Die Variante mit dem Wasser

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"Äääh, wir wählen die Variante mit dem Wasser", stotterte Ramon und hoffte, dass das nur ein schlechter Scherz von Braunkittel war. Dieser meinte "Okay, lässt sich arrangieren" und drückte ihm die Waffe in den Rücken. "Lauf" schnauzte er ihn an und drängte sie zu der Abzweigung. Ramon hoffte, dass er sie nur in den Raum mit dem Wellblech führen würde, doch er wurde enttäuscht und sie gingen schnurstracks auf den Ausgang zu. Das Licht blendete, als sie aus der Höhle rauskamen, die Sonne war bereits am Untergehen und leuchtete direkt in die Einbuchtung. „Oooh, jetzt werdet ihr wohl bisschen kalt haben beim Schwimmen", witzelte Braunkittel und befahl ihnen dann, an Bord ihres Motorbootes zu gehen. Sie gehorchten, Option 1, also eine Kugel war zwar um einiges schmerzloser, aber sie hofften natürlich, keine der beiden Optionen erfahren zu müssen. Langsam fuhr der Typ raus ins blaue Wasser und das Land rückte immer in weitere Ferne, bis er plötzlich anhielt. „Das mit den Steinen lass ich jetzt mal, dafür sind meine Kollegen von der Mafia zuständig", grinste dieser und befahl ihnen, ins Wasser zu springen. Jetzt wo die Sonne langsam unterging war die Luft nicht mehr besonders warm und Ramon fror ein bisschen, als er in das eiskalte Wasser sprang. Aber er wollte auf keinen Fall Bekanntschaft mit Mr. Bleikugel machen und Valerie wohl ebensowenig, denn schon sprang auch sie kreischend ins Wasser. Kaum waren die beiden im Wasser, fuhr Braunkittel auch schon grölend davon. Ramon schrie laut "verdammt", doch da draußen hörte ihn niemand und we wollte lieber seine Energie sparen, unterließ also weiteres Rufen, das rumlaufen den ganzen Tag lang hatte ihn schon genug Energie gekostet. Da sie keine Wahl hatten, schwamm Ramon schließlich einfach drauflos, Valerie ihm hinterher. An dem Kielwasser konnten sie immerhin erkennen, wo sie durchschwimmen mussten, doch trotzdem schwammen sie über eine Stunde, ohne Land zu sehen. Nach einer weiteren Stunde konnte sich Valerie kaum mehr oben halten, immer wieder ging sie unter und schnappte wieder panisch nach Luft, als sie auftauchte, lange würde sie das wohl nicht mehr aushalten. Auch Ramon ging die Puste aus und es brauchte eine Menge Willenskraft, sich nicht einfach fallen zu lassen und langsam zum Grund zu sinken.

Nach weiteren 5 Minuten tauchte Valerie plötzlich nicht mehr auf, Ramon reagierte panisch und tauchte ihr hinterher, doch sie sank stetig weiter zum Meeresgrund, ohne sich dagegen zu wehren. Ramon hätte sie am liebsten hochgezogen, doch er wusste genau, dass seine Energie nicht reichen würde, sie beide an Land zu ziehen und so ließ er sie schweren Herzens gegen Meeresgrund sinken. Tränen stiegen ihm in die Augen und vermischten sich mit dem Meerwasser, als er wieder nach oben schwamm. Niemand sollte seine Freundin so verlieren müssen. Doch diese Tauchaktion hatte auch Ramon die letzten Kräfte gekostet, 2 Meter vor der Wasseroberfläche konnte er einfach nicht mehr. So gab Ramon schließlich auch auf, es hatte keinen Sinn mehr, er würde das Land nie mehr erreichen und jetzt hatte er auch seine Freundin verloren. Langsam entspannte er sich, schloss seine Augen und ließ sich auf den Grund treiben. Richtig schön, endlich nicht mehr so angestrengt paddeln zu müssen, wäre da nicht dieser immer grösser werdende Druck auf den Ohren und der langsam schwindende Sauerstoff...

ENDE!

Jetzt könnt ihr die Fische von unten beobachten...

Mit dem Mörder in den Ferien - EntscheidungsgeschichteRead this story for FREE!