Das Frühstück mit Jordan war wie immer still. Ich fühlte mich unwohl, weil er mich die ganze Zeit beobachtete und selbstgefällig grinste.

Hatte er heute früh mitbekommen, dass mein Geschlecht mal wieder nach Erleichterung geschrien hat? Oh mein Gott, dass wäre so peinlich!

Schweigend beendeten wir unser Essen und dann gingen wir auf unser Zimmer. Dort zog erst ich mich in der Toilette um, dann folgte Jordan. Ich packte mein Badezeug ein und setzte mich auf das Bett. Kurz darauf kam Jordan aus der Toilette und packte ebenfalls sein Schwimmzeug in seinen Rucksack.

Er hatte sich für eine schwarze Badeshorts und ein eng anliegendes, dunkelblaues T-Shirt entschieden.

Jordan nahm seine Bettdecke, die auf dem Boden gelegen hatte und warf sie auf das Bett.

"Hast doch auf dem Boden geschlafen?", fragte ich und konnte nicht verhindern, dass in meiner Stimme einen Hauch von Kränkung mit schwang.

Jordan sah zu mir hoch und meinte dann: "Wie man's nimmt. Ich hab kaum die Nacht geschlafen"

Ich nickte, ließ es dabei aber nicht beruhen: "Warum hast du kaum geschlafen?"

Jordan wurde leicht rosa im Gesicht und drehte sich weg. "Ehm... Also... Das ist doch unwichtig!"

Ich sah ihn verwundert an. Was war den falsch daran, zu wissen, warum jemand nicht geschlafen hat?

Darauf sagte ich nichts.

Die Zeit verging quälend langsam, doch irgendwann regte Jordan sich.

"Willst du wirklich wissen, warum ich nicht geschlafen habe?", flüsterte er.

Ich nickte und fragte mich, warum zum Teufel er so leise redete.

Doch Jordan zögerte.

"Jetzt sag schon, es wird doch wohl nichts schlimmes sein", murmelte ich leicht genervt und drehte meinen Kopf zu Jordan.

Er sah auf den Boden und schien in Gedanken versunken zu sein.

"Hey, Jordan! Erzähl!" Ich packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn leicht.

Jordan schien aus einem tiefen Schlaf zu erwachen und sah mich verwirrt an. Dann schien er zu begreifen, was ich von ihm wollte und er drehte sich weg.

"Ich erzähl es dir ein anderes Mal", wich er aus und wollte aufstehen. Doch ich zog ihn an seinem Handgelenk wieder zurück zum Bett und fragte ein mal klar und deutlich: "Warum konntest du nicht schlafen? War es wegen mir?"

Ich war einfach neugierig.

Jordan schien hin und her gerissen zu sein.

Ich verstärkte den Druck um seine Handgelenke und sah ihn drängend an.

In dem Moment drückte mich eine schwere Masse auf das Bett. Jordan hatte sich über mich gebeugt und sah mich mit einem intensiven Blick an. Ich war so geschockt von der Plötzlichkeit der Situation, dass ich mich nicht bewegen konnte.

Jordan war mir so nah, ich konnte seinen Atem auf meinen Lippen spüren.

Ich atmete schnell und schwer, was würde Jordan jetzt machen? Als ich meine Stimme wieder fand und Jordan ermahnen wollte, beugte er sich weiter zu mir runter und vergrub seinen Kopf in meiner Halsbeuge.

Automatisch drehte ich den Kopf, dass Jordan besser zu meiner Schwachstelle hin kam.

Ich fühlte seinen heißen Atem auf meiner Haut und erschauderte unwillkürlich.

"Jordan...", hauchte ich mit einem Unterton, der sowohl Erregung, als auch Unsicherheit hatte spiegelte.

Noch bevor er meinen Hals und meine Schwachstelle berührte, zog er meinen Kopf an seine Lippen und flüsterte etwas in mein Ohr: "Ich werde dir nicht sagen, was mein Problem war"

Dann war er weg von mir. Im nächsten Moment hörte ich die Zimmertür schließen.

Ich lag allein und atemlos auf dem Bett. Was war da gerade abgegangen? Jordan hätte alles mögliche mit mir machen können. Und ich hätte mich nicht mal gewehrt!

Mein ganzer Körper zitterte, nicht vor Kälte oder Angst, er zitterte, weil er so unter Spannung stand. Ich setzte mich auf und fuhr mir durch das Haar.

Dann packte ich mein Schwimmzeug und ging mit Badeshorts und Shirt zum Bus. Es war Zeit, zu gehen.

Unten in der Lobby fand ich meine Freunde vor, Jordan und der Rest der Klasse war noch nicht da oder im Bus.

Viv hatte sich ein luftiges Kleid angezogen und einen kleinen Strohhut aufgesetzt. Isa hingegen hatte ein Top und eine Hotpants an. John saß neben Sam und unterhielt sich. Er hatte sich für eine bunte Karibik-Hose entschieden und ein Tank Top. Sam war mit einer grünweißen Short bekleidet und hatte ein gestreiftes Shirt an.

Ich begrüßte meine Freunde und umarmte Viv und Isa. John und Sam vertieften sich wieder in ihr Gespräch über verschiedene Sportarten und folgten den Mädchen und mir zum Bus.

In dem stickigen Wagen setzten sich Sam und John zusammen. Da fiel mir Jordan ein. Ich drehte mich zu Viv um und sah sie flehend an. "Kann ich mich nicht heute zu dir setzten?"

Viv sah mich verwirrt an, dann sah sie zu ihrer Freundin. Diese nickte, als sie mich intensiv angestarrt hatte.

Und so stand es fest. Isa ging weiter hinter zu Jordan und ich setzte mich neben Viv. Sie sah mich prüfend an, dann fragte sie, warum ich nicht neben Jordan sitzen wollte.

Ich wollte erst nicht erzählen, was gerade eben in unserem Zimmer passiert war, doch schließlich wusste sie schon von dem Kuss, deshalb begann ich stockend, zu erzählen.

Nachdem ich geendet hatte, meinte Viv: "So ein Drecksschwein!"

Ich nickte niedergeschlagen. Demnächst sollte ich mich so weit wie möglich von Jordan fern halten.

Die Fahrt verging nach dem Gespräch lockerer und Viv erzählte mir etwas über sich und ihre Familie. Wir konnten die Stunde gut verbringen und kamen früher am See an, als wir erwartet hatten.

Die Sonne war jetzt schon hoch und brannte heiß auf uns nieder.

Viv, Isa, John, Sam und ich suchten uns einen Platz im Schatten und breiteten unsere Handtücher aus. Der See war menschenleer, ausgenommen unsere Klasse.

Ich zog mir sofort mein Shirt aus und überredete John, mit mir ins Wasser zu gehen.

Die Flüssigkeit war schön kühl und erfrischte ungemein.

Der Vormittag wurde Mittag und bald setzte ich mich wieder auf mein Handtuch um mich zu trocknen.

Dabei kreisten meine Gedanken immer um die Situation in unserem Hotelzimmer.

Was hatte Jordan vor gehabt?

Warum konnte er nicht schlafen?

War ich der Grund?

Love me, Boy!Lies diese Geschichte KOSTENLOS!