Kapitel 62

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Pov. Chiara
Endlich bin ich Zuhause. Erleichtert schließe ich die Haustüre auf und betrete das Haus. Meine Schuhe ziehe ich aus und schmeiße sie unachtsam neben die von meinem Bruder. Hä warte mal...hat der nicht erst in zwei Stunden aus? Wieso ist er schon hier? Verwirrt ziehe ich meine Jacke auf und laufe in die Küche. Meine Schultasche schmeiße ich in das nächst beste Eck. Also in der Küche ist Max nicht und auch im Wohnzimmer kann ich ihn nicht finden. Wahrscheinlich ist er in seinem Zimmer. Schulterzuckend mache ich auf dem Absatz kehrt und laufe unsere alte Holtreppe hoch. Meine Hand lasse ich über das Geländer gleiten und ich lächle dabei leicht. Ich hab das schön geschwungene Holz schon immer gemocht.

Oben angekommen laufe ich langsam zu Max' Zimmer. Die Türe steht ein wenig offen und ich kann einen Schluchzer hören. Weint er? Besorgt drücke ich die Türe noch weiter auf und sehe meinen Bruder zusammengekauert auf dem Boden liegen. Er umklammert etwas fest mit seiner rechten Hand, nur kann ich von der Entfernung nicht erkennen was. Vorsichtig laufe ich zu ihm und kniee mich neben ihn. Meine Hände lege ich in meinen Schoß und sehe ihn besorgt von der Seite an. Max hat mich anscheinend noch nicht bemerkt denn er weint einfach weiter und vergräbt sein Gesicht in seinen Armen. Erst jetzt fällt mir auf das er sich umgezogen hat, er trägt nicht mehr Luca's Sachen und seine Haare sind noch ein wenig feucht. Also hat er warscheinlich geduscht, ist jetzt auch egal.

Ich kann nicht mehr nur dabei zusehen, wie er verzweifelt vor sich hin weint. Vorsichtig lege ich eine Hand auf seinen Rücken und streiche vorsichtig über diesen. Er zuckt kurz zusammen und hebt dann seinen Kopf. Als er mich sieht wischt er sich schnell über die Augen und sieht betreten zu Boden. Nur ein paar Schluchzer verlassen noch seinen Mund, die er aber versucht zu unter drücken. "Max was ist mit deiner Nase passiert?" ,frage ich etwas geschockt. Sie ist ziemlich rot und angeschwollen. "Ist nicht so wichtig. Ich bin froh das es dir gut geht." ,meint er jetzt und ringt sich ein lächeln ab und bevor ich irgendetwas tuen kann, werde ich schon in eine Umarmung gezogen. Ich erwidere vorsichtig diese Umarmung und höre Max wieder leise schluchzen. Vorsichtig drücke ich mich von ihm weg und sehe ihn besorgt an. "Willst du reden?" ,frage ich sanft. Er schüttelt als Antwort nur den Kopf und sieht wieder auf den Boden. Seufzend sehe ich ihn an bis mein Blick auf seine Hande fällt. Sein Griff hat sich gelockert und ich kann jetzt erkennen was sich in seiner Hand befindet. Zwei Ketten. Langsam greife ich danach und zu meiner Verwunderung unternimmt Max dagegen nichts sondern starrt mich nur stumm an. Meine Finger gleiten über das Metall was an den Ketten hängt, ich drehe es in meinen Fingern und lächelnd lese ich die beiden Namen. An der einen Kette hängt Max und an der anderen Luca in einer schön geschwungenen Schrift. Hat er die Ketten von Luca? Oder selbst gekauft? "Er hasst mich Chiara." ,schluchzt plötzlich Max auf. Ich hebe meinen Blick und sehe in das Tränen überströmte Gesicht von meinem Bruder. Es ist eine ziemlich ungewohnte Situation für mich, ich habe Max bisher noch nie weinen sehen. Manchmal hab ich mich gewundert wie sowas geht aber anscheinend weint jeder mal. Auch Max. "Wer hasst dich?" ,frage ich und streiche ihm wieder über den Rücken. "Luca." ,kommt es mit brüchiger Stimme von ihm. "Das glaub ich nicht. Egal was du getan hast, er wird dich nicht hassen." "Doch, er hasst mich." ,sagt Max wieder wobei das eher ein flüstern war. "Max, du musst dich beruhigen. Ich komm gleich wieder mit ein pqar Taschentüchern und dann reden wir." ,sage ich bestimmend und stehe auf. Ich reiche Max meine Hand, die er fest umklammert und anschließend ziehe ich ihn hoch. "Komm." ,sage ich wieder sanfter und führe ihm zu seinem Bett auf das er sich auch sofort fallen lässt. "Danke Chiara." ,meint er leise. "Dafür nicht, das ist selbstverständlich Matt." ,sage ich und umarme ihn nochmal kurz weshalb er leicht lächelt.

Schnell gehe ich aus seinem Zimmer und renne die Treppe runter. Ich hole mein Handy aus meiner Hosentasche und wähle Alexander's Nummer. Er hat sie mir mal gegeben falls es einen Notfall gibt und ich denke das hier ist einer. Es tutet ein paar mal bis er schließlich abnimmt.

"Chiara? Was ist los? Ich hab noch Schule, du hast Glück das wir gerade noch Pause haben."

"Alex du musst herkommen, es ist total wichtig." ,sage ich hektisch und fahre mir durch meine Haare.

"Was ist los? Ist dir irgendwas passiert?"

Ich höre sofort die Besorgnis in seiner Stimme. "Mir ist nichts passiert aber ich habe Max zusammengekauert in seinem Zimmer gefunden. Er weint und redet irgendwas davon das Luca ihn hasst. Außerdem ist seine Nase angeschwollen. Ich hab keine Ahnung was ich machen soll. Max weint normalerweise nie. Kannst du kommen? Mit dir wird er reden. Du bist sein bester Freund." ,sage ich verzweifelt. Am anderen Ende kann ich einen Seufzer hören und dann ein Rascheln.

"Ich bin in fünfzehn Minuten da, versuch in zu beruhigen."

"Danke Alex." ,sage ich erleichtert und lege auf. Max kann wirklich froh sein ihn als besten Freund zu haben. Ich schnappe mir eine Packung Taschentücher und renne die Treppe wieder hoch. Mir fällt erst jetzt auf das ich die Ketten immer noch in der Hand halte, ich stecke sie in meine Hosentasche zu meinem Handy. Ich betrete wieder Max Zimmer und laufe zu ihm hin. "Hier." ,sage ich und reiche ihm die ganze Packung. "Danke." ,sagt er und schnäuzt schon in das erste Taschentuch. Hoffentlich kommt Alex bald.

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Hey🤗ihr könnt euch freuen heute kommen 2 kapitel🙃😘❤

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