4. Chapter - Idiot (Jordan's Sicht)

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Dieser Neuling, was zur Hölle war falsch an dem?

Ich stand in der Cafeteria, mit den anderen und wollte einfach mal mit ihm reden, ihm klar machen, dass ich der Sheriff hier war. Er sah mich seltsam an, läuft einfach an mir vorbei und ignoriert mich.

Was?

Normalerweise war ich der Typ, der andere Leute ignoriert.

Ach Gott, das machte mich rasend. Er stellte sich über mich. Der Typ wollte definitiv meinen Platz als beliebten Typen einnehmen. Aber oh nein, ich lass das nicht zu!

"Jor, was grinst du so, als hättest du gerade einen richtig fiesen Plan ausgetüftelt? Hat das was mit mir zu tun?", unterbrach Sam, eigentlich Samuel mich in meinen Gedanken. Seine Stimme klang verdammt nervös.

"Ne, kein Problem Sam. Ich mach mich Gedanken über diesen Neuen. Der hat wohl nen Schuss. Der hat mich in der Cafeteria voll ignoriert. Kannst du dir das vorstellen? Er hat nicht mit mir geredet. Mit mir. Hallo?"

"Ach so. Also, vielleicht... Patty ist neu hier also liegt es vielleicht daran. Er weiß nicht, dass du hier der Typ bist.", gab Sam schüchtern zurück.

Ich fuhr mir durch die dunkelbraunen Haare und schloss die Augen.

"Ich hoffe für dich, dass du Recht hast.", presste ich zwischen den Zähnen hervor. Ich war wütend. Wie konnte der Idiot mich ignorieren?

Ich hatte nur einen Wimpernschlag in seine hellblauen Augen geschaut, dann ist er an mir vorbei.

Ich ließ meine Fingerknöchel knacken und massierte sie danach.

"Äh, ich muss jetzt gehen. Meine Mom wartet mit dem Mittagessen.", erklang von Sams Seite.

"Ja, geh. Ich muss auch Heim. Ciao."

Sam verabschiedete sich und verließ den weiten Pausenhof.

Ich rückte meinen Rucksack zurecht und schlenderte entspannt über den Schulhof. Ein paar Schüler standen herum und warteten auf ihre weiteren Kurse, aber ich hatte jetzt endlich frei. Ich holte meine Kopfhörer aus meinem Rucksack, setzte sie auf und schaltete mein W-LAN an. In dem Moment, in dem ich die Musik einschalten wollte, schweifte mein Blick über den Hof.

Er blieb an einer Person hängen. Diesem Patty. Meine schlechte Laune war wieder da. Und mein Plan auch.

Ich musste mir ein Grinsen verkneifen und packte meine Kopfhörer wieder ein.

Dann schlenderte ich auf ihn zu. Er stand allein und verloren an der Mauer und sah in sein Handy. Plötzlich sah er auf und fing an zu grinsen. Patty drückte sich von der Wand weg und drehte sich zu John. John. Jetzt war alles klar. In der Stunde musste er dem Neuling wohl eingeflüstert haben, dass ich ein schlechter Umgang war, bla bla bla. Das war ein Fehler.

Ich würde ihm wohl wieder zeigen müssen, wer ich war.

John machte eine Faust, hielt sie Patty vor das Gesicht und er checkte ein. Dann grinste John ein letztes Mal und verließ den Schulhof am linken Tor. Patty überquerte den Hof und ging aus dem rechten Tor heraus.

Er hatte mich nicht bemerkt.

Ich hatte nichts zu tun zu Hause. Also folgte ich ihm. Einfach mal aus Spaß.

Ich folgte ihm in demselben Tempo. Wir kamen an einer anderen Schule vorbei, dessen Schüler Patty nicht beachteten, oder ihm wütende Blicke zuwarfen. Besonders eine Blondine warf imaginäre Blitze nach ihm.

Ich grinste und richtete meinen Blick wieder auf Patty. Er hatte die Schultern hoch gezogen, seinen Blick gesenkt und schien die missbilligenden Blicke zu fühlen.

Doch er ging weiter in dem Tempo, dass er schon seit Anfang des Weges durch hielt. Mein Gott, der Typ war echt ausdauernd.

Langsam, aber nur ganz langsam spürte ich meine Knochen mehr und meinen Atem immer schneller werden.

Konnte der Idiot nicht mal langsamer machen?

Patty ging um eine Ecke. Ich folgte ihm etwas schneller, dass ich sehen konnte, wo er weiter hin ging.

Fast wäre ich in ihn rein gelaufen. Patty stand mir dicht gegenüber, die Arme verschränkt und mit einem genervtem bis wütendem Blick.

"Was zur Hölle willst du von mir?", fragte er bissig und sah mit seinen hellblauen Augen hoch.

Er war eine Hand breit kleiner als ich, aber er war groß. Nur ich war riesig.

Ich war im ersten Moment verwirrt, dass er doch gemerkt hatte, dass ich ihm folgte. Aber ich fing mich.

"Junge, du hast mich doch ignoriert. Ich wollte dir einfach mal klar machen, dass man so was nicht macht. Ich werde nicht ignoriert.", zischte ich wütend. Ja, meine Wut war wieder zurück.

"Und deshalb folgst du mir.", stellte er nüchtern fest und hob eine Augenbraue an.

"Ja!", entgegnete ich zornig.

"Aha. Dann gehst du jetzt besser wieder zu dir, ich weiß jetzt, dass du denkst, du bist der Beste. Punkt. Ich denke, ich will einfach nur nette Leute in der Schule kennen lernen. Dich finde ich nicht nett, also ignoriere ich dich. Ciao." Patty drehte sich um und ging.

Einfach so.

"Hey Bro, das ist noch nicht geklärt!", brüllte ich ihm nach und holte den Weg auf, der zwischen uns entstanden war.

Ich packte ihn an der Schulter, drehte ihn gewaltsam zu mir um und zischte dann: "Du ignorierst mich nicht! Sonst endest du wie John!"

Patty verschränkte die Arme wieder und sah mich genervt an.

"Er ist mein Freund. Ich unterstütze ihn, er unterstützt mich. Außerdem ist er ein sehr netter Mensch. Falls ich so enden sollte wie er, dann ist mir das herzlich egal. Immerhin hab ich noch richtige Freunde, im Gegensatz zu dir."

Meine Faust traf ihn mitten im Gesicht. Patty stolperte zurück, hielt sich die blutende Nase und sah mich hasserfüllt an.

"Das wird dir noch Leid tun.", fauchte er, drehte sich wieder von mir weg und ging.

Ohne mich zurück zu schlagen.

So ein Feigling. Und ein Idiot!

Ich grummelte vor mich hin, machte mich selbst wieder auf den Heimweg. Patty schien klüger, als ich gedacht hatte. Ich wollte es nicht zugeben, aber er war klüger als ich. Allein, dass er mich nicht zurückgeschlagen hatte machte ihn zu einem Gedanken-Thema meinerseits.

Ich hatte mich wie ein kleines Kind benommen.

Ich fuhr mir wieder durch die Haare und seufzte.

Was hatte dieser Idiot nur, dass er mich ignorierte?

Ich fand auf diese Frage vorerst keine Antwort.

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