Ich warf fröhlich meinen Rucksack gegen die Wand, Mom und Dad waren eh nicht da.

Dann schmiss ich mich auf die riesige Wohnzimmer-Couch. Ich schnappte mir die Fernbedienung und schaltete den Flachbildschirm ein.

Ich seppte gelangweilt durch die Kanäle. Assi-TV. Was hatte ich erwartet?

Seufzend schaltete ich den Fernseher wieder aus und holte mir eine Packung Rosinen und Haselnüsse aus dem Kühlschrank. Ich hatte keine Ahnung, warum die Nüsse im Kühlregal waren. Meine Mom war etwas komisch. Das hatte ich von ihr geerbt.

Das große, luxeriöse Haus war bis auf meinen Kater 'Honigkuchenkater' und mir vollkommen leer.

Nachdem ich mich wieder auf die Couch gesetzt hatte, kam Honigkuchenkater zu mir und kuschelte sich an mich. Sein langes rotes Fell rief nur danach, dass ich es streichelte.

Mit der einen Hand fing ich an, den Kater zu kraulen, was dieser mit lautem Schnurren quittierte und mit der anderen entsperrte ich mein Handy.

Keine neuen Nachrichten. Wie immer.

Ich legte mein Handy auf den Wohnzimmertisch und nahm Honigkuchenkater auf meinen Schoß um ihn besser zu kraulen.

Der schwere, verfressene Kater ließ es geschehen und ich saß einfach eine Zeit lang einfach da und dachte über den Tag nach. Patty war ein netter Junge, er hatte sich sofort mit mir angefreundet. Sein Pircing störte mich nicht so sehr, wie ich eigentlich erwartet hatte. Er war auch kein Gestörter, der sich sein ganzes Gesicht zutackern wollte. Denke ich zumindest.

Ich schreckte wie aus einem Trance, als es klingelte und ein ungeduldiges, hartes Klopfen an der weißen Holztür darauf folgte.

Etwas müde scheuchte ich Honigkuchenkater von mir herunter, was er mit einem Fauchen entgegen nahm und stand von dem schön flauschigem Sofa auf. Es klingelte noch einmal. Diesmal noch ungeduldiger.

"Ich komm ja schon.", murmelte ich und schlurfte durch den Flur auf die große Eingangstür zu.

Gähnend öffnete ich und bekam einen feste Schlag ins Gesicht. Sofort war ich hellwach.

"John, du Arsch! Was hast du dem Neuen über mich gesagt? Hä? Jetzt rede endlich, oder ich brech dir noch was!"

Ich hielt mir die Nase. Ein dumpfer Schmerz pochte in meinem Gesicht, sonst war alles taub.

Ich schmeckte Blut in meinem Mund.
Jordan drängte sich an mir vorbei, ich schloss die Tür und drehte mich um.
Was war den mit dem los?

"Alter, ich hab nichts gemacht. Geh wieder, das ist mein Haus.", gab ich ebenso aufgebracht zurück.

Jordan drehte sich zu mir um, seine blauen Augen blitzten nur so vor Energie.

"Du hast diesem Brown gesagt, er solle mich ignorieren! Also bist du Schuld an deinem und meinem Pech!", brüllte Jordan mich an.

So, wie er jetzt vor mir stand, überragte er mich um knapp einen Kopf mit der Höhe und deutlich in der Muskulöse.

Wieder war meine Angst zurück.

"Ich... ich... Das war nie meine...", stotterte ich von meinem Mut verlassen, wurde aber von John unterbrochen.

"Nein, ist ja nicht so, als hätte er mich mitten in der Stadt bloßgestellt. Der Sack kapiert einfach nicht, dass ich respektiert werde. Er hat sich eiskalt über mich gestellt! Und das alles nur wegen dir und deiner verkackten Warnung!"

Meine Hand war mittlerweile blutüberströmt. Wenn meine Nase nicht bald aufhörern würde, zu bluten, dann würde ich echt große Probleme mit Mom kriegen.

"Ich hab Patty nur gesagt, er soll vorsichtig mit dir sein. Nicht mehr.", fauchte ich zurück.

Ich hätte fast Honigkuchenkater in seinem Fauchen geschlagen.

"Lügner!"

Ein weiterer Schlag traf mich mitten ins Gesicht. Mein Kopf flog nach hinten und mein Genick knackte. Mühselig hob ich de Kopf wieder an.
Ich befühlte meine Stirn, sie schwoll sofort an und schmerzte sobald ich auch nur daran dachte.

"Bist du bescheuert?", fragte ich zornig.

"Und du? Was fällt dir ein?"

Ein Schlag traf mich in den Magen. Ich würgte.

Noch ein Schlag. Und noch einer.
Meine Füße gaben nach und ich fiel auf den Boden.

Alles war taub, mein Gesicht, mein Rumpf, alles.

Als ich so am Boden lag, trat Jordan mir noch einmal in den Bauch.

Dann verließ er das Haus. Die Tür knallte laut. Dann war alles still. Selbst der Kater, der sonst immer schnurrte, hielt die Schnauze.

Ich würgte, hielt mir den Bauch. Mein Kopf schmerzte, wie nie zuvor. Jordan hatte mich schon öfter geschlagen, aber nie so fest verprügelt.

Was zur Hölle war heute falsch mit ihm?

Ich konnte nicht aufstehen. Alles schmerzte oder war taub.

Gequälte Laute, Flüche und Tränen waren die einzigen Geräusche von mir.

Ich war einfach nur erschöpft.

Müde schloss ich die Augen. Als Honigkuchenkater sich an mich kuschelte, war ich längst nicht mehr bei Bewusstsein.
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Das Bild am Rand zeigt Samuel (Sam) den einen 'Untertan' von Jordan.

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