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Kate's Herz raste vor Panik, als sie versuchte, ihn aufzuwecken. Immer wieder klopfte sie ihm auf die Wange oder strich mit energischem Druck seine Arme hinauf und hinab. Doch er kam einfach nicht zu sich.
„Josh..."
Seine Augen öffneten sich nicht.
„Atmen Josh, atmen!", ermahnte sie ihn verzweifelt. Immer wieder hörte er einfach damit auf. Es war sehr schwer gewesen, den schlaffen, schweren Körper zu drehen und in die stabile Seitenlage zu bringen. Dabei war Josh im Gegensatz zu ihrem Mann sehr schlank. Drahtig, wie er sich selbst immer bezeichnete.

Wieso hatte er das getan? Sein Gesicht war kreidebleich und seine Lippen nahmen mehr und mehr einen leicht bläulichen Schimmer an, je länger die Atempausen wurden. Er musste durchhalten. Er musste es einfach schaffen! Sie lehnte sich zu ihm herab, streichelte ihm über die Arme, lehnte ihre Stirn gegen seine Schläfe.
„Nicht aufgeben, Josh. Hörst du? Nicht aufgeben", sprach sie zu ihm, als wäre es eine Beschwörungsformel. Ihn so zu sehen, ließ ihre Gedanken rasen. Der lustige, verrückte und starke Josh. Der trotz seiner lockeren Art immer die Kontrolle über sich und alle um sich herum hatte. Er lag hier in einer so ausgelieferten Position. Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod.

Tod. War das seine Absicht gewesen? War es eine versehentliche Überdosierung?

„Josh, bitte sei ehrlich zu mir, nimmst du Heroin?"

„Nicht mehr. Ich hab's mal, aber das ist schon sechs Jahre her. Ich war ziemlich am Ende, und wenn ich nicht aufgehört hätte, stünde ich heute wohl nicht hier. Ich verticke es nur noch, aber nehme es nicht mehr selbst. Auch, wenn die Verlockung echt groß ist."

War die Verlockung heute zu groß gewesen? Was war es, das ihn dazu gebracht hatte, sich nach so vielen Jahren wieder eine Nadel zu setzten? War etwas Schlimmes passiert? Hatte er es bei seinem Wunsch nach Spaß einfach übertrieben? Oder war es seine Angst vor Gabriel? Nein, er hatte ja selbst gesagt, dass sie nichts zu befürchten hatten, jetzt wo er in England war.
„Gehen Sie zurück!" wurde sie aufgeschreckt als zwei Sanitäter durch die, vom Barkeeper geöffnete Tür, herein kamen und sich gleich um Josh kümmerten.

Wie in Zeitlupe trat sie von ihm zurück, umfasste ihren Oberkörper mit ihren Händen und starrte auf das Geschehen, als wäre sie gar nicht wirklich anwesend. Auf einer Liege wurden ihm weitere Nadeln in den Arm gestochen, Infusionen, Beatmung. Sie sprachen immer wieder auf ihn ein.
„Herr Van der Linden, hören Sie uns? Wir legen ihnen jetzt Infusionsnadeln, Herr Van der Linden, wir werden Sie jetzt in den Krankenwagen bringen. Herr Van der Linden, wie viel Milligramm Heroin haben sie sich gespritzt? Können Sie uns verstehen? Drücken Sie mit der linken Hand feste zu, können Sie meine Hand greifen? Wir heben Sie jetzt hoch..."
Mittlerweile öffneten sich Joshs Augen immer wieder kurz. Er schien jedoch nichts wahrzunehmen und konnte keiner der Aufforderungen folge leisten, welche die Sanitäter hatten, während sie ihn zum Transport bereit machten.

Kate wäre gerne mit ihm mitgefahren, doch wusste sie, das dies in solchen Fällen nur Familienangehörigen erlaubt war.

Als die Tür geschlossen wurde und sie allein in seinem Büro zurück blieb sank sie erschöpft an dem Schreibtisch, an dem sie gelehnt hatte zu Boden. Sie starrte auf den Punkt auf den Fliesen, an dem eben noch Josh gelegen hatte. Josh. Ihr lieber, fröhlicher Josh, der stets für sie da gewesen war. Der sie zum Lachen gebracht hatte. Der nun selbst in den Abgrund gefallen war, vor dem er sie hatte retten wollen, nachdem er persönlich ihr den Stoß an die Klippe versetzt hatte.

Einen Überraschungsbesuch. Einen schönen Überraschungsbesuch, an dem sie ihm berichten wollte, das sich in ihrem Leben alles etwas zu richten schien. Überraschend war er gewesen. Im ersten Moment hatte sie ungläubig auf den regungslosen Körper herabgestarrt und es für unwirklich, für eine Szene aus einem Film gehalten. Die Spritze die am Boden lag, das Band um seinen Oberarm, sein blasses, krankes Gesicht. In dieser Umgebung, in der sie wusste, was hier abging. Welche Geschäfte hier getätigt wurden. Es passte einfach. Es war wie die Endszene aus einem Drogendrama, in welchem der Antagonist am Ende des Films letztendlich dem erlag, was er anderen verkauft hatte. Kate hatte nicht gleich reagieren können. Nachdem sie den Krankenwagen verständigt hatte, hatte sie sich zu ihm gekniet, wohl wissend, das sie außer Warten jetzt nichts tun konnte.

Sie war es so satt in hilflosen Situationen zu sein. Nichts gegen das tun zu können, was passierte.

Auch jetzt würde sie einfach nur warten können.

Warten und hoffen, dass Josh wieder auf die Beine kam. Das keine Schäden bleiben würde.

Warten, ob er überhaupt wieder zu sich kam.

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Nun wird die letzte Szene für euch wohl mehr Sinn ergeben. Es war Josh in seinem Rausch des "goldenen Schusses". Wenn er das nicht überlebt, hätte Kate einen gigantischen Verlust zu erleiden... Und das obwohl ihr Leben sich doch gerade zu bessern scheint. 

Addicted  - Schuld und SühneLies diese Geschichte KOSTENLOS!