Schließlich hatte es in all den Jahrhunderten zuvor auch immer wieder den ein- oder anderen Dämonenjäger gegeben, der sich der Sache hätte annehmen können. Doch Stefan und vielleicht auch andere waren davor zurück geschreckt.....

Das Wetter war schlecht, es regnete leicht. Das schöne Herbstwetter ging also endgültig zu Ende.

Doch Jonas achtete nicht darauf, statt dessen fiel sein Blick auf den Platz über dem Eingang......

Vor Erleichterung nahm Jonas am Rand eines der aufgestellten Blumenkübel statt. Der Platz über dem Eingang war leer, so wie dies bereits seit über einem Jahr der Fall war. 

„Der Dämon ist nicht zurück gekehrt,“ dachte Jonas. „Ich habe wirklich schon halb damit gerechnet, dass er mit rot glühenden Augen am hellichten Tag da oben stehen und auf mich herab blicken würde. Vielleicht war es wirklich nur ein Zufall, dass es diesen Sturm am Jahrestag gegeben hat? Vielleicht hat Ingo recht, und ich habe Paranoia?“

Der Regen wurde stärker und Jonas stand wieder auf. Außer ihm befanden sich noch zwei Frauen, die Pudel an der Leine führten, sowie ein Herr im Alter seines Vaters auf dem Vorplatz der Kirche.

Die beiden Frauen zogen ihre Hunde hinter sich her, offenbar hatten sie es eilig, ins Trockene zu kommen.

Der Mann hingegen blickte, genau wie Jonas zuvor, zum Haupteingang der Kirche, dann drehte er sich um und starrte ihn wütend an und machte einen Schritt auf ihn zu.

Jonas wollte ihn bereits ansprechen, aber der Mann machte auf dem Absatz kehrt und eilte davon, schnell bog er in eine Straße ein.

„Hat der mich wirklich gerade angesehen, als wolle er mir den Hals umdrehen?“, dachte Jonas. Vielleicht sollte er dem Mann folgen?

Doch als er in die Straße ein bog, in der der Mann verschwunden war, sah er ihn nicht mehr. Mehrere Leute eilten dort mit Regenschirmen entlang.

Jonas betrat ein Geschäft, in dem Anzüge verkauft wurden und sah sich um. Doch der Mann war nicht zu sehen. Hier war er also nicht.

„Das ist alles so seltsam. Erst glaube ich, dass ein Dämon zurück kehrt und dann glaube ich, dass mich ein vollkommen Fremder wütend ansieht! Warum sollte er das? Er kennt mich doch gar nicht. Vielleicht war er nur einer von diesen Leuten, die dauernd schlecht gelaunt sind. Und nach dem Sturm und bei dem Wetter ist das ja auch kein Wunder,“ dachte Jonas und erreichte kurz darauf seinen Wagen. Er beschloss, Julia zu besuchen.

Nach dem unerfreulichen und doch irgendwie auch erleichternden Besuch an der St. Andreas Kirche schloss Jonas kurz darauf seine Freundin in die Arme.

„Schön, dass du noch vorbei kommen konntest,“ sagte Julia. „Nach dem Sturm gestern brauche ich ein paar Streicheleinheiten!“

Jonas nickte. „Ich auch. Irgendwie war das Ganze merkwürdig. Ich bin vorhin sogar zur Kirche gefahren, um zu sehen, ob der Dämon wieder da ist! Ich weiß, das klingt verrückt. Aber.....“

„An den musste ich gestern auch denken. Aber er war doch nicht da, oder? Der ist ein für allemal verschwunden?“, fragte Julia unruhig. 

„Nein, diese Statue stand nicht mehr da! Ich hab mich da  in irgend etwas verrannt. Ingo meint, ich würde mir was einbilden. Trotzdem war es ein sehr denkwürdiger Jahrestag!“, beruhigte Jonas seine Freundin. „Und so ein Mann hat mich richtig böse angestarrt!“

„Dich böse angestarrt? Kanntest du ihn?“, erkundigte Julia sich besorgt.

„Nein, ich hab den noch nie gesehen! Wahrscheinlich habe ich mich da auch geirrt. Aber ich bin ihm sogar noch ein Stück nach gegangen, hab ihn aber nicht mehr gefunden. Wenn er wütend war, dann hatte das bestimmt nichts mit mir zu tun. Ich hab ihm auch nicht den Parkplatz oder so weg geschnappt,“ antwortete Jonas, als sein Handy klingelte.

Julia beobachtete besorgt, wie Jonas während des Gesprächs blass wurde. „Gerrit? Du sagst dieser Sturm war...ungewöhnlich? Kein normaler Sturm? Rötliches Flimmern....nein, es ist schon in Ordnung, dass du es mir sagst. Das ist besser so....Versuch dir nicht zu viele Sorgen zu machen....“

Jonas beendete das Gespräch. „Gerrit meinte, dass dieser Sturm etwas sehr unheimliches an sich hatte. Die Luft hätte so rötlich geflimmert. Anders konnte er es auch nicht erklären. Irgendwie dämonisch.....“

Julia stockte der Atem und in ihrem Magen bereitete sich ein ungutes Gefühl aus. „Könnte Gerrit sich....geirrt haben? Er ist manchmal ein wenig....nervös...“

Jonas schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht und du auch nicht. Was solche Dinge angeht, täuscht er sich wahrscheinlich nicht. Es war ihm wirklich unangenehm und er hat eine Weile überlegt, ob er es mir überhaupt sagen soll. Was es zu bedeuten hat, weiß er ja auch nicht. Und er macht sich immer Sorgen, dass seinetwegen jemand Arbeit hat. Das müssen wir ihm wirklich irgendwann mal abgewöhnen und in dem Fall war es ja mehr als richtig, dass er Bescheid gibt.“

„Aber was war das nur für ein Sturm? Ich weiß mir wirklich keinen Rat mehr,“ sagte Julia leise und Jonas umarmte sie. „Wir müssen es abwarten! Vielleicht kommt nichts mehr nach....

Doch daran glaubte er nicht wirklich und er sah Julia an, dass auch sie ihre Zweifel hegte.

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