Markt

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„Ach, am Markt sind so viele Leute, da kann der uns nichts anhaben und selbst wenn er dich aussuchen sollte, weil du die hübscheste von allen bist, bin immer noch ich an deiner Seite. Der greift doch bestimmt nicht Frauen an, wenn andere ihn sehen können!", beschwichtigte Ramon seine Freundin und Valerie beruhigte sich langsam wieder. „Stimmt, du hast recht" meinte sie und küsste ihn auf die Lippen.

Nach ungefähr einer Stunde machten sie sich bereit, nahmen einen geflochtenen Korb und zwei Sonnenhüte mit und liefen in der warmen Sonne runter zum Dorf. Recht schnell kamen sie am Markt an, der trotz der Meldung dicht bevölkert war. „Die meisten haben das vermutlich gar nicht mitbekommen", grinste Ramon, „denn wer hört heutzutage noch Radio". Gemütlich und mit dem Korb im Arm schlenderten sie über den Markt und kauften viel zu viele Souvenirs und Früchte. „Wie sollen wir die denn alle essen? Morgen fliegen wir doch schon wieder zurück!", meldete sich Ramon zu Wort, aber seine Freundin schenkte ihm keine Beachtung und meinte nur „den Rest können wir ja nach Hause nehmen, ist ja schön kühl im Flugzeug-Gepäckraum". So hatte sie das Gespräch schnell wieder vergessen. 

Nach ein paar Stunden kamen die beiden an den Rand des Marktes, hier gab es eher kleinere Stände, die nicht so herausgeputzt waren wie die im Zentrum. Plötzlich wurde Ramon in seinen Gedanken gestört, als ein düster aussehender Mann sie fragte, ob sie Interesse an einigen echten Vulkansteinen des Vesuvs hätten, wo sich Edelsteine abgelagert hätten. Der Mann hatte ein dreckiges Hemd mit einem Totenkopf an, seinen Kopf zierte eine uralte Käppi irgendeiner Motorradgang, die Hosen waren alt und zerrissen und seine Zähne wohl schon lange nicht mehr geputzt worden. Ramons Einwand, er wisse nicht, ob man dem Typen trauen könne, wurde einfach ignoriert und mit einem stechenden Blick seiner Freundin gekontert, er solle gefälligst nicht so fies sein, er kenne den Typen ja nicht mal. So folgten sie ihm zu einem offenen Tor in der Seitengasse hinter dem Stand. Valerie rief aus: „Wow, die sind ja schön!" und fragte nach, wie viel die denn kosten. Der Typ antwortete „100 Euro für Sie, Signora" und Valerie blickte bettelnd zu Ramon, der das Portemonnaie bei sich trug. „Ok, weil du es bist, Liebes", meinte dieser und zahlte dem Standbesitzer die 100 Euro, woraufhin jener Valerie den Stein aushändigte. Gerade als der Typ die beiden wieder zurück zum Markt bringen wollte und Ramon sich schon nervte, dass dafür sein letztes Geld draufgegangen war, wurde es auf einen Schlag dunkel und das Tor schloss sich mit einem Rumms. Valerie quietschte vor Schreck, fing sich aber schnell wieder und tastete zügig nach einem Lichtschalter, bis sie ihn fand und die Halle in schummriges Licht hüllte. Der Verkäufer war nirgendwo mehr zu sehen und ein Ausweg nicht in Sicht. Verzweifelt überlegte sich Ramon, was sie jetzt tun sollten.

„Am besten teilen wir uns auf, dann finden wir den Ausgang schneller" → Weiter zum nächsten Teil

„Nein, ich kann sie jetzt nicht einfach alleine lassen, suchen wir zusammen, nicht das ihr was passiert!" → Weiter zu "Zusammenbleiben"

Mit dem Mörder in den Ferien - EntscheidungsgeschichteRead this story for FREE!