Hangover

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Etwas kaltes lief mir mein Gesicht herunter und zerrte mich aus einem wunderbar tiefen Schlaf. Gequält drehte ich mich um und vergrub mein Gesicht in meinem Kissen. Es dauerte ein wenig bis ich feststellte, dass das Kissen ebenfalls nass und kalt war. Mürrisch schmiss ich es in die Ecke und nahm mir ein anderes. Wie schön es doch ist in einem Meer von Kissen zu liegen. 

Ich war schon wieder dabei weg zunicken als ich ein lautes Klatsch-Geräuch neben meinem Ohr hörte. "Was soll der scheiß?" fragte ich mürrisch in der Hoffnung, dass niemand antwortet und ich weiterschlafen kann. Es wäre ja auch zu einfach gewesen. "Steh auf du Schluckspecht!" rief mir eine quwietschige Stimme ins Ohr. "Was man nicht alles tun muss um die wachzubekommen." sagte nun eine männliche Stimme. Jetzt wurde es mir zu viel: "Was muss ich tun  damit ihr weggeht?" 

"Aufstehen und mit uns kommen." Nun spürte ich eine Gestalt direkt vor meinem Gesicht, aber ich war zu müde um die Augen aufzumachen. Bis mir jemand die Decke wegzog. Mit einem Mal war ich hellwach und setzte mich auch sofort gerade hin. "Was soll der scheiß?" fragte ich und rieb mir die Augen. Ich war immer noch nicht bereit diese zu öffnen. 

"Wenn du nicht sofort aufstehst und duschen gehst komme ich mit." hörte ich eine männliche Stimme mir ins Ohr flüstern. Kurz überlegte ich ob ich das Risiko nicht eingehen sollte, immerhin hatte ich ja genau das, was die meisten Frauen auch haben. Aber mit dem zweiten Mal überlegen kam mir der Gedanke, dass ich der andere Person vielleicht nicht unbedingt zeigen möchte, was jede Frau so hat. 

Also stand ich mürrisch auf, ohne nachzusehen wer mir da eigentlich ins Ohr geflüstert hatte oder wer mir die Decke weggezogen hatte, und schlenderte wie ein Zombie ins Bad. Nach einer erfrischenden Dusche und meiner Morgenroutine kam ich auch schon wieder aus der Tür raus. Nun war ich bereit meinen Schlafdieben ins Gesicht zu blicken. 

So schnell wie ich dachte dass ich es war, war ich wohl nicht. In meinem Zimmer saßen völlig gelangweilt Ruby, Christian und Cale. "Warum zum Teufel seit ihr um diese Uhrzeit hier?" fragte ich sie. Nachdem sie mich bemerkt hatten sprangen sie ruckartig aus meinen Sitzkissen auf: "Na endlich. Es wurde ja auch mal Zeit. Wie kann man nur so lange im Bad brauchen." Mein Kopf dröhnte bei jedem einzelnen Buchstaben und anstatt zu diskutieren ließ ich mich einfach von Ruby mit zum Kleiderschrank ziehen. 

Ohne Worte legte sie mir ein paar Sachen raus und half mir beim umziehen. Da ich gar nicht wissen wollte warum ich ein Festtagskleid anhatte ignorierte ich es und wir gingen mit den Jungs zusammen zum Fahrstuhl. Vor diesem standen auch die Anderen, die offensichtlich auf mich gewartet hatten. Aber mir tat es auch nicht leid. Warum auch? Immerhin haben sie mir meinen kostbaren Schlaf geklaut. 

"Du siehst gar nicht mal so übel aus." stellte Reem erstaunt fest. 

"Was soll das denn jetzt heißen?" fragte ich sie leicht verwirrt. Sehe ich sonst scheiße aus? 

"Naja, bei dem was du gestern runtergekippt hast... Es war ein Wunder, dass du dich nicht übergeben hast." sagte Ruby. 

Verzweifelt versuchte ich mich an den gestrigen Abend zu erinnern, aber alles was ich noch wusste war, dass ich mit Ruby zusammen gegen Noah und Cale gewonnen hatte und das ich danach noch mit Ruby auf den Sieg angestoßen habe. An weiteres erinnere ich mich nicht mehr. Und jeder Versuch den ich daran verschwende löst Kopfschmerzen bei mir aus. 

"Was genau habe ich denn noch gemacht?" fragte ich an Ruby gewandt. 

"Da fragts du besser ihn hier." sie zeigte mit dem Finger auf Cale. 

"Er war der letzte, der dich gestern noch gesehen hat nachdem wir auf unseren Sieg angestoßen haben. Wer weiß, was da so gelaufen ist.." sagte sie unschuldig und zog ihre Schultern nichtsahnend in die Höhe. 

Clair Maos - die Geschichte einer KöniginLies diese Geschichte KOSTENLOS!