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Mein Wecker schallte mir nervtötend durch die Ohren und zwang mich schließlich dazu, aus meinem gemütlichen Schlaf zu kommen.

Es war Montag und ich hatte keine andere Wahl, als mich mühsam aufzurichten und mich für die Schule fertig zumachen.

Vorteil aber war, dass meine Schule fast direkt neben meinem Wohnblock war und so gut wie mein gesamter Alltag eigentlich eh am Schulgelände stattfand.

Jap. Ich war gefangen in einem Internat und das nur, weil ich in den Augen meiner Eltern zu schlechte Noten schrieb und sie dachten, dass ich hier mehr gefördert werden konnte, um eines Tages mal einen guten Job zu haben und nicht so wie sie, die das Geld jahrelang zweimal umdrehen mussten.

Naja. Im Endeffekt war es zwar nicht so, doch ich brachte gute Leistungen auf, um meinen Abschluss dieses Jahr zu schaffen, denn dann durfte ich wieder nach Hause.

Zurück nach Busan, meiner Heimatstadt.

Nicht sonderlich erfreut war ich, als mich meine Eltern hier reinsteckten, doch im Nachhinein seh ich es positiv.

Ich hab Taehyung kennengelernt, der das selbe Schicksal teilen musste wie ich, nur mit dem Unterschied, dass er aus Daegu stammte.

Eigentlich habe ich viele neue und vorallem auch nette Leute getroffen, doch Taehyung stach von Anfang an aus der Menge heraus und somit lernten wir uns immer näher kennen.

Er wohnte ja im Wohnheim sogar gegenüber von mir und da er eine Playstation und ich eine X-Box besaß, ging es noch schneller mit unserer Freundschaft.

Mit Taehyung zocken, mit Taehyung abhängen, mit Taehyung in die Stadt, mit Taehyung saufen und mit Taehyung nachts vom Wohnheim ausbrechen, um die ruhige Stadt genießen zu können.

Daraus bestand mein Alltag der letzten zwei Jahre und viel geändert hatte sich auch nicht wirklich daran, bis auf dass bei den ein oder anderen Aktivitäten Lisa und Jennie dabei oder Tae und ich jeweils mit ihnen alleine waren.

In Sachen Beziehung und Liebe waren mein bester Freund und ich noch schlechter als in Chemie und somit dauerte es auch erst einige Zeit, bis wir dann mit den Mädels zusammenkamen.

Um ehrlich zu sein, Lisa und Jennie haben jeweils den ersten Schritt gemacht, denn wir hätten niemals etwas zu ihnen gesagt aber das tat nun ja nichts mehr zur Sache.

Wir steckten bereits mitten in der Beziehung drinnen, ohne auch wirklich je gewusst zu haben, ob man genau das eigentlich wollte.

Ohen je nachgedacht zu haben, was man wirklich fühlte.

Wir waren dumm, naiv.

Zwei Typen, siebzehn Jahre alt und in ein Gesellschaftsmuster gesperrt, in dem sich nunmal Adam und Eva den Apfel teilten und sonst niemand.

Doch Tae und ich waren glücklich mit unseren Freundinnen, dachten wir jedenfalls.

Unsere Freundschaft aber setzten wir immer vor alles und jedem.

"Bros before hoes"

Dies war unsere goldene Regel, nachdem wir uns eines Nachts in dem Stadtpark trafen und wir beide an diesem Tag auch ebenfalls mit zwei Mädchen aus unserer damaligen Klasse zum ersten Mal erfahren durften, wie und was genau Sex war.

Wir vernachlässigten uns nie wegen irgendwelchen Weibern, doch als ich heute morgen an seiner Tür klopfte, fing es bei unserer ach so goldenen Regel allmähnlich an, dass das Gold offensichtlich immer mehr und mehr runterblätterte.

Written by jeoonssi

boyslove [taekook]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt