35:Lia

896 50 2


Jack und ich sitzen in meinem Zimmer und spielen Karten. Nebenbei hören wir Musik und Jack sieht entspannt aus. Er hat heute ein Hemd an und eine dunkle Jeans. Heute ist für ihn ein besonderer Tag, nur was für einer, das weiß ich nicht.

Ich freue mich für ihn. Seine Ärzte sind begeistert wie gut er sich macht und wie offen er in den Therapien ist. Ich dagegen baue immer weiter ab. Jetzt trage ich einen Sauerstoffmaske, vorher war er nur eine Sauerstoffbrille. 

Jack gewinnt das Spiel und ich gebe auf. Er räumt die Karten weg, heute ist einer seiner Therapeuten dabei, er will wissen was ich anders mache als wenn ein Therapeut mit ihm spricht. 

Jack setzt sich zu mir und ich mache ihm ein stückplatz. Er ist wie ich in der Ergotherapie und zeichnet für sein Leben gerne. 

Als er das Buch findet was die Mädchen von Little mix mir geschenkt haben, grinst er. "Das Buch ist gut. Handelt von einem Jungen der in ein Mädchen verknallt ist, die aber nicht raus darf weil sie gegen die Sonne Allergisch ist. 

Sie nimmt ihn eigentlich auch nicht war, sie hat nur sich, ihre Eltern und ihren Hund und der Hund wird noch eine Menge machen um die beiden zusammen zu bringen." 

Ich nicke. "Gut zu wissen. Werde ich für meine nächste Hausarbeit lesen und dazu eine Resektion abgeben." Jack grinst. Er findet meine letzte Hausarbeit und liest sich die Sachen durch. Ich habe Eins mit voller Punktzahl drauf bekommen. 

"Das Buch kenne ich. Ist wirklich gut geschrieben. Der Junge im gestreiften Pyjama ist ein hartes Buch und schwer zu lesen, da hatte selbst ich Probleme mit den Tränen." Ich lache. 

"Ja, ich hatte das Problem nicht. Irgendwie war das Buch zwar schwer zu lesen, aber nicht so schlimm wie alle gesagt haben. Es gab schon Szene wo ich schlucken musste, aber ich finde den Film schlimmer." 

Jack grinst und dann klopft es an der Tür. Cole kommt mit einem Mann rein und Jack springt auf und nimmt ihm die Babyschale ab. "Da ist mein Kleiner Junge endlich." sagt Jack und holt seinen Sohn aus der Babyschale raus.

Als ich seinen Sohn sehe, staune ich wie ähnlich sich die beiden sehen. Der Therapeut verlässt leise das Zimmer und Jack ist in seinem Element. Er setzt sich auf den Stuhl und schaut ganz stolz auf seinen Sohn. 

Mir gibt der Mann die Hand. "Tut mir leid, wenn mein Sohn seinen Sohn sieht ist er immer ganz unhöflich." Ich lächle. "Keine Ursache, kann ich verstehen." Jack grinst und zieht dem Kleinen die Jacke und die Mütze aus.

Er setzt Riven zu mir aufs Bett und spielt mit seinen Händen. "Guck mal, dass ist Lia." Ich winke dem Kleinen zu und der lächelt. Jack nimmt ihn auf seinen Arm und gibt einen Kuss auf die Wange.

"Er sieht dir wirklich ähnlich, aber jetzt mach das ihr hier weg kommt. Zeig deinem Sohn mal die Klinik." Jack lächelt. "Ich winke den Drei nochmals zu, bevor sie verschwinden." Ich schaue aus dem Fenster. 

Es klopft wieder an der Tür und Bryan und Tailor stehen im Zimmer. Ich lächle und die beiden schauen mich besorgt an. "Wieso jetzt die Maske?" Fragt Tailor und ich zeige auf die Zettel. Er nickt und beide setzten sich jeweils auf eine Seite von meinem Bett.

"Wir haben gehört du bist jetzt mit Jack befreundet?" Ich nicke und die Jungs grinsen. "Er ist ein guter Kerl. Ein wenig Kuschel bedürftig vielleicht, aber ein guter Kerl. Er hat einen Sohn der heißt Riven." Ich nicke.

"Er ist gerade zu Besuch. Jacks Vater ist auch dabei, ich habe die drei weggeschickt damit sie nicht hier drin sitzen müssen." Die Jungs nicken. "Wir wollen mit dir über etwas reden." Ich nicke und setzt mich im Bett auf.

Tailor sieht ein wenig überfordert aus. "Ich bin mit Tailor zusammen." Sagt Bryan und ich lächle und halte einen Daumen nach oben. "Wurde aber auch Zeit. Habe mich schon gewundert wie lang es bei euch dauert." 

Tailor grinst mich an und drückt meine Hand. "Du bist nicht böse, dass ich ihn jetzt immer mitbringe?" Fragt er nach und ich schüttle den Kopf. 

"Euch gab es vorher auch nur um Doppelpack. Passt auf euch auf, keine Zickerreien und immer schon treu bleiben. Glaubt nicht alles was gesagt wird." 

Bryan lächelt. Er drückt meine Hand und ich spüre das irgendetwas nicht stimmt. "Was ist den los bei euch beiden, ihr wirkt so traurig." Tailor lächelt schwach. 

"Marco hat die Bilder nicht gelöscht, er hat noch mehr gepostet. Es sind zwar aus der Zeit wo ihr zusammenwart aber dennoch sind es Bilder die dich in sehr unvorteilhaften Positionen und Outfits zeigen." 

Ich nicke. Meine Augen füllen sich mit Tränen und Bryan nimmt mich in den Arm. "Er ist es nicht wert." Damit müssen die Jungs auch wieder gehen. Ich rufe Cole, der mich in einen Rollstuhl setzt. 

Ich fahre einmal durch die halbe Klinik, bevor ich vor der Entzugs Station ankomme. Ich drücke einen Knopf und die Tür öffnet sich. Conner schaut mich an. "Zu wem willst du den?" Fragt er und ich grinse.

"Zu Jack." Conner nickt und zeigt auf Zimmer Drei. Ich lächle und klopfe leise an. Conner öffnet die Tür für mich und Jack sitzt an einem Tisch und schaut seinem Sohn beim schlafen zu. Er lächelt mich an als er mich sieht.

"Hey, was machst du den hier?" Ich zucke die Schultern. Jack zieht mich zu sich. Er grinst, dann schaut er wieder zu seinem Sohn. Er hält seine Hand und wippt ihn die ganze Zeit ein wenig in der Babyschale.

Er sieht glücklich aus. "Was ist eigentlich mit der Mutter?" Jack spannt sich an. "Tut mir leid, wollte dich nicht überrennen." Er lächelt. "Schon Okay. Sie wollte meinen Kleinen abtreiben, ich habe alles getan um das zu verhindern. 

Ich habe sie angefleht es nicht zu tun, am ende blieb nichts anderes übrig als ihren Eltern davon zu erzählen, ich habe sie mit zu mir genommen und solange sie bei mir im Haus eingesperrt bis sie im Dritten Monat war, ab da konnte sie nicht mehr abtreiben. Ich wurde aber durch meine Mutter Drogensüchtig. 

Sie hat selbst Drogen genommen und als sie starb ist es bei mir durch gekommen. Aber dann erfuhr ich von der Schwangerschaft, ich habe mir geschworen ich ende nicht wie meine Mutter und dann ging ich zu meinem Dad. Er und meine Mum lebten schon lange getrennt. 

Er hörte mir zu und half mir. An einem morgen sagte er zu mir. Jack, heute gehen wir mal ein wenig spazieren. Wir sind mit der Mutter meines Kindes spazieren gegangen und dann standen wir hier vor der Klinik. Mein Dad sah mich an.

Ich nickte und ein Arzt kam zu mir und dann ging es in den Entzug. Ich habe alles über mich ergehen lassen. Dann war ich einen Monat hier und ich durfte raus.

 Ich bin auf eine Station gebracht worden und da war mein Dad. Er lächelte mich an und ich ging in den OP und begrüßte meinen Sohn Riven. 

Er war da. Ich wollte mit der Mutter nochmal reden, aber sie wollte Riven nicht sehen. Somit nahm ich meinen kleinen Jungen und versprach ihm das ich nie so enden werde wie seine Oma. Mein Dad kam zu mir und ich durfte bis zum Abend bei meinem Sohn sein. 

Jeden Monat kommt er mich Besuchen. Ich halte das durch weil er meine Motivation ist. Ich versuche alles um meinem Sohn ein guter Vater zu sein. Mein Dad hilft mir sehr. Wenn ich hier draußen bin, dann arbeite ich bei meinem Dad in der Firma. 

Ich möchte meinem Sohn eine Zukunft ohne Junkie Vater geben. Dafür mache ich das alles hier. Ich will ihn in Sicherheit wissen und das er mit einer tollen Kindheit aufwächst." Ich lächle. "Das wird er mit dir als Vater." Jack lächelt und drückt meine Hand ganz fest. "Danke Lia." 


Briefe von Liam PayneWhere stories live. Discover now