Harry POV

"Bitte, lass mich. Ich danke dir, das du mir geholfen hast aber am besten kommst du gar nicht mehr in dieses Viertel.", flüsterte sie und fuchtelte wild zitternd mit ihrem Feuerzeug vor einer Zigarette herum.

Ihr Bauch war unter dem Kleidchen nicht zu übersehen, er wölbte sich unter dem schwarzen Stoff. Fassungslos riss ich ihr den Glimmstängel aus der Hand bevor sie überhaupt daran ziehen konnte. Das war schädlich waren meine Gedanken als ich sie austrat.

"Du bist schwanger!", sagte ich entsetzt und sie nickte.

"Eben, deshalb. Geh jetzt.", befahl Jenny und verkroch sich in eine Ecke.

Es war wie ein Stich ins Herz. Ich hatte ihr doch angeboten von hier weg zu gehen. Kein Mädchen verdient das und schon lange nicht Jenny ohne Hoffnung. Eine schimmernde Träne verließ mein Auge bevor ich es hätte verhindern können. Noch einmal schaute ich verzweifelt auf das gebrochene Mädchen, dessen Schicksal ich gerne erfahren hätte aber ich bin ja auch nicht besser. Ich halte mein Leben mit dem Stress ja auch nicht mehr lange aus, in letzter Zeit ist es kritisch. Mit taumelnden Schritten stolperte ich zurück zu meinem Wagen auf dem ein Graffiti prangerte. Genervt verdrehte ich meine Augen. Das hätte ich mir ja denken können zum Glück war mein Wagen nicht demoliert oder ein Paar saß darin und rieb sich aufeinander. Mit einem Klicken entsperrte sich mein Auto und ich fuhr los. Strickt schaute ich nach vorne, drückte aufs Gaspedal, um meine Gedanken auszublenden.

Ich war ein emotionales Wrack genau wie sie. Es war zu logisch und doch verwirrend.

Als ich in meine Wohnung trat, hörte ich ein Rascheln und ein Lachen bevor ich die Jungs auf meine Coach gequetscht entdeckte. Doch nachdem Louis mit mir Augenkontakt hatte und auch die anderen Jungs registrierten das ich da war, schlug die Stimmung schlagartig um.

"Wo verdammt nochmal warst du und wieso hast du so viele Verletzungen, Harry?", schrie Louis mich an und die anderen betrachteten uns stumm.

Keine Ahnung was ich sagen sollte. Deshalb schaute ich starr auf den Boden, wagte nicht nach oben zu schauen.

"Ich rede mit dir! Weißt du was wir uns für Sorgen machen?! Ein A-Promi draußen ohne Begleitung... Weißt du nicht als Zayn, Liam und ich im Nike Shop eingeschlossen waren, weil die Fans uns gefangen hielten? Verdammt nochmal, rede!", rief er verärgert und rüttelte an meinen Schultern. "Es ist was passiert Harry. Ich sehe das Blut."

"Herr Gott, ich bin schon 20 Jahre alt.", brüllte ich und verschrenkte die Arme.

"Und ich 22. Sag es mir.", zischte er erschreckt und ging einen Schritt von mir weg.

"Er hat Recht, Hazza. Das kannst du nicht einfach so machen.", sagte Zayn und stellte sich hinter Louis.

"Sagt mir nicht was Recht ist und Unrecht! Ihr habt ja keine Ahnung. Ich war im Ghetto und habe mich umgesehen, habe gesucht und gefunden.", erklärte ich und meine Brust bebte.

"In diesem Gewaltviertel?! Bist du lebensmüde? Ich weiß, dass es dir im Moment nicht gut geht, dass du daran gedacht hast auszuwandern, weil dir der Trubel zu viel wird. Harry, uns geht es genauso aber du musst aufpassen. Prügeln ist da nicht die beste Lösung.", murmelte Louis und legte eine Hand auf meine Schulter.

Schweigend drehte ich mich um und stampfte die Treppen zu meinem Zimmer herauf. Sie haben es gemerkt, dass es mir nicht gut ging. Sie haben es jede verdammte Sekunde gemerkt und ich war nur zu dumm, um das zu erkennen. Doch sie waren ja noch unten und saßen in meiner Wohnung. Ich brauchte Ruhe, doch die Neugier übermannte mich. Was dachten sie über mich? Leise ging ich wieder zur Wohnzimmertür und hörte sie durch die Tür über mich sprechen.

Hinterland |hs|Lies diese Geschichte KOSTENLOS!