47. Mason McCollen

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Andreea ist jetzt 15 und so verdammt reif für ihr Alter. Sie wird auf die beiden achten und sie beschützen, sie weiß was los ist.

So lange kriege ich kein Lächeln mehr zustande. Wie kann etwas ohne Gesicht, so viel Macht über mich haben, so viel Kontrolle? Etwas ohne Namen. Ohne Gestalt.

Oftmals nahm ich es mit einem Vielleicht hin, doch nicht länger. Der Schmerz frisst mich auf und saugt alles in mir aus, was mich zu Mason macht. Ich bin leer, ohne Emotionen, ohne Liebe. Ich wünschte mein Körper wäre taub, könnte nichts spüren und fühlen. Genau das ist es, was die Menschheit so schwach macht.

Gefühle und all dieser Shit.

Ich packe die Briefe ein und ziehe mir meine Jacke über, wie auch meine Schuhe und verlasse das Haus so leise wie nur möglich.

Sobald ich im Auto bin drehe ich die Musik lauter und fahre aus der Einfahrt. Unterwegs rufe ich noch Fabio an und gebe ihm Bescheid, dass ich gleich da sein werde.

Sie sind so oder so noch da...

Alles was ich bisher verdrängt habe, kommt an die Oberfläche. Ich will es nicht mehr. Es war nie mein Plan meine drei kleinen Geschwister zu verlassen, geschweige denn meine Mum. Doch ich würde ihnen nur noch mehr Unglück bringen, dafür liebe ich sie zu sehr.

Ich parke den Wagen vor der Lagerhalle und steige aus. Meine Schuhe schleifen auf dem Kies und Collin öffnet mir grinsend die Tür. "Boss." Ich nicke einfach nur und schiebe mir die Kapuze aus dem Blickfeld.

Ich trete hindurch und alle Köpfe schießen zu mir. Manche sehen mich dankbar an, manche möchten mich von der Kante stoßen.

Doch heute werde ich das selbst tun..

Eigenhändig und weil ich es so will. Ich nicke Fabio kurz lächelnd zu und deute auf die dunkle Tür, die zu einem leeren Raum führt. Etwas verwirrt tritt er aus dem Boxring und geht mir hinterher. Wir setzen uns auf zwei Stühle und er lächelt mich sanft an.

"Geht es dir gut?", fragt er wie aus der Pistole geschossen, aber ich gehe nicht darauf ein und lege die Briefe auf den Tisch. Meine Auge brennen, meine Beine zittern. Mein Körper wartet darauf sich von mir lösen zu können, mir meine Freiheit zu geben.

"Fabio, du bist wie ein Vater für mich. Aus diesem Grund händige ich dir diese Briefe aus und möchte dass du sie den Personen gibst, wenn du es für richtig hälst." Seine Augenbrauen ziehen sich zusammen und gefühlt fünf Minuten gibt er nichts von sich.

Er hält sich die Hand über die Augen, schüttelt hin und wieder den Kopf.

"Mason, du bist für mich mein Kind. Aber dein Plan in deinem hirnlosen Schädel gefällt mir nicht. Ich nehme sie an, aber nur so lange, bis du sie den Personen selbst gibst." Lächelnd schüttle ich meinen Kopf. "Nein Fabio. Das ist meine Entscheidung-" "Nein Mason! Das kannst du nicht machen. Diese Leute da draußen, für die bist du ein Held. Du nimmst Obdachlose auf der Straße auf, gibst ihnen Essen und ein Bett. Gibst ihnen die Möglichkeit zu duschen und auf eine Schule zu gehen. Ich lasse dich nicht einfach so gehen, denn du bist mein Sohn!" Immer wieder haut er mit der Faust auf den Tisch, während seine Augen glasig werden.

"Ich kann nicht mehr.", murmle ich erschöpft und sehe ihn an. Er sah mich noch nie weinen, doch alles hat sein Ende. "Ich will das nicht mehr. Dieses Gefühl frisst mich auf und es bringt mich um! Ich will nicht länger von diesen Leuten umgeben sein, die sich mit Tabletten vollpumpen, damit diese Pfleger leichtere Arbeit haben! Ich will keiner dieser Zombies werden. Ich will als Mason sterben. Ich will als ich sterben! Versteh es doch bitte." Flehend sehe ich ihn an, seine Augen geschockt geweitet, seine Wangen nass und seine Fäuste geballt.

Fucking Complicated / Asher-FortsetzungLies diese Geschichte KOSTENLOS!