Vom Feuer geküsst

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Disclaimer: Der folgende Text ist dient rein der Unterhaltung. Es ist nicht beabsichtigt, die Rechte von Unternehmen und/oder Personen zu verletzen, die an der Produktion der hier erwähnten Serien und Bücher ("Game of Thrones"/ "Das Lied von Eis und Feuer", "Avatar - der Herr der Elemente") beteiligt sind.

Inhaltswarnung: Sex, Kink/BDSM, Knife Play, Blood Play

***
Der Blick des Volanteners war Jon Schnee schon früher aufgefallen. Seit er Janos Slynt hingerichtet hatte, verfolgten ihn die finsteren Blicke seiner Brüder noch mehr als sonst. In Zukos goldenen Mandelaugen schimmerte allerdings noch etwas anderes. Jon musterte das Brandmal, das sich über seine linke Augenpartie und Schläfe ausdehnte.
Pyp riss Jon aus seinen Gedanken. „Mylord, wollt Ihr mit uns essen? Zuko, rück rüber, mach Platz für Jon!"
Jon hätte nichts lieber getan. Nein, ermahnte er sich. Diese Zeiten sind vorbei.
„Ein andermal," log der Lord Kommandant und klopfte Pyp auf die Schulter.

Jon kehrte in seine Gemächer zurück und hängte Gurt und Mantel an den Haken. Er ließ sich aufs Bett fallen und zog die Handschuhe aus. Geist machte sich auf dem Teppich davor breit. Jons Finger waren steif und kalt. Er ballte die rechte Hand zur Faust und öffnete sie wieder. Als er Lord Mormont vor einem Wiedergänger gerettet hatte, war sie verbrannt. Ein dunkelrotes Narbengewebe umhüllte seine Finger und schlängelte sich bis zum Handgelenk hoch.

Jons Gedanken schweiften zu Zuko und seiner Narbe. Der Junge aus Volantis war eines Tages in Ostwacht aufgetaucht, an Bord eines Schmugglerschiffes und bereit das Schwarz anzulegen. Nach allem was Jon wusste, hatte sich Zuko freiwillig für die Nachtwache entschieden.
„Für die Ehre" soll er betrunken gemurmelt haben, als er von Deck ging. Jon fragte sich, ob Zuko noch immer so viel auf Ehre gab, nachdem er Wiedergängern ins Auge geblickt hatte.

Als Jon noch in Winterfell gelebt hatte, war ihm der Gedanke wie sein Onkel Benjen Stark ein
Bruder der Nachtwache zu werden, fast verlockend vorgekommen. Damals war er ein grüner Junge und Tote, die zum Leben erwachen bloß Märchen der Alten Nan.
Töte den Jungen, damit der Mann geboren werden kann, hallte es in seinem Kopf - Maester Aemons Worte, bevor er mit Sam nach Altsass aufgebrochen war.

Neben Jons Füßen streckte sich Geist, rollte sich zusammen und döste. Jon fand noch keine Ruhe. Er ging auf und ab, wühlte durch Berge aus Pergament und Karten. Er beschloss zwei Briefe zu schreiben, einen an Ser Denys und einen an Cotter Peik. Beide hatten ihn um mehr Männer gebeten. Grenn und Pyp schickte er nach Ostwacht an der See, Owen, Zuko und ein paar der Rekruten zum Schattenturm.

Jon erinnerte sich an die Worte seines Vaters: Ein Lord mag die Männer unter seinem Befehl lieben, aber er kann nicht ihr Freund sein. Eines Tages muss er vielleicht über sie zu Gericht sitzen oder sie in den Tod schicken. Die Feder lag schwer in Jons Hand und als es daran war, den zweiten Brief zu schreiben, verkrampfte er. Sein Vater und seine Brüder waren tot, seine Schwestern fort, Ygritte war in seinen Armen gestorben, Sam hatte er nach Altsass geschickt und nun würden ihn auch Grenn, Pyp und die anderen verlassen.
Jon zwang sich weiter zu schreiben. Als er die Feder beiseite legte und sich umsah, schauderte er. Selten war ihm sein Zimmer so düster und beklemmend vorgekommen.

Plötzlich stand eine Wache in der Türschwelle und räusperte sich. Dahinter sah Jon einen schlanken Mann. Sein schwarzes Haar hing ihm strähnig übers Gesicht.
„Störe ich?" fragte Zuko.
„Nicht im Geringsten!"
Zuko nahm vor Jons Tisch Platz, zwei Becher mit gewürztem Wein in den Händen. Jon nahm dankbar einen großen Schluck und winkte die Wache raus.
„Ihr hattet mir aufgetragen im Jadekompendium zu lesen", begann der Junge aus Volantis, der
immer finster dreinblickte. Er beherrschte die Gemeine Zunge makellos, nur sein Akzent verriet, dass er aus einer der freien Städte stammte. Das Buch hatte Maestor Aemon für Jon dagelassen.
Jon nickte und lehnte sich zurück.
„In dem Buch ist die Rede von Azor Ahai. Lichtbringer war sein Schwert. In der Schlacht brannte die Klinge so heiß wie Feuer und brachte das Blut eines Gegners zum Sieden. So etwas wäre sehr nützlich im Kampf gegen die Anderen."
Die Rote Frau sah in Stannis den wiedergeborenen Azor Ahai, was dieser mit seinem Schwert zu manifestieren versuchte. Während der Hinrichtung von Manke Raydar hatte es so hell wie ein Blitz geleuchtet.
„Leider ist Stannis' Schwert nichts dergleichen," stellte Zuko fest. „Es ist kalt."
Der Volantener sah sich im Zimmer um, als wollte er sicher gehen, dass sie allein waren. Dann rückte er mit dem Stuhl näher heran und beugte sich über den Tisch.
„Mylord, es ist nicht Stannis. Aber ich weiß, wer der wahre Azor Ahai ist!"
Jon verschluckte sich fast.
„Ich habe keine Zeit für Seemannsgarn, Zuko!"
Die Wände hatten Ohren, es war gefährlich so über den König zu sprechen.
„Sie heißt Daenerys Targaryen," flüsterte Zuko. Töte den Jungen, schoss es Jon durch den Kopf. „Und warum sollte das einen geschworenen Bruder der Nachtwache etwas angehen?"
Zuko zuckte zusammen.
„Sollte es nicht. Es tut mir Leid, Mylord." Der Volantener erhob sich. „Soll ich gehen?"
Daenerys Targaryen. Jon erinnerte sich daran, dass Maester Aemon Rhaegars Schwester erwähnt hatte.
„Bleib," hörte er sich sagen. „Vielleicht ist dein Wissen nützlich."

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