48:Lia

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Liam kniet vor mir. Zwei Wochen sind vergangen und heute sind die ersten Versuche ohne Sauerstoffmaske und ohne Hilfsmittel zu laufen. Einfach nur zwei Stangen zwischen den ich hin und her laufe. Tristan hinter mir und Liam vor mir. 

Ich fühle mich bescheuert, weil ich nichts alleine hinbekomme. Ich kann mich anziehen, aber nur die Oberteile. Bei der Hose und den Schuhen bin ich überfordert. Ich traue mich noch zu wenig. Ich will nichts machen was am ende mir noch schadet.

Ich schaue zu Liam. Er hilft mir dabei mir eine Sport Leggings anzuziehen. Ich fühle mich bescheuert. Als er sie bis zu den Knie hochgezogen hat, packt er mich an der Taille, zieht mich hoch. Er zieht die Leggins bis nach oben und ich halte mich an seinen Schultern fest.

"War doch halb so schlimm." Ich brumm bloß. "Trotzdem ist es peinlich das mir jemand beim anziehen helfen muss. Ich kann ja nicht mal alleine ins Bad. Ich weiß, ich sollte glücklich sein und das bin ich auch, aber ich wäre trotzdem gerne mehr selbständig." 

Liam lächelt und setzt mich in den Rollstuhl. "Bist du doch. Du kannst alleine essen, dich obenrum anziehen und deine Hausarbeiten schreiben. Alles andere kommt mit der Zeit." Ich nicke. 

Damit geht es zur Physiotherapie. Tristan grinst schon als er uns sieht. "Heute geht es ans eingemacht. Ich hoffe du hast deinen Übungen brav gemacht." Ich nicke. Damit halte ich mich an Zwei Holz Stangen fest und ziehe mich hoch. 

Sobald ich stehe, hält mich Tristan an der Hüfte fest. "So und jetzt machst du einen Schritt nach vorne." Ich hebe meinen Fuß und mache den ersten Schritt nach vorne. Dann folgt der Zweite. "Für den Anfang nicht schlecht. Noch einen Schritt." 

Liam lächelt und steht am Ende der Stangen. Er lächelt mir zu und hält die Schritte mit seinem Handy fest. Ich gehe weiter und knicke beim Dritten Schritt fast weg. "Mach langsam. Wenn du eine Pause brauchst dann nimm sie dir auch. Wir wollen keinen Marathon laufen." 

Ich nicke und atme tief durch. Mit den nächsten schritten laufe ich langsam aber sicherer. Als ich bei Liam ankomme, fühle ich mich als hätte ich einen Marathon gelaufen. Liam lächelt ganz stolz. 

"Und jetzt zurück." Sagt Tristan und ich nicke. Ich atme tief durch und drehe mich dann zum Rollstuhl um. Langsam laufe ich los. Jeder Schritt den ich jetzt mache ist ein Schritt mehr zur Freiheit und zu meinem Ziel durch den Regen zu tanzen. 

Es ist ein schritt in die richtige Richtung. Als ich bei meinem Rollstuhl angekommen bin, setze ich mich rein. Ich atme tief durch und schließe die Augen.

"Das war doch schon ziemlich ordentlich für den Anfang. Du machst weiterhin die Übungen zum Muskelaufbau und esse mehr Schokoladenkuchen." 

Ich nicke Tristan zu. "Übrigens steht Tailor auf beide Geschlechter, hat aber derzeit einen Freund." Tristan grinst. 

"Habe ich es doch gewusst. Solche hübschen Typen müssen immer Bi oder Hetero sein, habe noch keinen gesehen der nur Schwul ist." Ich lache und damit geht es zurück auf Station.

Ich lege mich ins Bett und atme tief durch. "Das hast du super gemacht." Ich nicke und atme tief durch. "Fühle mich als wäre ich ein Marathon gelaufen." Liam grinst. Ich setzt mich auf und Liam hält mir mein Gals hin.

Ich nehme es und trinke langsam das Glas leer. Ich atme nochmals tief durch dann stelle ich es ab. Ich zittere und bin gerade voller Adrenalin. Liam drückt meine Hand. "Ganz ruhig. Alles super gemacht." Ich nicke und lege mich in mein Kissen. 

Liam zieht mir die Schuhe aus. Es klopft an der Tür und Harry steckt den Kopf durch die Tür. Er grinst und kommt rein, gefolgt von Louis, Niall und Beth und noch zwei andern Mädchen. "Ich habe Kuchen dabei." sagt Harry und ich grinse.

Briefe von Liam PayneWhere stories live. Discover now