Kapitel 60

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Pov. Max
"Nein nicht wirklich." ,sage ich und versuche mich von der Wand wegzudrücken. "Das war die falsche Antwort kleiner. Ich glaube du hast unseren Deal vergessen, wenn sich das nicht ändert muss ich deiner Mutter wohl einen kleinen Besuch abstatten." ,flüstert Jason mir ins Ohr und hält mich weiter fest. "Mir doch egal. Ich hab sowieso vor es ihr zu sagen." ,schnaufe ich. Der kann mich mal. Soll er es ihr halt sagen, sie wird mich verstehen, hat sie schon immer. "Oh woher denn der plötzliche Mut? Weißt du, an deiner Stelle wäre ich mir nicht so sicher, dass dich deine Mutter akzeptiert. Wenn du Glück hast wird sie deine Sexualität akzeptieren aber ganz bestimmt nicht, dass du in deinen Stiefbruder verliebt bist. Das ist abstoßend, ich mein ganz ehrlich. Er ist dein Stiefbruder, er gehört zu deiner Familie. Jetzt stell dir mal vor eure Eltern bekommen noch zusammen ein Kind. Das wird doch für sie oder ihn total komisch sein wenn die älteren Brüder zusammen sind. Das sowas überhaupt legal ist, das ist doch krank. Als ob deine Mutter sowas akzeptieren würde, komm mal aus deiner Traumwelt zurück in die Realität. So etwas geht immer nur in Filmen gut aus, dummweise ist das hier kein Film, das ist die Realität." ,meint Jason. Mittlerweile hat er mich umgedreht, sodas ich jetzt mit meinem Rücken an der Wand stehe.

"Seh es ein. Du und dein Luca haben keine Zukunft zusammen aber wir dafür schon. Ich kann dich viel besser behandeln als er es je hätte tun können. Vertrau mir, ich weiß was gut für dich ist. Außerdem kannst du froh sein das ich am Freitag nicht wirklich nüchtern war, sonst hätte Luca die blutige Nase gehabt und nicht ich. Komm schon, wenn du dich für mich entscheidest gibt es weniger Komplikationen." ,meint Jason jetzt sanfter und streicht mir vorsichtig über meine Wange. Sein Griff hat sich auch gelockert und er hat nur noch eine Hand an meiner Hüfte. "Aber ich will Luca." ,sage ich leise und sehe auf den Boden. Ein brennender Schmerz auf meiner Wange lässt mich wieder hoch sehen in die grünen Augen von Jason. Jason's Augen sind zwar auch grün, doch sie strahlen nicht so eine Wärme aus wie Luca's. Diese hier sind kalt und machen mir Angst. "Du kannst ihn aber nicht haben! Entweder du wirst freiwillig mein Freund oder ich zwing dich dazu! Und glaub mir, das willst du nicht." ,schreit er mich schon fast an. "Bitte tu mir nichts." ,sage ich ängstlich und mache mich noch kleiner als ich eh schon bin. Ich habe gerade so Angst das Jason noch gewalttätig wird. Er hat manchmal solche Ausraster, zwar nicht oft aber wenn er gerade einen hat, sollte man aufpassen was man zu ihm sagt. "Ich tu dir nichts wenn du diesen Luca vergisst und dich für mich entscheidest." ,presst er zwischen seinen Zähnen hervor.

Sein Kiefer ist angespannt, ebenso wie jeder einzelne Muskel in seinem Körper. Ich bekomme es immer mehr mit der Angst zutun und traue mich fast nicht mehr zu atmen. "Max antworte mir." ,knurrt er bedrohlich. Im Moment kommt er mir wie ein Hund vor, der gerade seine Zähne fletscht. "I-ich ähm also-" ,fange ich an zu stottern. "Du was?" ,fragt er mich provokant. Soll ich mich wirklich für ihn entscheiden? Nein das wäre Schwachsinn. Lieber liege ich im Krankenhaus! Ich hasse Jason! Oh Gott kann der sich nicht einfach aus meinem Leben raushalten? Plötzlich ist die Angst wie weggewischt und ich spüre nur noch Wut. Und genau diese lasse ich jetzt raus. "Das ist Erpressung! Bist du wirklich schon so tief gesunken, damit du mich erpressen musst? Will dich niemand oder warum das ganze hier?! Lass mich doch einfach in Ruhe! Ich will nichts von dir! Du bist das größte Arschloch überhaupt! Wie soll dich bitte jemand lieben?!" ,schreie ich ihn an und stoße ihn vor die Brust.

Mein Mut verlässt mich allerdings genauso schnell wieder wie meine Wut, als ich Jason Gesichtsausdruck sehe. Ich schlucke schwer und will schon weggrennen, leider ist Jason schneller und zieht mich wieder zu ihm. "Das war die falsche Antwort!" ,schreit er mich an und im nächsten Moment spüre ich einen stechenden Schmerz ihm Gesicht. Mein Kopf knallt gegen die Wand und ich verliere mein Gleichgewicht. Ah fuck tut meine Nase weh! Ich halte instinktiv meine Hand an meine Nase und sehe Blut. Och nö. Plötzlich spüre ich einen festen Griff um mein Kinn und werde damit gezwungen hochzusehen. "Hör mir gut zu! Dass ist das letzte mal, dass ich es dir sage. Du und Luca habt keine Chance okay! Ich will dich nur vor einem haufen Schmerzen schützen. Und es ist mir egal ob du was von mir willst oder nicht, ich will was von dir und der Rest ist mir egal. Ach und eins noch. Du willst doch sicher nicht das deiner kleinen Schwester was passiert oder? Keine Menschenseele erfährt, dass ich das war. Verstanden?" ,fragt er streng und deutet mit seiner freien Hand auf meine Nase. "J-ja." "Gut und du solltest dir das ganze hier nochmal gut überlegen, wir wollen ja nicht das deiner kleinen Schwester was passiert. Das wäre doch sehr tragisch, das arme Mädchen." ,meint er noch gespielt mitleidig und lässt mein Kinn los. Ich sehe noch wie er mir einen letzten Blick zuwirft bevor er das Jungsklo verlässt.

Er würde meiner Schwester doch nichts antun oder doch? Ihr darf nichts passieren! Ich muss hier raus, sofort! Langsam versuche ich aufzustehen und schaffe es auch schließlich. Völlig durcheinander verlasse ich jetzt auch das Jungsklo und laufe die Gänge entlang. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass es schon zur ersten Stunde geklingelt hat. Ich komme an dem Raum an, in dem ich jetzt Deutsch bei Herr Freier habe und klopfe zaghaft an. "Herrein!" ,kommt es von deinen und ich öffne vorsichtig die Türe. "Was ist den mit dir passiert?!" ,fragt Herr Freier sofort als er mich sieht. "Ich ähm hab ne Türe ins Gesicht bekommen." ,lüge ich und weiche seinen Blicken aus. "Eine Türe? Ganz sicher?" ,fragt Herr Freier und hebt seine Augenbraue hoch. "Ja ich bin mir sicher." ,sage ich. Mein Lehrer atmet einmal aus und sieht sich in der Klasse um. "Alexander? Kannst du bitte mit Max ins Krankenzimmer?" "Ja klar." ,meint Alex sofort und steht auf. "Danke dir." ,sagt Herr Freier noch bevor Alex und ich den Raum verlassen.

Wir laufrn schweigend nebeneinander her, ich spüre die besorgten Blicke, von meinem besten Freund, auf mir. "Das war keine Türe oder?" ,fragt er jetzt schließlich. "Ähm doch?" "Lüg mich nicht an okay? Wir sind jetzt schon so lange beste Freunde, ich merke wenn du lügst. Das da, war mit Sicherheit keine Tür." ,meint er jetzt. Ich bleibe stehen. Er auch. Mein Blick hebt sich und ich sehe direkt in seine blau-grünen Augen.

"Es tut mir leid. Wirklich. Aber ich darf es dir nicht sagen." "Wieso nicht?" ,fragt er mich jetzt. "Weil Chiara sonst was passiert." ,sage ich traurig. "Hey ist okay aber du sollst wissen das ich immer für dich da bin." ,meint Alex und zieht mich in eine Umarmung die ich nur zu gern erwidere. Langsam lösen wir uns voneinander und ich lächle ihn vorsichtig an. "Komm wir sollten uns beeilen." ,meint Alex und lächelt mich etwas besorgt an. "Ich werd schon nicht sterben." ,sage ich und verdrehe grinsend meine Augen.

Alex ist wirklich mein bester Freund, er schafft es immer irgendwie mich abzulenken und aufzuheitern. Dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar, ich sollte mich mal bei ihm bedanken. Das mache ich viel zu selten.

"Danke." ,sage ich deshalb gerade herraus. "Wofür?" ,fragt er leicht irritiert lächelt aber weiter. "Dafür das du mein bester Freund bist." ,sage ich schief grinsend was Alex ein Lachen entlockt. "Ich hab zu danken, ohne dich wär mein Leben so viel langweiliger." ,meint Alex breit lächelnd. Ich lächle zurück und vergesse für einen Moment all meine Probleme.

~

"Gebrochen ist sie nicht. Verstaucht glaube ich allerdings schon. Du solltest lieber gleich Zuhause anrufen und zu Sicherheit nochmal ins Krankenhaus fahren." ,meint unsere 'Krankenschwester'. "Okay mach ich." ,sage ich und stehe auf. Ich suche in meinen Hosentaschen nach meinem Handy, kann es aber nicht finden. Das hatte ich heut Morgen doch noch. Plötzlich fällt mir auf das ich meinen Rucksack gar nicht bei mir habe. "Mein Handy ist in meinem Rucksack und den hab ich auf dem Klo vergessen." ,sage ich jetzt und schaue flehend zu Alex. "Na schön. Ich hol ihn. Welches Klo?" ,fragt er mich sofort. "Das direkt beim Eingang." Alexander nickt leicht und verlässt das Zimmer. "Du kannst auch schnell mit dem hier anrufen." ,meint die Frau freundlich. "Ähm okay. Danke." ,sage ich und laufe zu ihr um das Telefon zu nehmen. Ich tippe die Nummer von Seppl's WG ein und hoffe das irgendjemand von den vier rangeht. Meine Mutter ist ja arbeiten und Luca's Vater auch, bleibt also nur noch Seppl. Das tuten verschwindet und ich höre kurz ein Rauschen bevor er anfängt zu sprechen. "Hallo hier ist Luca."

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