Harry POV 

Sein Klopfen an meine Tür war zögerlich und schwach. Ich hatte vor zehn Minuten meine Wohnung betreten, die Schlüssel auf die Komode geschmissen und mich auf die Coach gelegt. Mir war nach gar nichts zu Mute. 

"Komm herein. Ist offen." Ich rieb meine Stirn und hielt meinen Blick auf die Tür.

Als Erstes sah ich seinen Kopf durch den Türspalt luken und schon stand seine ganze Gestalt in meinem Flur. In der einen Hand trug er eine Papiertüte mit dem Starbucksemblem. Sie war etwas angefeuchtet. Er hing vorsichtig seinen Annorak an den Kleiderhacken und stellte seine Nike-Schuhe ins Regal. 

"Hi Harry. Tut mir leid aber die Brötchen habe ich einem Obdachlosen gegeben also dachte ich mir ich springe kurz bei Starbucks rein, dann hat es angefangen zu regnen und-", versuchte er zu erklären.

"Starbucks ist gut." Ich unterbrach ihn und deutete ihm mir in die Küche zu folgen.

Dann setzte ich mich an den Küchentisch und Niall ließ sich gegenüber von mir nieder. Ich wartete darauf, dass er die Tüte auspackte. Er reichte mir mit vor Kälte zitternden Händen einen Kaffeebecher auf dem Harry stand und einen Bananenmuffin.

"Es ist hier total kalt.", flüsterte Niall und rieb seine Hände.

Niall schmiss die durchgeweichte Tüte in den Abfalleimer und ich begann einen Bissen von meinem Muffin zu nehmen. Wahrscheinlich war es hier sehr frisch, weil die Kälte und ich Freunde geworden sind. Vielleicht, weil ich nichts mehr fühlen will. 

"Wo warst du gestern?" Er suchte nach dem Heizkörper und drehte die Heizung auf. Ich hob ertappt den Kopf und die Panik machte sich in mir breit.

"Ich will nicht darüber sprechen.", zischte ich durch meine Zähne.

Wir starrten uns gegenseitig in die Augen und baßen in unsere Muffins. Die Spannung im Raum hatte sich um einiges gesteigert. Konnte man nicht durch das Handy klar machen, dass man nicht darüber sprechen wollte?! Ich bereute es ein weiteres Mal ihn eingeladen zu haben.

"Harry du musst mit uns reden. Wenn es dir schlecht geht-", flüsterte er.

"ES GEHT MIR NICHT SCHLECHT! ICH WILL NUR IN RUHE GELASSEN WERDEN ABER KEINER VON EUCH VOLLIDIOTEN VERSTEHT DAS! IHR MACHT MICH KRANK MIT EUREN SORGEN! KRANK! VERDAMMT KRANK!" Ich schrie so laut, dass ich fürchtete meine Nachbarschaft hatte alles mitzubekommen und würden sich bald bei mir beschweren.

Niall schaute nun verletzter als zuvor. Seine Augen wurden wässrig und die ersten Tränen kullerten über seiner Wange.

"Mir geht es gut, verstanden? Lasst mich einfach in Ruhe.", krächzte ich und spürte wie sich mir bei seinem  traurigem Anblick die Kehle zuschnürrte.

Er stand auf, wischte sich mit seinem Ärmel über die Augen und griff sich Kaffeebecher und angebissenen Muffin.

"Weißt du was Harry?!", schrie er. "Fahr zur Hölle."

Ich beobachtete wie er aus der Wohnung stürmte und die Tür zu klatschte. Es traf mich in die Magengrube. Nun hatte ich auch ihn verloren aber ich war ja auch ein Arschloch. Ein verdammt großes Arschloch, was die Perspektive verloren hatte und keinen Bock hatte mehr so zu leben. Ich fegte mit dem Handrücken den bescheuerten Bananenmuffin vom Tisch und auch den Becher. Der Inhalt spritzte durch die Gegend. Scheiße. Mein Handy lag unschuldig auf der Theke. Da ich jetzt eh hier bleiben würde, musste ich Zayn oder Liam schreiben, dass ich krank war und nicht zu den Proben kommen könnte.

An Zayn: Ich kann heute nicht kommen, ich bin krank geworden. Ist ziemlich ansteckend. Kommt nicht vorbei. 

Nach ein paar Momenten begann mein Handy zu klingeln. Zayn rief mich an.

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