2.03. Der nette Polizist

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(Fortsetzung Kapitel 2.00)

Die Dusche tat ausgesprochen gut!

Der junge Officer - er erwartet dich vor dem Bad - biegt jetzt mit dir links in das Büro ab. Das ist die letzte Tür vor dem Windfang mit den zwei hintereinander angeordneten Schwingtüren. Die beiden Türen besitzen - wie vieles im Gebäude - den Charme der sechziger Jahre. Du bist erleichtert und froh, nicht zurück in das stinkende, schwarze Loch - in die dreckige Zelle - zu müssen. Leicht gebückt, um nicht wieder mit dem Türrahmen zu kollidieren betretet ihr das etwa 40 Quadratmeter große Büro. Police Officer Sarangs und zwei weitere Schreibtische befinden sind rechter Hand. Auch hier gibt es ein Nebenraum. Im Gegensatz zu Ma'am Papillios Büro ist es aber nur ein Raum. Der kleine Nebenraum ist eigentlich eine abgetrennte Ecke des Büros.
Die Tristesse der Wände und der Einrichtung ist ähnlich der im Büro von Ma'am Papillio. Auch hier weisen die Wände Wasserränder in den Bodenbereichen auf. Die blass-kalte grüne Pastellfarbe und der Putz sind an vielen Stellen rissig, löchrig oder fehlen ganz.
Zwei scheinbar außen vergitterte Puppenstubenfenster befinden sind hinter den Schreibtischen. Die Scheiben bestehen - nach amerikanischer Art - aus waagrechten, ca. 15 Zentimeter hohen, milchigen Lamellen aus Glas.
Es stehen brusthohe Akenschränke mit großen Schubladen an den Wänden links, also gegenüber den Schreibtischen. Einige Schubläden sind aus den Führungsschienen gesprungen und hängen nun auf halb Acht und lassen sich nicht mehr schließen. Akten und Papier quellen heraus. Im Bereich der Wasserränder, sind die Akenschränke stark angerostet. Du siehst durch einige Rostlöcher, gelbes Papier und Akten mit Wasser- und Stockflecken. Der Anblick lässt dir den muffigen Geruch von feuchtem Papier gegenwärtig werden.

In einer Ecke des Büros eine niedrige Sitzgruppe aus Bambusrohr. Tisch, Bank und zwei Stühle.
Der quatratische Tisch hat eine Glasplatte, die Sitzgelegenheiten flache dünne Sitzkissen.

Police Officer Sarang beendet 'Counter Strike' auf seinem Laptop und klappt den zu. Er begrüßt dich nochmal freundlich und bittet dich, neben seinem Schreibtisch Platz zu nehmen: "Wir haben '3 in 1 Kaffee', wollen Sie frisches Pandesal oder anderes Backwerk vom Bäcker kaufen?"
Mit einer lässigen Handbewegung deutet der freundliche Polizist auf den Polizeischüler. Der steht immer noch - mit dem Handtuch in der Hand - im niedrigen Türrahmen.

"Äh, ja klar, natürlich", deine überaschte Reaktion.
Du kramst umständlich das Portemonnaie aus der Hosentasche und legst dem lächelnden jungen Mann 300 Piso in die hohle Hand. Der ist sofort verschwunden.

Sarang holt zwei Tassen vom Nebentisch und bereitet heißes Wasser. Aus dem Schreibtisch holt er zwei 'Kopiko Brown' Tütchen. Ihr reißt die Tüten auf, gebt den Kaffee in die Tassen und das siedende Wasser dazu. Sarang rollt die kleine Tüte und rührt damit den Kaffee um. Du tust es ihm gleich.

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Neben der Bürotür hängen Wandbehänge. Auf der rechten Seite ein Plakat aus Kunststoff - vollflächig an die Wand geklebt - mit senkrechten und waagrechten Skalen in Inch. Die Null küsst den Betonfußboden. Im Hintergrund des Plakates blass das Logo der 'Philippine National Police' und darunter 'Tugalm City'.

Links das gleiche Poster welches du flüchtig im Flur wahrgenommen hast. Es warnt vor der Droge Shabu. Die unmittelbare Wirkung und die fatalen Langzeitschäden für den Konsumenten werden tabellarisch gelistet. Aber auch die Folgen für die Familien, das soziale Umfeld und für die philippinische Gesellschaft, werden beschrieben.

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Sarang bemerkt dein Interesse am Shabu-Poster: "Damit haben wir echte Probleme."

"Von Drogen habe ich wirklich keine Ahnung, Sir", antwortest du kopfschüttelnd.

"Haben Sie jemals Shabu oder andere Drogen genommen?"

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