74:Harry

714 42 0


Treffen Nummer Vier steht heute an. Seit einigen Wochen treffe ich mich wirklich mit Tristan. Meist machen wir etwas außerhalb von London. Das letzte mal waren wir Minigolfen. Davor saßen wir in einem Autokino. 

Tristan steht auf solche alten Sachen. Das erste Treffen haben wir Nachts gehabt. Ich habe ihn von der Arbeit abgeholt und dann sind wir ans Meer gefahren. Ich bin ehrlich gesagt überrascht das Tristan so ruhig ist.

Er liebt Fotos und hat Drei Bilder von Lia in seiner Wohnung hängen. Allesamt Kunstwerke die sie ausschließlich für ihn gemacht hat. Was wir heute machen ist mir noch nicht bewusst. 

Ich parke bei der Klinik und dann heißt es warten. Ich schaue auf mein Handy, nichts neues. Lia weiß als einzige das ich mit Tristan mich treffe und sie schweigt wie ein Grab. Sie behält generell alles für sich.

Als jemand an mein Fenster klopft schaue ich auf. Tristan grinst. Ich öffne ihm die Beifahrerseite und er steigt ein. "Und was machen wir heute?" Fragt er und schnallt sich an. "Wir fahren zu mir." Sage ich und er nickt.

"Okay. Ich habe Hunger." Ich lache. "Pizza und Cola wird dir reichen müssen." Er nickt. "Alles gut bei dir?" Ich nicke. "Ja, bin nur immer wieder erstaunt wie Lia tickt." Tristan lächelt. "Da bist du nicht der einzige." 

Ich schaue ihn an. "Was war eigentlich damals als sie Fünfzehn war?" Tristan lacht. "Sie war voller Power und Energie. Sie hatte ein Sinn in ihrem Leben gefunden, er hieß Marco. Die beiden waren das Paar. 

Nach Drei Jahren zerstörte er es. Lia lag im Koma und die ganze Arbeit war umsonst. Wir hätten sie vorerst entlassen können. Doch durch ihn viel sie ins Koma. Danach brauchte sie ein Künstliches Herz."

Ich schlucke. "Das ist scheiße." Er nickt. "Ja, Lia hat es sehr bereut und hat sich selbst dafür fertiggemacht. Es gab nichts was wir tun konnten. Sie war einfach nicht mehr sie selbst. Du hättest sie sehen müssen bevor sie mit Marco zusammen kam."

"Erzähl mir davon." Er lächelt. "Ich war noch in der Ausbildung als Lia zu mir kam. Sie war immer Glücklich. Hat gelacht und sie plauderte über Gott und die Welt. Über einen Typen aus der Oberstufe den sie mochte, keine Ahnung wie der hieß.

Sie war einfach glücklich. Sie verteilte Lebensfreude. Doch das änderte sich nach und nach. Sie wurde immer kühler,verschlossener, sprach nicht mehr über die Schule. Sie verschwieg den Ärzten das sie Blut spuckte. Nur durch einen Zufall fanden wir es raus. 

Dann kam sie mit abgeschnittenen Haaren einmal aus der Schule, mit blauen Flecken. Irgendwann ist dann Dr. Collins in die Schule und konnte sich davon selbst Überzeugen das sie gemobbt wurde. Nicht von den Jungs, nur von den Mädchen. 

Dann wurde sie vorerst Privat Unterrichtet. Ihre Eltern und besonders ihr Vater machten sich sorgen. Umso älter sie wurde desto kühler wurde sie und dann passierte das mit Marco. Sie ist daran Zerbrochen. 

Nach den Koma war sie nicht mehr die selbe. Seit dem war sie abwesend, in Gedanken oder einfach zu schwach für alles. Erst als das mit den Briefen anfing, ging es ihr besser. Wir alle haben es ihr gegönnt. 

Doch wir standen vor einer schweren Entscheidung. Es war nach der OP wo du dabei warst. Wir alle wurden gefragt ob es sich noch lohnt Lia am Leben zu halten. Wir wollten sie nicht aufgeben. 

Doch wir hatten eine lange Liste von Kranken Kindern. Somit beschlossen wir das wenn sie bis ende diesen Jahres kein Spenderherz hat, wir sie einschlafen lassen. Wir konnten nicht länger warten. Für Lia wäre es nicht gut gewesen und für uns auch nicht. 

Dann kam dieser Anruf. Es war ein Krankenhaus in Manchester. Sie hatten ein Herz, es passt zu Lia. In diesem Moment sah ich das erste mal Dr. Collins lächeln. Er sagte zu und dann ging er zu Lia. Sie war in diesem Moment so wie ich sie kannte. 

Briefe von Liam PayneLies diese Geschichte KOSTENLOS!