Tod

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Wir landeten in Brighton auf einem sehr breiten Steg. Dort warteten auch schon mehrere Bodyguards auf uns, die uns noch beim aussteigen umzingelten. In genügte Haltung mussten wir dann den langen Steg lang laufen. Wir liefen jedoch nur soweit, bis wir über das Wasser drüber weg waren und nur noch Strand unter uns war. Dort war auch eine Treppe, die zum Strand führte. Diese stiegen wir hinab und liefen dann unter dem Steg. Hier waren wieder mehrere Männer, die etwas zu bewachen schienen. Es war eine massive Metalltür, die aus dem Sand ragte. Vermutlich war dort unten ein Bunker oder so. Einer der Männer öffnete sie und dann zeigten die uns den erstaunlich modern aussehenden Bunker. Anette begann schon die Treppe hinabzusteigen, aber ich war noch nicht bereit dazu. Ich fragte einen der Männer: "Wissen sie etwas über den anderen Hubschrauber? Sind sie auch schon gelandet? und wenn nicht, wann kommen sie an?" Doch keiner antwortete mir. 

Anette war mitten auf der Treppe stehen geblieben und Clarissa hatte sich schon an den Rand begeben. Wegen mir waren sie stehen geblieben und hatten sich umgedreht, doch offenbar interessierten auch sie sich nicht für meine Fragen und zogen mich deswegen mit hinunter. Keiner redete mit mir. Wir liefen einfach nur stumm die Treppe runter, die zu einen langen Flur führte. Es war eine Glastunnel und um uns rum war überall Wasser. Über die Sicherheit, die dieser Tunnel vermutlich nicht gewährleisten konnte könnte man sich streiten und ich nahm mir vor, das bei der nächst besten Gelegenheit anzusprechen. 

Aber das erübrigte sich wohl, denn wir wurden in einen Raum geführt. Dieser Raum sah einer Bibliothek sehr ähnlich und es standen sogar verschnörkelte Säulen im Raum, die aber wohl eher nur Dekozwecken dienten. Aber schon an der Tür konnte man sehen, dass sie viel Druck aushalten konnte und da wollte ich mir gar nicht vorstellen aus welchem Material der Tunnel und die Fenster wirklich waren. 

Zwischen zwei Bücherregalen und unter einem Fenster befand sich ein sehr großer Schreibtisch. Vor diesem stand ein Mann in einem Armanianzug. Vorher ich das wusste? Mein Ex hatte so ein Ding. Man gibt einen Haufen von Geld für den aus und am Ende tragen die ihn ja doch nur einmal. Das ist das gleiche wie mit Abschlusskleidern, nur dass ich meins noch nicht tragen durfte. 

"Hallo, Anette. Hallo, Clarissa. Und hallo, Claire. Ich glaube wir sind uns noch nicht persönlich begegnet." er steckte mir die Hand hin, doch ich nahm sie nicht. 

Er lachte: "Genau wie Christoph. Aber der Apfel fällt wohl nicht mit vom Stamm." Ich antwortete nicht sondern guckte ihn einfach nur stumm an. Ich wollte wissen, wer er war und was er von mir wollte.

"Es tut mir leid, ich bin wirklich unhöflich. Mein Name ist Luis Redburn und ich bin der Chef ihres persönlichen Geheimdienstes. Ja, Sie haben richtig gehört. Neben dem normalen englischen Geheimdienst hat die Königsfamilie schon seit Jahrhunderten ihren persönlichen. Ich bin für Ihre Sicherheit verantwortlich und wenn Sie irgendwann mal Hintergrundwissen und persönliche Daten über irgendjemanden haben möchten bin ich Ihr Mann. Ich muss Ihnen ohne Fragen zustellen alle Informationen geben und beschaffen, die ich finden kann." erklärte er. 

"Gut, Mr. Redburn. Dann können Sie mir doch bestimmt sagen, was mit Christoph, Cale und meiner Ziehfamilie passiert ist und ob sie überhaupt noch leben." antwortete ih trotzig. Ich hatte jedoch nicht mit einer Antwort gerechnet: "Wie Sie wünschen, eure Majestät. Der König und der kanadische Prinz sind drei Räume weiter und unterhalten sich momentan mit dem kanadischen Botschafter. Was ihre Ziehfamilie angeht, habe ich leider nicht so gute Neuigkeiten. Der Hubschrauber ist, kurz nachdem sie gestartet sind, von Bombensplittern getroffen und deswegen abgestürzt. Es gab keine Überlebenden außer den Piloten, der mir die Geschichte und jedes ihrer Details erzählt hat." 

Ich fiel auf die Knie. Es konnte nicht sein. Meine Familie, die mich aufgezogen hatte und mein ganzes Leben lang für mich da war, war tot. Ich schrie Mr. Redburn an: "Sie lügen! Sie lügen mich an!" Doch er gab sich ganz neutral und blieb an seinem Schreibtisch stehen: "Ich wünschte wirklich es wäre nicht so." Im selben Moment wurde die Tür geöffnet und mehrere Personen kamen in den Raum. Unter ihnen waren Christoph und Cale. Cale rannte zu mir und nahm mich in den Arm. Christoph dagegen meckerte Luis an: "Sie sollten es ihr doch noch nicht sagen!" 

Dieser antwortete ganz ruhig: "Es tut mir leid, eure Majestät, aber ich stehe auch im Dienst der Prinzessin und muss aus diesem Grund auf jede ihrer Forderungen eingehen." Christoph schnappte und schüttelte den Kopf. Clarissa und Anette waren mittlerweile aus ihrer Starre erwacht und knieten sich zu mir auf den Boden. Jeder tröstete mich und jeder versuchte mich zu verstehen, aber niemand, der es nicht selbst erfahren hat, wird je verstehen, wie es sich anfühlt seine Familie zu verlieren. 

Clair Maos - die Geschichte einer KöniginLies diese Geschichte KOSTENLOS!