Gesehen - unvorhergesehen ✔️

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PER ANORDNUNG DER GROSSINQUISITORIN VON HOGWARTS

Alle Schüler, bei denen das Magazin Der Klitterer gefunden wird, werden der Schule verwiesen.

Obige Anordnung entspricht dem Ausbildungserlass Nummer 27.

Unterzeichnet:
Dolores Jane Umbridge, Großinquisitorin

Jedes Mal, wenn Mine's Blick auf einen dieser Aushänge fiel, strahlte sie aus irgendeinem Grund vor Vergnügen.
„Worüber freust du dich eigentlich so?", fragte Harry.
„Ach, Harry, verstehst du denn nicht?", seufzte Mine.
„Das Beste, was sie tun konnte, um absolut sicherzustellen, dass auch noch der Letzte hier in dieser Schule dein Interview liest, war, es zu verbieten!", erklärte ich.
Und es schien, als hätten Mine und ich vollkommen Recht.
Am Ende des Tages hatte man zwar nirgends in der Schule auch nur einen Fetzen des Klitterers gesehen, doch alle zitierten sich gegenseitig Passagen aus Harry's Interview.
Ich hörte sie darüber flüstern, wenn wir uns in die Schlangen vor den Klassenzimmern einreihten, die diskutierten das Interview beim Mittagessen und während des Unterrichts in den hinteren Reihen und Mine berichtete sogar, sie sei vor Alte Runen kurz mal aufs Klo gegangen und dort hätten sämtliche Mädchen in den Kabinen darüber geredet.
„Dann haben sie mich gesehen und natürlich wissen sie, dass ich dich kenne, also haben sie mich mit Fragen bombardiert.", erzählte sie Harry mit leuchtenden Augen. „Und Harry, ich denk, die glauben dir, ich bin sicher, du hast sie endlich überzeugt!"
Unterdessen pirschte Professor Umbridge durch die Schule, hielt aufs Geratewohl Schüler an und verlangte, dass sie ihre Bücher vorzeigten und ihre Taschen ausleerten.
Ich wusste, dass sie nach dem Klitterer suchte, doch die Schüler waren ihr im einige Schritte voraus.
Sie hatten die Seiten mit Harry's Interview verzaubert, so dass sie nun Auszügen aus Schulbüchern ähnelten, wenn jemand anderer sie las oder sie wurden auf magische Weise gelöscht, bis man sie später erneut ansehen wollte.
Bald schien es, als hätte buchstäblich jeder Mensch in der Schule das Interview gelesen.
Den Lehrern war es natürlich durch den Ausbildungserlass Nummer 26 verboten, das Interview zu erwähnen, dennoch fanden sie Möglichkeiten, ihrer Meinung dazu Ausdruck zu verleihen.
Professor Sprout erkannte Gryffindor 20 Punkte zu, als Harry ihr eine Gießkanne reichte; ein strahlender Professor Flitwick drückte ihm am Ende von Zauberkunst eine Schachtel quiekender Zuckermäuse in die Hand, machte »Schhh!« und eilte davon; und Professor Trelawney brach in Wahrsagen in hysterisches Schluchzen aus und verkündete der perplexen Klasse und der sehr missbilligend dreinblickenden Umbridge, dass Harry nun doch keines vorzeitigen Todes sterben würde, sondern bis ins hohe Alter leben, Zaubereiminister werden und zwölf Kinder haben würde.

Am nächsten Morgen, in der Pause, erzählten uns Harry und Ron was gestern bei ihnen im Schlafsaal passiert war.
Wir wollten absolut sichergehen, dass niemand mithören konnte.
Wir standen in unserer gewohnten Ecke des kühlen und windigen Hofs und Harry erzählte uns jede Einzelheit des Traums, an die er sich erinnern konnte.
Das Bode versucht hat die Waffe zu stehlen.
Das Avery einen Fehler gemacht hatte und Rookwood es jetzt wieder gut macht.
Als er geendet hatte, war es still.
„Deshalb haben sie ihn umgebracht.", sagte Mine leise. „Als Bode versucht hat, diese Waffe zu stehlen, ist ihm etwas Merkwürdiges passiert. Ich glaube, es müssen Defensivzauber auf ihr liegen oder im sie herum sein, damit die Leute sie nicht berühren können. Deshalb war er im St. Mungo, er war völlig durcheinander im Kopf und konnte nicht reden. Aber wisst ihr nicht, was uns die Heilerin gesagt hat? Er war dabei, zu genesen. Und dass er sich erholen würde, konnten sie nicht riskieren, oder? Ich schätze, was immer da passiert ist, als er die Waffe berührte, hat einen Schock ausgelöst und den Imperius-Fluch aufgehoben. Er hätte doch gleich erklärt, was er getan hatte, wenn er seine Stimme wiedergewonnen hätte, oder? Man hätte gewusst, dass er geschickt worden war, um die Waffe zu stehlen. Natürlich wäre es ein Leichtes für Lucius Malfoy gewesen, ihn mit dem Fluch zu belegen. Ist doch ein ständiger Gast im Ministerium, nicht wahr?"
„Er hat sich dort sogar rumgetrieben an dem Tag, als ich meine Anhörung hatte.", sagte Harry. „Im – wart mal...", sagte er langsam. „Er war an diesem Tag im Korridor zur Mysteriumsabteilung! Dein Dad meinte, er hätte wahrscheinlich versucht, sich runterzustehlen und rauszufinden, was in meiner Anhörung los war, aber was, wenn –"
„Sturgis!", japste Mine und schien wie vom Donner gerührt.
„Wie bitte?", fragte ich verwirrt.
„Sturgis Podmore –", sagte Mine atemlos, „verhaftet, weil er sich Zugang durch eine Tür verschaffen wollte! Lucius Malfoy muss auch ihn gekriegt haben! Ich wette, er hat es an dem Tag getan, als du ihn dort gesehen hast, Harry. Sturgis hatte Moody's Tarnumhang, ja? Nun, könnte es nicht sein, dass er an der Tür Wache gestanden hat, unsichtbar, und dass Malfoy gehört hat, wie er sich bewegte – oder vermutet hat, dass jemand da ist – oder den Imperius-Fluch einfach aufgrund der vagen Möglichkeit ausgeübt hat, dass eine Wache da sein könnte? Als nun Sturgis die nächste Gelegenheit hatte – vermutlich bei seinem nächsten Wachdienst –, versuchte er, in die Abteilung zu kommen und die Waffe für Voldemort zu stehlen – leise, Ron –, aber er wurde erwischt und nach Askaban gebracht..."
Sie blickte Harry an.
„Und jetzt hat Rookwood Voldemort erklärt, wie er die Waffe kriegen kann?"
„Ich hab nicht das ganze Gespräch gehört, aber es klang ganz danach.", sagte Harry. „Rookwood hat dort mal gearbeitet... vielleicht wird Voldemort jetzt Rookwood schicken, um die Sache zu erledigen?"
Mine nickte, offenbar immer noch ihren Gedanken nachhängend.
Dann, ganz unvermittelt, sagte sie: „Aber du hättest das überhaupt nicht sehen dürfen, Harry."
„Was?", sagte er bestürzt.
„Mine hat Recht. Du sollst eigentlich lernen, wie du deinen Geist vor solchen Dingen verschließt.", sagte ich.
„Das weiß ich.", entgegnete Harry. „Aber –"
„Also, ich denke, wir sollten einfach versuchen, das, was du gesehen hast, zu vergessen.", sagte Mine entschieden. „Und du solltest dich bei Okklumentik von nun an ein bisschen mehr anstrengen."
Die Woche verging...
Wir saßen gerade beim Abendessen und unterhielten uns, während Harry bei Sev wieder Unterricht hatte.
Plötzlich hörten wir Schreie aus der Eingangshalle.
Wir sahen uns an, standen auf und rannte los.
