35

2.4K 242 107

Jungkook PoV

Still flossen die Tränen über meine Wangen. Ich wollte sie stoppen, konnte jedoch nicht.

Taehyungs Worte, meine Worte, meine Handlungen gingen mir nicht aus dem Kopf.

Ich hatte ihn von mir gestoßen! Ich hatte ihn mit meinen Worten verletzt!

Mein erster Instinkt war, ihm hinterher zu rennen und in meine Arme zu ziehen, ihm zu sagen, dass ich es nicht so gemeint habe. Aber um dies tun zu können, sollte ich mir erst einmal bewusst werden, was ich denn am liebsten zu ihm sagen würde!

Ich hoffe es geht ihm gut...

Jungkook! Es geht ihm nicht gut! Du hast doch gesehen, wie er gegangen ist!

Natürlich habe ich das... Sollte ich hinterher gehen? Das kann ich nicht bringen!

Ich sah auf ein Bild von uns beiden auf meinem Schreibtisch. Wir grinsten beide in die Kamera, während wir mit einer Wasserbahn fuhren. Daran zurückdenkend, musste ich unweigerlich lächeln, auch wenn meine Tränen nun noch stärker meine Wangen hinunter liefen, da ich die alten Zeiten einfach vermisste.

Es war so ein schöner Tag.

Ich stand auf und lief zur Tür. Meine Hand griff fast automatisch nach der Türklinke, wollte sie runterdrücken, doch ich stoppte.

Kann ich ihm wirklich hinterher gehen? Wir sind beste Freunde! Mehr nicht!

Sind sich beste Freunde wirklich so nah?

„Sind sie durchaus! Sie teilen alle Geheimnisse miteinander. Haben denselben Geschmack in verschiedenen Dingen und können immer miteinander lachen.", rief ich laut aus, mit einem offensichtlichen verzweifelten Unterton in der Stimme.

Aber berühren sie sich auch so, wie ihr es getan habt?

Ich nickte, die Stimme in meinem Kopf hatte Recht.

Küssen sich beste Freunde so... leidenschaftlich?

Ich spürte ein Kribbeln auf meinen Lippen. Dieser Kuss war meiner Meinung nach einer der besten in meinem Leben. Ich möchte seine Finger wieder fühlen, wie sie meinen Körper erkunden, sanft über meine Seiten streichen oder sich in meinen Haaren vergruben.

Ich seufzte. Die Situation zwischen mir und Taehyung wird sicher angespannt sein.

Stumm lief ich zu meinem Bett, setzte mich darauf. Ich versuchte die aufkommenden Bilder von Tae und mir zu ignorieren, doch es gelang mir nicht. Mit ihnen kam auch erneut der Streit in meinen Kopf. Die Tränen suchten sich erneut den Weg in meine Augen und bevor ich es verhindern konnte, schluchzte ich erneut auf.

Ich liebe Tae doch! ... Wie einen Bruder.

Ich schloss meine Augen, vielleicht wird Schlaf mir gut tun. Doch einen Gedanken bekam ich selbst in meinen Träumen nicht aus meinem Kopf.

Sollte ich mir eingestehen, dass ich Taehyung nicht wie einen Bruder sah?

Ein Handyklingeln ließ mich aufschrecken. Wo bin ich?

Suchend sah ich mich um, griff nach meinem Handy und drückte auf ‚Anrufannahme', ohne überhaupt zu schauen, wer mich in den frühen Morgenstunden meinte, mich nerven zu müssen.

„Hallo?"

„Hallo!", ertönte die besorgte, aber wache Stimme Lisas, „Wo bist du?"

Verwirrt sah ich umher. „Zu Hause, wieso?"

„Weil wir seit zwei Stunden Unterricht haben und weder Tae, noch du da sind!"

„WAS?! Ich bin unterwegs! Danke Lisa! Ich... bis später!", rief ich noch, sprang aus meinem Bett und rannte umher, um mich so schnell wie möglich fertig für die Schule zu machen. Das würde eindeutig Ärger geben und darauf konnte ich gut und gerne verzichten.

Während ich meine Zähne putzte und mein Spiegelbild betrachtete, fiel mir auf, wie ich mich von Lisa verabschiedet hatte. Ich konnte kein ‚Ich liebe dich' loswerden, es fühlte sich schlecht an, nachdem ich sie gestern so... hintergangen habe.

Gott sei Dank hatte ich keine Kopfschmerzen, wir hatten ja nicht allzu viel getrunken, was mich aber auch erschreckte. Wir waren nicht betrunken, höchstens ein bisschen angetrunken und lockerer drauf. Wie ist es nur zu... zu dieser Situation gekommen?

Ich schluckte, sah dann einen kleinen Fleck auf meinem Hals.

Wie ist der denn da hingekommen?!

Lisa darf dieses... Liebesmal niemals entdecken!

Taehyung muss mir helfen! ... Auch wenn es von ihm ist.

Ich zog schnell meine Klamotten an und lief mit meinem Rucksack zur Tür. Doch als ich diese öffnete und hinaus treten wollte, fiel mir ein Körper entgegen. Nicht nur einer, es war Taehyung. Erschrocken sah er zu mir auf.

Hatte er im Sitzen vor meiner Tür geschlafen?

„Taehyung..."


Written by: lgella

Ich hoffe es hat euch gefallen... Auch wenn es gerade ein bisschen dramatisch zugeht! 😊 Bis zum nächsten Kapitel!
😊

boyslove [taekook]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt