5. gemähter Grashalm

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In den nächsten Tagen, schrieb ich so viele Songs, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich verbrachte den ganzen Tag in meinem Wohnzimmer und komponierte. Die Melodien bildeten sich einfach so in meinem Kopf und ich ließ sie kommen und gehen, wie sie wollten.

Ich verließ meine Wohnung eigentlich nur noch, um ins Paradise zu fahren und dort zu kellnern. Amalia tauchte dort die nächsten Tage nicht auf, worüber ich irgendwie ganz froh war. Ich hatte absolut keine Ahnung, was mit uns jetzt eigentlich war und wie ich auf das reagieren sollte, was sie gesagt hatte. Ich wusste immer noch nicht, ob da tatsächlich etwas gewesen war. Ich meine klar, Alia hatte mein Interesse definitiv geweckt, so viel hatte ich inzwischen bemerkt, auch wenn ich noch nicht wusste, wie genau dieses Interesse aussah. Interesse an sich, konnte schließlich so ziemlich alles bedeuten und herauszufinden, was es in ihrem Fall bedeutete war nun mal ziemlich schwer. Vor allem, weil ich sie genau genommen gar nicht kannte.

"Piep Piep Piep..." Ich schlug meine Hand auf den Wecker, den ich mir immer stellte, damit ich nicht ständig zu spät zur Arbeit kam und seufzte erleichtert, als er endlich aufhörte zu piepsen. Ich hasste das Geräusch von meinem Wecker und jede Sekunde mehr von diesem nervigen Piepen, war eine Sekunde zu viel. Es machte mich ziemlich aggressiv und der einzige Vorteil daran war, dass ich danach dann nicht mehr schlafen konnte und aufstand oder wie jetzt zur Arbeit ging.

Ich machte die Batterien aus dem Wecker heraus - der war so komisch, da wusste man nie - und sammelte schließlich die ganzen Noten ein, die inzwischen in meiner ganzen Wohnung verteilt waren. Ich hatte die ganze letzte Nach damit verbracht, alles ins Reine zu tippen, sodass ich es heute mit in die Bandprobe nehmen konnte.

Sieben Lieder hatte ich insgesamt geschrieben. Das war etwa so viel, wie ich sonst in einem Jahr schrieb und nun hatte ich das in fünf Tagen geschrieben. Wenn ich darüber nachdachte, schockte mich diese Zahl immer noch und so schaltete ich mein Gehirn lieber ab und freute mich einfach über die Musik, die ich erschaffen hatte.

"He alter wie gehts",begrüßte mich Jesse, kaum war ich in unseren Probenraum gekommen.

"Gut man und dir?"

"Könnte nicht besser sein."

Ich grinste und holte den Stapel an Noten aus meiner Tasche. Ich hatte keinem was davon gesagt und war nun wirklich gespannt, was sie sagen würden.

Also falls sie etwas sagten, denn ihre Münder standen zurzeit alle offen und sie starrten die Papiere in meiner Hand mit großen Augen an.

"Da-d-das hast du wann gemacht?", brachte Cole schließlich hervor.

Lustig, das der Ruhigste in unserer Band ausgerechnet jetzt als Erster was raus brachte.

"Seit meinem Geburtstag", murmelte ich und zog nach dieser Antwort nur noch größere Augen auf mich. Der Papierstapel blieb auch nci8ht unbeachtet.

"Aber das sind doch mindestens fünf Songs..." Jesse sah mich völlig überrascht an.

"Sieben um genau zu sein", sagte ich und streckte ihnen die Noten hin. Der Stapel war ziemlich dick geworden, da ich gleich für jeden von uns die Noten gedruckt hatte.

Ich hatte viel geschrieben und jetzt wollte ich dann auch mal wissen, was die Jungs davon hielten. Amalias Meinung war eine Sache, aber die von Jesse, Cole und Adam bedeutete mir alles.

Ungeduldig saß ich da, während die Jungs sich die Noten anschauten, ab und zu mal eine Melodie summten oder kurz zu einer Gitarre griffen und sie nachspielten. Ansonsten war es ganz ruhig im Raum. Die Stille war nicht wirklich unangenehm, aber sie machte mich trotz allem ein wenig nervös. Ich wusste nicht so recht, was ich tun sollte und war verdammt gespannt auf das Urteil der Jungs.

Ein Abend frisch gemähtes GrasLies diese Geschichte KOSTENLOS!