Prolog

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ACHTUNG: Es wird dringend empfohlen zu erst Teil 1 und Teil 2 zu lesen: https://www.amazon.de/Unser-Licht-gegen-Dunkelheit-Narbensohn-ebook/dp/B07LB7LBC8/ref=tmm_kin_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1547576657&sr=8-2 - Auf Amazon zu lesen unter "Narbensohn - Unser Licht gegen die Dunkelheit". Teil 2 Erscheint Februar 2019. Wir freuen uns auf eure Unterstützung!


„Anna", sagte Markus zu seiner Tochter, die im Wohnzimmer auf dem Teppich vor dem Sofa mit ihren Puppen spielte. Sie hob ihren Kopf und sah ihn aus ihren großen, hellen Augen an. Ihre goldblonden Haare waren zu zwei Zöpfchen gebunden.

„Gleich kommt Onkel Balthasar zu Besuch, freust du dich?"

Sie sagte nichts, sondern blickte ihn nur weiter an und nickte, sodass die Zöpfchen wippten. Sie war so süß. So unfassbar süß. Sein kleines Mädchen.

„Wenn er hier ist, setzt du dich wieder zu ihm auf den Schoß. Du weißt ja, dass er sich da sehr drüber freut und du willst ihm doch eine Freude machen, oder?"

Markus lehnte sich zu seiner Tochter herab, stützte seine Hände auf die Knie und lächelte sie an.

Anna nickte wieder.

„Und du willst deinen lieben Papa nicht enttäuschen, richtig?"

Sie sah hinab zu ihrer Puppe und strich über die gelben Kordeln, die das Haar darstellen sollten. Anna schüttelte ihren Kopf.

„Braves Mädchen", lobte er sie und tätschelte erst ihren Kopf, ehe er seine Fingerspitzen über ihre rosa Wange bis zu ihrem zierlichen Hals streichen ließ. Dort ließ er sie einen Moment verharren und betrachtete ihr kindliches, unschuldiges Gesicht. Sie war so bildschön. So begehrenswert. Sein Daumen fuhr über ihre Unterlippe und er schluckte hart.

Es klingelte an der Tür und Markus blinzelte, als wäre er gerade aus einem Tagtraum erwacht. Er erhob sich und ging in Richtung des Flurs. Doch bevor er diesen betrat, blieb er noch einmal stehen und legte seine Hand an den Türrahmen. Mit den Fingern trommelte er ein paar Mal darauf herum, ehe er sich mit einem schmallippigen Lächeln zu seiner Tochter drehte.

„Denk daran, mein Schatz, wenn du nicht brav bist und auf mich hörst, dann tu ich Mama weh. Und das ist dann deine Schuld. Hast du das verstanden?"

Annas kleine Finger fassten fest um ihre Puppe, die sie kurz darauf an ihre Brust drückte. In ihren kugelrunden Augen spiegelte sich Angst, als sie ein weiteres Mal nur stumm nickte. 

Wut brodelte in Markus auf. Er ballte seine Hand zur Faust. Hatte sie ihre Zunge verschluckt? Sie sollte aufhören, immer nur zu nicken und ihren Mund aufmachen!

„Antworte mir", verlangte er mit zusammengepressten Zähnen.

„Ja, Papa", ließ ihr glockenklares, engelsgleiches Stimmchen sein Herz aufblühen und somit allen Zorn verrauchen. Er lächelte.

„Ich liebe dich, mein Schätzchen", sagte Markus, ehe er seinen Weg fortsetzte und nun durch den Flur zur Haustür ging. Er hatte Balthasar jetzt lange genug warten lassen. Als er die Tür öffnete, musste er nach oben sehen, um die blauen Augen seines Freundes zu finden. Der Kerl war einfach ein Riese und mit seiner ruhigen Art, seiner dominanten Ausstrahlung und der tiefen Stimme, war er respekteinflößend. Markus fand, dass es zu weit gehen würde, von angsteinflößend zu sprechen, doch es kam zumindest nah heran. Er würde ihn lieber nicht wütend machen wollen. Ihre Frauen waren zusammen zur Schule gegangen und seitdem gute Freundinnen. Durch sie hatte er auch Balthasar kennengelernt und mit der Zeit hatte er sich mit dem Polizisten angefreundet, auch wenn ihre Welten vollkommen unterschiedlich waren. Während er in diesem kleinen, mittelständigen Haus wohnte und alles Geld dafür hergab, seine bettlägerige Frau zu versorgen und zu pflegen, suhlte sich Balthasar als reicher Erbe in Luxus. Markus konnte nicht leugnen, dass ihre Freundschaft manchmal von Neid überschattet wurde. Obwohl er seit vier Jahren endlich etwas hatte, auf das Balthasar sehnsüchtig blickte: eine kleine Tochter.

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