46:Lia

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Ich spüre etwas. Eine Hand hält meine, ich fühle mich leicht und schwerelos. Als wäre ich frei von allen Sorgen und Problemen. Ich öffne meine Augen und kneife sie wieder zu. Es ist hell und irgendwie kommt es mir bekannt vor. 

Wider versuche ich meine Augen zu öffnen. Ich öffne sie langsam und sehe Liam. Er hat sein versprechen gehalten. Er schläft und hält meine Hand, mit der andern stützt er seinen Kopf auf der Lehne des Stuhls ab.

Ich schaue mich um. Es ist nachmittags, kurz vor Fünf. Liam bewegt sich ein stück, ich schaue mich um. Überall sind Blumen und Ballons, Karten und Geschenke stehen auf dem Tisch. Es wirkt Lebendig und wach. 

So habe ich dieses Zimmer noch nie gesehen. Es war eigentlich immer trist und spartanisch eingerichtet worden. Ich schaue mich weiter um und finde den Roten Knopf. Doch schaffe ich es nicht ihn zu drücken. 

Ehrlich gesagt will ich Liam nicht wecken. Er sieht so erschöpft und müde aus, hat eine Denkfalte auf der Stirn. Langsam drücke ich seine Hand. Er bewegt sich kurz, schläft aber weiter. Ich schaue ihn einfach an. 

Er ist wirklich richtig süß. Irgendwie muss ich an das Gespräch von Jack denken. Er hatte mit allem recht. Besonders was die Männer angeht. Ich drücke nochmal seine Hand und er setzt sich auf. 

Ich drücke nochmal und dann macht er seinen Augen auf. Er schaut mich verwirrt an, bis er versteht das ich wach bin. Er springt auf und drückt den Roten Knopf. Ärzte stürmen das Zimmer und Dr. Collins sieht mich an.

Sofort sind Pfleger, Schwestern und Ärzte um mich. Sie leuchten mir in die Augen und schicken Liam raus. Ich weiß gar nicht was los ist. Als Dr. Collins alle raus geschickt hat, setzt er sich. "Wie geht es dir?" 

Ich nicke. Er geht zu Tür und holt Liam wieder rein. "Ich schaue jetzt nach dir." Sagt Dr. Collins und Liam nimmt wieder meine Hand. 

Meine Lunge wird abgehört und meine Reaktion wird getestet. Mir wird die Infusion abgenommen und dann wird mein Bett am Kopfende hochgefahren, so das ich sitze. 

Als Dr. Collins nickt, lässt er mich wieder allein. Liam grinst und drückt meine Hand. "Wie geht es dir?" Ich lächle. "g...gut." antworte ich mit kratziger Stimme. Liam hält mir ein Glas Wasser mit Strohhalm hin. Ich trinke, bis das halbe Glas leer ist.

"Hast du Schmerzen?" Ich schüttle den Kopf. Ich schaue mich um. "Wie...lang...war...ich...weg?" Sprechen fällt mir sehr schwer. "Vier Wochen. Eine davon auf der Intensiv Station. Ich durfte dich immer Besuchen. Dein Dad hat es mir erlaubt." 

Ich nicke. "Die Mädchen von Little mix haben dir Blumen Geschickt, welche sind auch von der Heart vs. Heart Stiftung. Die Jungs haben auch welche geschickt. In den nächsten Tagen wollen sie dich mit Sicherheit sehen." Ich nicke.

Ich drücke die Hand von Liam. Ich fange an zu weinen. Jetzt ist es vorbei. "Hey was ist den los?" Liam setzt sich zu mir und nimmt ich in den Arm. "A...Anspannung." Er nickt. "Ja, die fällt jetzt ab, fast wärst du nicht hier gewesen. Die Operation war ein echter Krimi.

Wir alle waren da und haben dir Kraft gegeben. Selbst die Familie von deiner Spenderin war da. Sie wollen dich kennenlernen." Ich nicke. Liam drückt mir einen Kuss auf die Schläfe. Mein Herzgerät Piept und Liam lacht. 

"Ja, da schlägt mein Herz auch höher." Ich schließe die Augen und atme tief durch. Die Tür öffnet sich und ich höre ein Lachen. "Guck mal wer da wach ist." Höre ich Melinda sagen und dann höre ich eilige Schritte. 

Ich mache meine Augen auf und Leon lächelt mir ins Gesicht. "Du bist wieder wach. Mummy sagte du hast Dornröschen gespielt. Liam ist super cool. Kann er öfter kommen, mit Bear zusammen. Bear ist richtig nett." Ich nicke und lächle. 

Leon grinst und setzt sich auf meine Beine. "Wirst du wieder Gesund?" Ich nicke. Leon grinst. "Ich habe ganz viele Bilder für dich gemalt." Damit holt Liam ein Stapel Bilder hervor und gibt sie Leon. 

Ich schaue mir jedes Bild an. "Hier bist du wieder am laufen und das ist mit Liam. Er und du beim spazieren gehen. Hier sind wir als Familie mit Liam und Bear am Meer. Da bist du mit Liam am schaukeln und da heiratet ihr beiden. 

Das hier ist das beste Bild. Hier holst du mich vom Kindergarten ab. Das hier habe ich gemalt, weil du Dornröschen bist. Hier hat mir Liam geholfen. Es zeigt dich am Strand und Liam will dich etwas super wichtiges Fragen.

Hier bist du allein auf dem Bild. Da lächelst du ganz stolz und das sind wir zusammen als Familie an Weihnachten." Jedes Bild von Leon macht mich stolz. Ich drücke meinen Kleinen Bruder fest an mich. "Lia, wann kommst du nachhause?" 

"Bald." Flüster ich. Meine Stimme muss ich erstmal wiederfinden. "Liam mag dich ganz dolle, wusstest du das?" Ich nicke Leon zu. "Magst du ihn auch ganz dolle?" Ich nicke und Leon seine Augen strahlen. 

"Könnt ihr nicht zusammen kommen, so wie Mummy und Dad?" Ich lächle. "Das dauert noch ein wenig." Sagt Liam. "Wieso, ich habe auch eine Freundin." Ich lächle. "Wirklich, hast mir gar nichts von ihr erzählt Kumpel." 

Leon grinst. "Sie heißt Hanna und geht in meine Kindergarten Gruppe. Wir gehen zusammen bald in die Schule. Sie hat mich auf die Wange geküsst." Liam nickt. 

"Wow, da bin ich noch weit entfernt von." Leon nickt. "Du musst dich mehr anstrengen. Mummy sagt immer, wenn du etwas haben willst, muss man ganz hart dafür arbeiten."

Liam nickt. "Ich bemühe mich." Leon nickt. "Ja schon, musst dich mehr bemühen." Ich muss lächeln. Liam schaut mich an. "Das gefällt dir, was?" Ich nicke. Leon grinst und Melinda muss sich ein lachen verkneifen. "Dein Dad spricht noch kurz mit dem Arzt." Ich nicke. 

Damit geht die Tür auf und mein Dad sieht erleichtert aus. Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn. "Selbst Dad ist schneller wie du. Liam du musst sie küssen, dass mögen Mädchen. Zumindest wenn ich meiner Mummy einen Kuss gebe, lächelt sie immer." 

Mein Dad lacht. "Da hörst du es Liam. Man sollte auf Leon hören, er weiß die besten Ratschläge auch bei Frauen." Leon schaut meinen Dad fragend an. "Was sind den Frauen?" Mein Dad lächelt. "Deine Mutter ist eine." 

Leon schaut sie an. "Nö, dass ist ein Mädchen." Melinda fängt an zu lachen. "Da hat er recht." Leon grinst. "Irgendwann verstehst du was ich meine." Leon zuckt die Schultern und schaut zu Liam. 

Mein Dad nimmt Leon auf den Arm und verlässt zusammen mit Melinda den Raum. "Dein Bruder hat eine große Meinung von dir." Ich nicke und schaue mir die Bilder an.

Liam drückt meine Hand ganz fest. "Ich frage dich jetzt nicht ob du meine Freundin sein willst, ich will das du dabei draußen aus der Klinik bist und stehen kannst." Ich nicke. 

Er drückt mir einen Kuss auf die Schläfe und ich schließe meine Augen und schlafe wieder ein. Es war ein aufregender Tag.


Briefe von Liam PayneWhere stories live. Discover now