#1 Der Morgen danach

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Langsam öffne ich meine Augen. Ich wurde von den Sonnenstrahlen, die in mein Zimmer fallen geweckt. Draußen zwitschern die Vögel und ich sehe durch durch mein Fenster den perfekten blauen Himmel. Ich liege nur in meinem Bett und überlege, was ich an einem so schönen Tag alles machen kann. Vielleicht können Kim und ich zum Baggersee fahren? Der Baggersee ist ganz in unserer Nähe und wir liebe es, uns dort sie Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Ich entscheide mich, Kim anzurufen, möchte mich jedoch erst fertig machen. Also stehe ich langsam auf und schländere Richtung Badezimmer. Unten höre ich schon meinen großen Bruder Jannek mit meiner Mutter diskutieren. Jannek ist zwar schon 19 Jahre alt, benimmt sich aber manchmal trotzdem noch wie ein 8 jähriger. Meistens nervt er, aber wenn's drauf ankommt ist er nett und wir halten zusammen. Halt ein typisches Geschwisterpaar. Gut gelaunt und ganz in Gedanken versunken, laufe ich also ins Badezimmer. Kaum im Badezimmer, sinkt meine Laune auf den Tiefpunkt. Mist! Ich bin geschockt.

Ich sehe mein Spiegelbild an, und weiß nichts mehr. Ich sehe ein Mädchen mit total zerzausten blonden Haaren und einem mit Wimperntusche verschmieres Gesicht. Meine großen Augen knall rot. Bin das ich? Was ist passiert? Und langsam erinnere ich mich. Jedoch will ich die Geschichte am liebsten wieder vergessen! Ich greife mir einen Waschlappen und versuche vergebens mein Gesicht zu reinigen. Dieses doofe wasserfeste Makeup.

Also dusche ich mich schnell. Kalt. Normal dusche ich ungefähr eine halbe Stunde lang unter richtig warmen Wasser, aber heute nicht. Ich will nur weg! Und zwar sofort. Ich kämme meine Haare, ziehe mich an und schnappe mir mein Handy. 10:27 Uhr. 34 neue Nachrichten. 7 verpasste Anrufe. Ich will sie nicht lesen, also ignoriere ich sie. Ich gehe nur in Whatsapp und schreibe Kim: "Ich komme gleich vorbei. Muss dir was erzählen." Ich sehe noch, dass sie online ist, als ich mein Handy wieder auf's Bett schmeiße. Schon stürme ich nach unten, schnappe meine Tasche, rufe meiner Mutter noch zu, dass ich zu Kim gehe und renne zur Tür raus, ehe meine Mutter auch nur widersprechen kann.

Da Kim nicht weit von mir entfernt wohnt, gehe ich zu Fuß. Ich beruhige mich langsam wieder und binde mir meine noch nassen Haare während des Laufens zu einem kleinen Messidutt zusammen.

Endlich, ich kann das Haus von Kim schon erkennen und kurze Zeit später erkenne ich sie auch, wie sie schon ganz gespannt oben aus ihrem Fenster nach mir Ausschau hält.

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