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"Jetzt... verdammt, jetzt warte doch mal! Jennie!", schrie Taehyung fast durch die gesamte Shoppingmeile und kämpfte sich durch die Leute durch, die ihm mit ihren tausend Tüten den Weg zu seiner wütenden Freundin versperrten.

Vollkommen ratlos saß ich währenddessen immernoch auf der Bank und sah meinem besten Freund dabei zu, wie er immer mehr und mehr in der Menschenmenge versank, bis ich ihn letztendlich garnicht mehr erblicken konnte und ich wohl oder übel nun selbst zu meiner Freundin blicken musste.

Lisa stand vor mir, haute zum Glück nicht so ab wie Jennie, doch andererseits wäre es mir doch lieber gewesen, wenn sie auch abgezischt wäre, dann hätte ich jetzt kein Problem.

Oder zumindest hätte ich dann das bevorstehende Problem hinauszögern können.

"Tut mir Leid", murmelte ich nach einigen Sekunden, hob meinen Kopf zu ihr an und seufzend ließ sie ihre Schultern fallen.

"Du hättest, oder bessergesagt ihr hättet von Anfang an sagen sollen, dass ihr keine Lust auf unsere Idee habt", meinte sie und mit einem unangenehmen Gefühl drehte ich mich wieder in die Richtung, in der Taehyung verschwand.

Kurze Stille herrschte, ehe ich ebenfalls tief ausseufzte und letztendlich aufstand.

"Ich weiß. Es tut mir Leid", entschuldigte ich mich noch ein zweites Mal und legte meine Hand an die Schulter der Blondhaarigen.

"Dafür spendier ich dir ein Eis, okay?", mit einem Lächeln versuchte ich diese hoffnungslose Situation schließlich zu retten und so gutmütig Lisa auch war, ließ sie sich darauf ein und gab mir ein Lächeln zurück.

"Ach du... Na dann komm. Aber ich will drei Kugeln", war für sie die vorherige Aktion schon vergessen und dafür war ich ihr mehr als nur dankbar.

"Von mir aus kannst du auch zehn haben. Darauf kommts jetzt nicht mehr an", entgegnete ich und schon gingen wir zusammen in die andere Richtung, um zur dieser Eisdiele, die wir vorhin sahen, zu gelangen.

Was Tae gerade machte oder ob er Jennie noch erwischte, das weiß der Geier.

Manchmal tat er mir ja schon Leid mit seiner Freundin, da sie echt extrem reizbar war im Gegensatz zu Lisa.

Sie war eher ruhig, verständnisvoll, nett und überhaupt nicht nachtragend.

Vermutlich liebte ich sie deshalb auch.

Aber war das wirklich diese Liebe, von der jeder immer sprach?

Unterbewusst verlangsamte ich meinen Gang, sah auf die Pflastersteine vor mir.

Lisa ging still neben mir her ohne dabei auch irgendwie an meiner Schulter zu kleben oder meine Hand in ihrer zu halten.

Ich fühlte mich wohl.

Wohler als wenn wir so enganeinander gequetscht durch die Öffentlichkeit zogen.

Und das nannte Liebe?

Irgendwie war das in allen Filmen die ich bisher gesehen habe immer anders.
Dort wollten die Pärchen ja kaum mehr voneinander weichen.

Etwas war hier falsch.

"Jungkook?".

Sofort blitzte mein Schädel wieder in die Höhe und ich drehte mich nach links, sah, wie Lisa sich bereits an der Eisdiele anstellte und ich nicht mal merkte, dass wir hier überhaupt schon angekommen waren.

Sogleich ging ich zu ihr und lächelnd schlug sie mir gegen die Schulter.

"Du bist auch die ganze Zeit am Tagträumen, hm?".

Written by jeoonssi

boyslove [taekook]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt