicht mal du verbogen hast" Er küsste mich auf die Stirn. „Ich liebe dich so sehr, Iclalim" In seine Grünen Augen schauend fasste ich an seinen Gesicht. „Ich liebe dich auch, mehr als das" Als ich auf die Uhr schaute war es kurz vor zehn. „Du musst schlafen. Gute Nacht"

„Ich warte hier, und schlafe erst ein wenn meine Frau neben mir liegt" verschränkte er seine Arme ineinander und sah mich wie ein Kind an. Weswegen ich aus innerem lachte. Es war ein lebendiges Lachen...

...
Nach zwei Monaten kam endlich ein Kapitel. Ehrlich gesagt, hatte ich mich auf die anderen drei Geschichten konzerniertet. Zurzeit bin ich an der Geschichte Sil Bastan, übersetzt „fang von vorne an" gefesselt und es macht mir eine Menge Spaß zu schreiben. Danach kommt Mein Herz hat dich geliebt.
Beni (Sev)me neigt seit langem dem Ende zu. Doch ich war nicht bereit für ein Ende.
Bald ist es so weit.
🎈 Merve

BENI SEV'MEWo Geschichten leben. Entdecke jetzt