Black hearts Ausschnitt

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Hektisch lief ich durch den dunklen Keller. Ich hatte solche Angst. Und ich konnte es niemandem erklären. Keiner konnte auch nur annähernd nachvollziehen, wie es war, wenn ich vor mir selbst Angst hatte. Wenn ich versuchte, vor mir selbst wegzulaufen. Ich war mir ständig auf den Fersen. Und dann kam dieses Gefühl zurück.

Ich wollte das nicht! Mach, dass es aufhört! Ich merkte, wie das Dunkel in mir meine Seele umarmte und das Schwarze von ihr auf mein Unterbewusstsein abfärbte. Wie Farbe von einem frisch gemalten Bild. Kaum jemand konnte begreifen, wie es war, sich selbst zu hassen. So zu hassen, dass man sterben möchte. Aber wenn das hier das Leben war, wie war dann die Hölle? Eine Träne lief über meine Wange. Wahrscheinlich schliefen bereits alle. Schließlich war es schon spät.

Plötzlich vernahm ich ein Kichern aus einem der Gänge. Er war nur schwach beleuchtet, aber ich erkannte zwei Personen, die sich eng an die Wand drückten. „Thomas, komm schon, wir müssen zurück. Wenn Leo merkt, dass ich schon wieder weg bin, rastet er aus", hörte ich eine piepsige Stimme sagen.

Ich spürte, wie dieses Gefühl meinen Hals emporstieg. Wie die Dunkelheit meine Moral und meine Liebe einfach erwürgte. Ich fing an zu humpeln, als hätte ich mich verletzt, und schlenderte auf die beiden zu. Der Junge, der das Mädchen zuvor noch küssend gegen die Wand gedrückt hatte, löste sich von ihr und sah mich an.

„Ist alles okay?", fragte das Mädchen besorgt.

Ich schluckte, in ständiger Versuchung, den heraufkriechenden Dämon wieder hinunterschlucken zu können. Aber der Hunger breitete sich aus, und ich merkte, wie er sich über meine Menschlichkeit legte. Mittlerweile war das Mädchen auf mich zugekommen und hatte eine Hand auf meine Schulter gelegt.

„Sie nur, was du aus mir gemacht hast!", dachte ich fluchend, während ich langsam die Klinge zückte.

Black Hearts *Leseprobe*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt