Kapitel 64

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Pov. Max
Alex ist vor einer Stunde gegangen. Nachdem ich ihm gesagt habe das ich Luca liebe, haben wir nicht mehr viel geredet. Er meinte ich solle zu Luca und es ihm sagen. Ich hab ihm aber sofort gesagt dass ich das nicht machen werde. Zu groß ist die Angst vor Zurückweisung.

Chiara kam auch nicht mehr in mein Zimmer worüber ich eigentlich sehr froh bin, ich möchte jetzt mit niemandem reden. Ich möchte allein sein. Allein mit meinen Gedanken. Allein ohne irgendeine Person die mich tröstet oder aufmuntert. Ich hasse es wenn andere mich trösten, außer wenn es Alex ist. Bei ihm fühle ich mich tatsächlich ein wenig besser. Ich liege in meinem Bett und versuche einen klaren Gedanken zu fassen, was nicht besonders einfach ist. So viel Dinge beschäftigen mich zur Zeit und bereiten mir nichts als nur Probleme. Die Sache mit Jason ist einer meiner größten Gedanken, nach Luca natürlich. Luca ist gerade Thema Nummer eins bei mir. Ich habe es eingesehen das ich ihn liebe und jetzt ist es wahrscheinlich schon zu spät. Traurig starre ich vor mich hin. Es fühlt sich scheiße an zu wissen das Luca nichts mehr von mir will. Aber noch beschissener ist die Tatsache, dass ich es hätte verhindern können. Ich hätte ihn nur aufhalten müssen und ich liebe dich sagen, dann wäre alles gut und ich würde jetzt nicht allein in meinem Bett liegen. Luca wäre da. Wahrscheinlich würden wir kuscheln. Ein Lächeln schleicht sich bei diesem Gedanken, auf meine kaputten Lippen. Ich sollte wirklich aufhören auf ihnen rumzukauen wenn ich nachdenke. Jetzt brennen sie wieder so eklig. Wie ich das hasse.

Es vergehen noch viele weitere Stunden in denen ich da liegen und vor mich hinstarre. Diese beinahe ewige Stille wird von einem Klopfen an meiner Türe unterbrochen. Es ist ein wenig zaghaft aber dennoch entschlossen. "Wer ist da?" ,frage ich. Meine Stimme ist fast weg, nur noch ein leises Krächzen ist zu hören. Ob das jetzt vom vielen Weinen kommt oder davon das ich seit Stunden nichts mehr gesagt habe, weiß ich nicht.

Die Türe wird geöffnet und meine Mutter steckt ihren Kopf durch den Türspalt. Ihr Gesichtsausdruck wird sofort besorgt und sanfter. Langsam öffnet sie die Türe weiter und kommt ganz in mein Zimmer. Die Türe macht sie hinter sich zu und kommt zu mir ans Bett. Vorsichtig setzt sie sich auf die Kante und legt ihre Hand an meine Wange. Traurig lächelt sie mich an was ich nur genauso traurig erwidere. Wir sehen uns einen Moment lang nur stumm an und ich fasse jetzt einen Entschluss. "Mom?" ,frage ich plötzlich. Ich weiß selbst nicht warum aber ich denke jetzt wäre ein guter Zeitpunkt mit ihr zu reden. "Ja?" "Würdest du mich noch genauso lieben wenn ich dir sage, das ich nicht an Mädchen interessiert bin sondern an Jungs?" ,frage ich vorsichtig und sehe hoch in ihre Augen. "Outest du dich grade?" ,fragt sie mich schmunzelnd. "Vielleicht." "Max ich werde dich genauso lieben wie davor auch. Es ist mir vollkommen egal wen du liebst. Liebe ist liebe und ich will nur das du glücklich wirst. Egal mit wem. Außerdem, was macht es für einen Unterschied wenn du jetzt auf Frauen oder Männer stehst. Du bist trotzdem noch der gleiche und bleibst für immer mein kleiner Maxi." ,meint sie sanft und lächelt während sie über mein Gesicht streicht. "Aber ich nehme mal an, dass ist nicht das einzigste was dich bedrückt hat." ,setzt sie hinterher. "Ich liebe einen Jungen Mom. Einen Jungen, der mich jetzt hasst."

"Wieso hasst er dich?" ,fragt sie mich. "Ich hab ziemlich falsch gemacht und ihn damit verletzt. Außerdem hab ich ihm was wichtiges verschwiegen, dass ist auch der Grund warum wir uns heute Morgen gestritten haben." ,erzähle ich ihr leise und sehe an die Decke. "Und du bist dir sicher, dass er dir nicht mehr verzeihen wird?" ,fragt sie und fährt mit ihrer Hand durch meine Haare. "Ja ziemlich sicher. Er hat vorhin gesagt wenn ich ihn aufhalte, wird er mir verzeihen. Wenn ich ihn gehen lasse, trennen sich unsere Wege. Mom, ich weiß nicht wieso ich ihn nicht aufgehalten habe. Ich liebe ihn doch, nur weiß er das nicht." "Liebt er dich?" ,ist das einzigste was ihren Mund verlässt. "Ja, hat er jedenfalls gesagt. Er denkt ich würde ihn nicht lieben und hätte ihn verarscht." ,erkläre ich ihr leise. Sie nickt nur langsam und ich sehe das sie gerade über irgendetwas nachdenkt. "Du meintest du hättest viel falsch gemacht, was denn zum Beispiel?" "Es gibt halt ein Problem bei dieser Beziehung weshalb ich nicht mit ihm zusammen sein wollte. Okay nein, ich wollte aber ich konnte nicht. Es gab zu viele Gedanken die mich belastet haben. Ich habe angefangen unfreundlich zu sein und ihn auch zu ignorieren. Das hat ihn ziemlich verletzt und ich hab es eigentlich sofort wieder bereut. Er wollte um mich kämpfen, das hat er ziemlich oft gesagt. Ich wollte es aber nicht, da es in meinen Augen alles nur noch schlimmer gemacht hat. Wenn ich nicht so ein Sturkopf wäre, wären wir jetzt schon längst zusammen. Wieso mach ich immer alles falsch?" ,frage ich und sehe sie verzweifelt an. "Du machst nicht immer alles falsch Max. Du machst Fehler und aus diesen lernst du. Wenn du könntest, würdest du jetzt alles anderst machen?" ,fragt sie mich und greift nach meiner Hand. "Ja natürlich." ,sage ich sofort. "Siehst du, du hast aus deinen Fehlern gelernt. Und Max, wenn diese Person die ganze Zeit um dich gekämpft hat, dann bist du wohl jetzt an der Reihe." ,meint sie und steht auf. "Was meinst du?" ,frage ich nach. "Du bist dran mit kämpfen, wenn du ihn wirklich liebst musst du auch was dafür tun." ,erklärt sie mir. Ich nicke leicht und fange an zu lächeln. "Danke für dein Verständnis Mom. Hab dich lieb." ,sage ich lächelnd. "Ich dich auch Schatz." ,erwidert sie lächelnd und gibt mir einen Kuss auf meine Stirn.

"Max?" "Ja?" "Was ist eigentlich mit deiner Nase passiert? Das war aber hoffentlich nicht er." ,fragt sie und deutet auf meine Nase. "Nein das war nicht er. Das war der Junge dem ich Nachhilfe gebe." ,seufze ich. "Jason richtig?" Ich brumme nur zustimmend und sehe an die Decke. "Und warum hat er das gemacht?" Erneut seufze ich und sehe sie an. Ein besorgtes Lächeln ziert ihre Lippen. Ich greife wieder nach ihrer Hand und streichel diese während ich ihr die Sache mit Jason erkläre. "Du wirst ihm keine Nachhilfe mehr geben so viel steht fest. Außerdem wirst du mit Herr Freier darüber reden, er ist doch Vertrauenslehrer also kannst du es ihm sagen. Jason wird nicht mal in die Nähe von Chiara kommen. Wenn die Lehrer dagegen nichts machen gehen wir zur Polizei." "Polizei? Findest du das nicht ein wenig übertrieben?" ,frage ich vorsichtig. "Er erpresst und bedroht dich. Nicht zu vergessen das er Handgreiflich geworden ist. Also nein ich finde das nicht übertrieben." ,meint sie ernst und mit fester Stimme. "Na schön. Ich werde zu Herr Freier gehen aber Mom?" "Ja?" "Kann ich morgen nicht in die Schule? Bitte. Ich lass mir auch den ganzen Schulstoff von Alex bringen." ,flehe ich und sehe sie müde an. Sie seufzte. "Außnahmsweise und die Nachhilfe wird auch abgesagt. Dieses Arschloch betritt mir nicht mein Haus." ,meint sie sauer. "Danke Mom." "Kein Problem Schatz. Willst du noch was essen?" ,fragt sie wieder sanfter und streicht mir ein paar Strähnen aus dem Gesicht. "Ich würde einfach nur gern schlafen." ,sage ich erschöpft. Das war ein anstrengender Tag. "Okay schlaf gut und mach dir nicht so viele Gedanken. Wenn er der Richtige ist werdet ihr schon irgendwie zusammen kommen." ,meint sie und gibt mir zum Abschluss noch einen Kuss auf die Stirn bevor sie mein Zimmer verlässt. Hoffentlich hat sie recht.

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