Professor Trelawney stand inmitten der Eingangshalle mit ihrem Zauberstab in der einen und einer leeren Sherryflasche in der anderen Hand und sah vollkommen durchgedreht aus.
Ihr Haar sträubte sich, ihre Brille saß schief, so dass ein Auge stärker vergrößert war als das andere; ihre unzähligen Schals und Tücher flatterten ihr kunterbunt von der Schulter und man hatte den Eindruck, sie würde aus den Nähten gehen.
Neben ihr auf dem Boden lagen zwei große Koffer; einer war umgestülpt und sah ganz danach aus, als wäre er hinter ihr die Treppe hinuntergeworfen worden.
Professor Trelawney starrte offenbar voll Entsetzen auf Professor Umbridge.
„Nein!", kreischte sie. „NEIN! Das kann doch nicht wahr sein... ich kann nicht... ich weigere mich, dies hinzunehmen!"
„Sie haben nicht erkannt, dass dies geschehen würde?", sagte Umbridge. „Zwar sind Sie nicht einmal imstande, das Wetter von morgen vorherzusagen, aber Sie müssen doch wenigstens erkannt haben, dass Ihre jämmerliche Leistung während meiner Inspektion und das Ausbleiben jeglicher Verbesserung es unvermeidlich machen würden, dass man Sie entlässt!"
„Das – k-können Sie nicht tun!", heulte Professor Trelawney und hinter ihren gewaltigen Brillengläsern hervor strömten ihr Tränen übers Gesicht. „Sie k-können mich nicht entlassen! Ich b-bin seit 16 Jahren hier! H-Hogwarts ist mein Zuhause!"
„Es war Ihr Zuhause.", sagte Professor Umbridge und ich beobachtete angewidert, wie ihr Krötengesicht vor Vergnügen breiter wurde, als sie zusah, wie Professor Trelawney haltlos schluchzend auf einen ihrer Koffer niedersank. „Bis vor einer Stunde, als der Zaubereiminister Ihre Entlassungsorder gegenzeichnete. Nun entfernen Sie sich freundlicherweise aus dieser Halle. Sie sind eine Zumutung für uns."
Doch sie selbst blieb stehen und sah mit einem Ausdruck hämischen Vergnügens zu, wie Professor Trelawney sich schaudernd und stöhnend und von Weinkrämpfen geschüttelt auf ihrem Koffer vor und zurück wiegte.
Von links hörte ich ein unterdrücktes Schluchzen und ich wandte mich um.
Lavender und Parvati, die Arme umeinandergeschlungen, weinten leise.
Dann hörte ich Schritte.
Professor McGonagall hatte sich von den Umstehenden gelöst, marschierte geradewegs auf Professor Trelawney zu und klopfte ihr energisch auf den Rücken, während sie ein großes Taschentuch aus ihrem Umhang zog.
„Hier, nehmen Sie, Sybill... beruhigen Sie sich... putzen Sie sich damit die Nase... so schlimm, wie Sie glauben, steht es nicht... Sie werden Hogwarts nicht verlassen müssen..."
„Ach, tatsächlich, Professor McGonagall?", sagte Umbridge mit tödlicher Stimme und trat ein paar Schritte vor. „Und mit wessen Autorität behaupten Sie dies...?"
„Mit der meinen.", sagte eine tiefe Stimme.
Die eichenen Portaltüren waren aufgeschwungen.
Schüler, die davorgestanden hatten, machten hastig Platz, als Dumbledore im Eingang erschien.
Er ließ die Tür hinter sich weit offen und schritt durch den Kreis der Zuschauer auf Professor Trelawney zu, die tränenverschmiert und zitternd an der Seite von Professor McGonagall auf ihrem Koffer saß.
„Mit der Ihren, Professor Dumbledore?", sagte Umbridge mit einem besonders unangenehmen leisen Lachen. „Ich fürchte, Sie verkennen die Lage. Ich habe hier –", sie zog eine Pergamentrolle aus ihrem Umhang, „eine Entlassungsorder, die von mir und dem Zaubereiminister unterzeichnet ist. Gemäß dem Ausbildungserlass Nummer 23 hat die Großinquisitorin von Hogwarts die Befugnis, jeden Lehrer zu kontrollieren, auf Bewährung zu setzen und zu entlassen, der ihr – und das heißt mir – nicht den Leistungsanforderungen des Zaubereiministeriums zu entsprechen scheint. Ich bin zu dem Urteil gekommen, dass Professor Trelawney nicht den Erwartungen entspricht. Ich habe sie entlassen."
Zu meiner außerordentlicher Überraschung lächelte Dumbledore unbeirrt weiter.
Er sah hinab zu Professor Trelawney, die immer noch schluchzend und würgend auf ihrem Koffer saß und sagte: „Sie haben natürlich vollkommen Recht, Professor Umbridge. Als Großinquisitorin haben Sie durchaus die Befugnis, meine Lehrer zu entlassen. Sie haben allerdings nicht die Autorität, Sie des Schlosses zu verweisen. Ich fürchte.", fuhr er mit einer höflichen kleinen Verbeugung fort, „dass die Macht hierzu immer noch beim Schulleiter liegt und es ist mein Wunsch, dass Professor Trelawney weiterhin auf Hogwarts leben möge."
Professor Trelawney stieß ein kurzes, wildes Lachen und einen kaum zu überhörenden Hickser aus.
„Nein – nein, ich g-gehe, Dumbledore! Ich w-werde Hogwarts verlassen und mein Glück anderswo s-suchen –"
„Nein.", sagte Dumbledore scharf. „Es ist mein Wunsch, dass Sie bleiben, Sybill."
Er wandte sich an Professor McGonagall.
„Dürfte ich Sie bitten, Sybill wieder nach oben zu geleiten, Professor McGonagall?"
„Natürlich.", sagte McGonagall. „Stehen Sie auf, Sybill..."
Professor Sprout kam aus der Menge heraus eilends herbei und nahm Professor Trelawney's anderen Arm.
Gemeinsam führten sie sie an Umbridge vorbei und die Marmortreppe hoch.
Professor Flitwick lief hurtig hinter ihnen her, den Zauberstab vor sich ausgestreckt.
Er quiekte: „Locomotor Koffer!" und Professor Trelawney's Gepäck hob sich in die Luft und folgte ihr die Treppe hoch, Professor Flitwick hinterdrein.
Professor Umbridge stand stocksteif da und starrte Dumbledore an, der immer noch wohlwollend lächelte.
„Und was.", sagte sie in einem Flüsterton, der in der ganzen Eingangshalle zu vernehmen war, „machen Sie mit ihr, wenn ich einen neuen Wahrsagelehrer ernenne, der ihre Räumlichkeiten benötigt?"
„Oh, das wird kein Problem sein.", sagte Dumbledore freundlich. „Wissen Sie, ich habe bereits einen neuen Wahrsagelehrer gefunden und er wird Räumlichkeiten im Erdgeschoss vorziehen."
„Gefunden –?", sagte Umbridge schrill. „Sie haben einen gefunden? Darf ich Sie daran erinnern, Dumbledore, dass gemäß Ausbildungserlass Nummer 22 –"
„ – das Ministerium das Recht hat, einen geeigneten Kandidaten zu ernennen, falls – und nur falls – der Schulleiter nicht in der Lage ist, einen zu finden.", sagte Dumbledore. „Und glücklicherweise kann ich behaupten, dass ich in diesem Falle Erfolg hatte. Darf ich Sie einander vorstellen?"
Er wandte sich dem offenen Portal zu, durch das nun nächtlicher Nebel hereinwaberte.
Ich hörte Hufgetrappel.
Ein erschrockenes Murmeln ging durch die Halle und wer der Tür am nächsten stand, zog sich überstürzt noch weiter zurück, wobei manche in ihrer Hast, dem Neuankömmling den Weg frei zu machen, stolperten.
Aus dem Nebel kam ein Gesicht, dass ich schon einmal in einer dunklen, gefährlichen Nacht im verbotenen Wald gesehen hatte: weißblondes Haar und verblüffend blaue Augen; Kopf und Oberkörper eines Mannes, der mit dem Pferdeleib eines Palominos verwachsen war.
„Dies ist Firenze.", verkündete Dumbledore heiter der vom Donner gerührten Umbridge. „Ich denke, Sie werden ihn für geeignet halten."

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So... hier ist das letzte Kapitel...

Ich fahre am Samstag los in Urlaub und deswegen poste ich jetzt noch mal ein Kapitel.
Bis zum 22. Juli werden keine Kapitel kommen, weil ich sehr viel im Urlaub mit meiner Familie unternehmen werde.
Ab dem 23. Juli fange ich wieder an zu schreiben...

Kommis sind erwünscht ⬇️⬇️⬇️☺️

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Urlaub oder schöne Ferientage 👋🏻

Herz2310❤️

Harry Potter 5 / FF (Abgeschlossen)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt