Linseys Aufgabe

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Nachdem sich alle wieder etwas beruhigt hatten beschlossen wir zusammen, dass Linsey ins Haus und Carla in den Baum gehen würde.

Die beiden weinten und ich konnte meine Tränen auch nicht mehe zurückhalten. Es war einfach so traurig, dass die beiden Schwestern sich trennen mussten. Ich würde alles daür geben, dass wir hier rauskämen! Wieso machen Menschen so etwas nur?

Caroline und Hazel kamen zu mir und wir umarmten uns zu dritt. Wo Jonas war wusste ich nicht, aber in dem Moment war es mir auch egal.

Die Dämmerung setzte langsam ein und wir wussten, dass es nun Zeit für die Aufgaben war. Dieses Mal hatten wir für beide Aufgaben bis zum morgigen Sonnenaufgang Zeit. Trotzdem wollten wir es heute schon "erledigen" und uns in der Nacht einen Fluchtplan ausdenken.

Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine sollte bei Linsey im Haus bleiben, die anderen mit Carla den Baum mit dem roten X finden. Jonas, Yasmin, Theo, ich und einige andere gingen mit Carla den Baum suchen. Caroline und Hazel blieben mit den anderen beim Haus.

Wir gingen immer tiefer in den Wald, der ziemlich groß war und Jonas hatte den ganzen Weg über einen Arm über meine Schultern gelegt. Dafür erntete er böse Blicke von Yasmin.

Irgendwann fand ein Junge namens Drake den besagten Baum. Carla und Linsey hatten sich ja vorher schon verabschiedet.

Ich war traurig. Ich weiß aber nicht warum. Es war für mich einfach herzzerreißend, als die beiden sich trennen mussten- für immer.

Carla weinte noch ein letztes Mal und stieg in ein großes Loch im hohlen Baum.

Währenddessen bei Linsey

Ich und einige andere standen vor der Holzhütte. Die meisten kannte ich nicht, aber eine meiner besten Freundinnen- Lisa umarmte mich durchgehend und weinte. Ihre braunen Teddbäraugen waren total verheult und ich versuchte mich zusammenzureißen, damit mich alle als lebensfrohe Linsey im Gedächtnis behalten würden.

Ich weinte trotzdem. Nicht wegen mir, sondern weil ich an meine arme Schwester dachte. Sie müsste vielleicht sterben. Ich konnte nur hoffen, dass ich sterben würde, damit sie noch etwas Zeit hatte. Meine arme Carla....

Ich könnte sowieso nicht ohne sie Leben.

Irgendwann löste ich mich von Lisa. Sie rannte zu ihrem Freund und drückte sich an ihn. Sie vergrub ihren Kopf im T-Shirt ihres Freundes. Ich kannte ihn nicht gut, aber er schien ihr Halt zu geben.

Ich sagte leise: "Tschüss." und ging zur Eingangstür. Die Leute um mich herum weinten und ich musste mich zusammenreißen es nicht auch zu tun. Diesmal konnte ich die Tränen unterdrücken.

Ich öffnete langsam die schwere Holztür und schaute hinein. Ich konnte aber leider gar nichts erkennen. Also ging ich einen Schritt herein. Es war stockdunkel und ziemlich kalt. Die Tür fiel hinter mir mit lautem Gepolter zu. Ich erschrak. Ich ging näher an die Wände um Orientierung zu bekommen. Von draußen hörte ich keine Geräusche, was bedeuten musste, dass sie schon bei Mike waren und sich das hier auf einem Bildschirm anschauen. Ich ging an der Wand entlang, doch sie schien nicht zu enden.

Irgendwann stieß ich gegen etwas. Ich fiel auf den Boden. Ich landete auf etwas spitzem. Ich sah meine Hand an. Es war dunkel, ich konnte nichts erkennen, aber ich spürte, wie eine warme Flüssigkeit meine Hand hinunter lief. Es musste Blut sein. Ich schrie vor Schmerz. Ich stand auf. Dann ich ging ich weiter die Wand entlang, doch sie schien immer näher zu kommen. Die Wand kam immer und immer näher. Ich wusste keinen Ausweg. Außerdem sah ich nichts. Die Wände kamen inmer näher... Sie erdrückten mich schon fast. Ich zog so viel Luft ein, wie ich konnte und zog den Bauch ein. Ich flüsterte ein letztes Mal: "Ich liebe dich Carla." und war bereit zu sterben. Dch plötzlich blieben die Wände stehen, kurz davor mich zu zerschmettern. Ein Licht ging an und ich sah eine Tür. Durch den schmalen Gang  der überblieb rannte ich durch und zog meinen Bauch so gut es ging ein. Ich öffnete die Tür und konnte zuerst nichts sehen, es war zu hell. Doch dann erkannte ich einen Wald. Er sah genauso aus wie der, in dem die anderen waren. Ich ging weiter, bis auf einmal alle auf mich zugerannt kamen. Ivana, Kai und die anderen. Sie umarmten mich fest und Ivana flüsterte in mein Ohr: Du hast es geschafft."

Doch da wurde mir klar, was passiert war, wenn ich lebte, dann musste Carla...

Oh nein! Eine Träne rannte meine Wangen hinunter.

Der Bus zur Hölle *Abgeschlossen*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt