Kapitel 14

417 39 13

Pov. Max
Kopfschüttelnd beobachte ich meinen Bruder dabei wie er von dem Boden aufsteht und versucht das Fenster leise zu schließen. Okay warum klettert er durch das Fenster um in das Haus zu kommen? Ist ja nicht so als würde ich ihm die Tür öffnen wenn er klingelt. Stumm beobachte ich Seppl dabei wie er zu dem Schrank meine Schwester schleicht und ihn öffnet. Was hat er vor? "Bist du jetzt James Bond oder warum kommst du durch's Fenster rein?" ,frage ich und lehne mich mit verschränkten Armen an den Türrahmen. Sebastian zuckt zusammen und dreht seinen Kopf in meine Richtung. "Mach das bitte nie wieder." ,meint er nachdem er mich erkannt hat. Ich stoße mich vom Türrahmen ab und laufe zu ihm hin. "Was machst du hier?" ,frage ich misstrauisch. Ich verstehe einfach nicht, warum er durch das Fenster in unser Haus geklettert ist. Das ist sogar für Seppl's Verhältnisse komisch. Sebastian antwortet mir nicht sondern fährt sich nervös durch seine Haare. "Ähm.." ist das einzigste was er nach einer Minute hervor bringt. "Ich wollte euch besuchen?" ,meint er schließlich, doch es klang eher wie eine Frage als wie eine Antwort. "Und deshalb kommst du durch's Fenster?" ,frage ich ungläubig. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und mustere meinen Bruder genau.

Nervös kaut er auf seiner Unterlippe herum und wischt sich seine Hände an seiner Hose ab. "Ich ähm also...das kann ich ganz leicht erklären." ,stammelt er vor sich hin. Jetzt ziehe ich meine andere Augenbraue auch noch hoch und verschränke wieder meine Armen vor der Brust. "Die Erklärung würde ich gern mal hören." ,sage ich. "Ja ich auch." ,meint er jetzt und kratzt sich verlegen am Hinterkopf.

"Sag doch einfach was du hier willst und warum du durch das Fenster in's Haus bist." ,sage ich genervt und lasse meine Arme fallen. Wieso kann er es mir nicht einfach sagen? So schlimm wird es schon nicht sein. Von ihm bin ich immerhin schon einiges gewohnt. "Es ist eine Überraschung." ,meint er schließlich und spielt nervös mit seinen Händen. "Überraschung? Für wen?" ,frage ich verwirrt. "Chiara." ,murmelt er leise und senkt seinen Blick auf den Boden. Eine Überraschung für Chiara? "Wieso denn das?" ,frage ich immer noch verwirrt. "Ich hab ihr doch versprochen das ich sie am Samstag besuchen komm. Und das hab ich halt irgendwie vergessen, weshalb ich eine Überraschung für sie geplant habe, die ich ihr dann morgen geben werde." ,erklärt er mir schließlich. "Okay aber das erklärt immer noch nicht warum du durch's Fenster geklettert bist." ,meine ich jetzt. "Was hätte ich sonst machen sollen?" "Ähm klingeln? Ich hätte dir sogar aufgemacht." ,meine ich. Sebastian sieht mich kurz an bevor er anschließend seufzt und sich mit seinen Händen über das Gesicht fährt.

"Wie soll ich dir das jetzt erklären? Es ist halt so das du es nicht hinbekommst Sachen für dich zu behalten. Immer wenn ich dir etwas erzähle, das niemand wissen soll, weiß es am nächsten Tag die halbe Stadt." "Das stimmt überhaupt nicht!" ,protestiere ich und verschränke wieder die Arme vor der Brust. Sebastian sieht mich nur Kopfschüttelnd an und verdreht dabei seine Augen. "Weißt du noch als Chiara Geburtstag hatte und ich dir erzählt habe was ihr Geschenk ist?" ,fragt er mich jetzt weshalb ich stumm nicke. "Und weißt du noch das sie komischerweise an ihrem Geburtstag schon wusste was ich ihr schenke?" Wieder nicke ich. "Und weißt du auch wieso?" ,fragt er mich jetzt provokativ und zieht eine Augenbraue hoch. "Das ist Ewigkeiten her. Ich kann mittlerweile Sachen für mich behalten." ,sage ich Selbstbewusst. "Max Chiara hatte vor einem Monat Geburtstag!" ,meint Seppl genervt.

"Sag ich doch." ,meine ich nur knapp. Sebastian sieht mich mit dem das-ist-jetzt-nicht-dein-Ernst-Blick an. "Warte eins verstehe ich nicht." ,sage ich schnell um vom Thema abzulenken. "Wenn du eine Überraschung für Chiara hast und diese ihr morgen geben willst. Wieso bist du dann jetzt schon hier?" ,frage ich irritiert. Sebastian sieht mich an und kaut nachdenklich auf seiner Unterlippe herum. "Ich brauche für die Überraschung etwas von ihr." ,meint er schließlich nach einem Seuftzer. "Und was?" "Das sage ich dir nicht sonst weiß sie es morgen bestimmt schon." ,meint er jetzt stur. "Ich verrate ihr schon nicht's." ,gebe ich genervt zurück. Wieso denkt er das ich schlecht darin bin, Geheimnisse für mich zu behalten? Na gut, vielleicht habe ich in der Vergangenheit das ein oder ander Geheimnis verraten, aber trotzdem. Ich mach das seit einem Monat schon nicht mehr. Liegt vielleicht auch daran, dass ich seit dem kein Geheimnis mehr mittbekommen habe. "Vergiss es ich sag es dir nicht." ,meint er immer noch stur. Ich will grade protestieren als sich Schritte dem Zimmer nähern. "Matt?!" ,höre ich die Stimme meiner Schwester. Sebastian's Gesichtsausdruck verrät mir das er Panik schiebt. Ohne groß zu überlegen schiebe ich Seppl in den Kleiderschrank und mache diesen gerade noch rechtzeitig zu, denn genau jetzt kommt sie zu mir in das Zimmer gelaufen. "Was machst du in meinem Zimmer?" ,fragt sie etwas verwirrt. "Ich hab nur das Fenster aufgemacht." ,lüge ich und ziehe meine Schwester an ihrer Hand, aus dem Zimmer. "Hey!" ,schreit sie kurz überrumpelt auf. "Hey Chiara wollen wir nicht über die Gamescom reden? Ich meine wenn Lisa schon da ist können wir es gleich mit ihr besprechen." ,versuche ich sie auf andere Gedanken zu bringen. Ein Jubel ihrerseits bringt mich leicht zum lächeln. Jetzt ist sie diejenige, die mich hinter sich herzieht. In der Küche unten angekommen berichtet sie Lisa gleich davon, weshalb die beiden sich Sekunden später aufgeregt über die Gamescom unterhalten. Jenny stimmt irgendwann auch mit ein, da sich herausstellt das sie auch ein ziemlicher YouTube Fan ist. Die drei reden aufgeregt mit einander über dieses Thema und ich fange an leise den Abwasch zu machen.

Meine Gedanken sind überall, nur nicht bei dem dreckigen Geschirr vor mir. Was Seppl Chiara wohl schenkt? Und wieso braucht er dazu etwas aus Chiara's Zimmer? Ich lasse das Wasser in das Waschbecken ein und gebe ein wenig Spülmittel dazu. Wird die Gamescom wirklich so schlimm wie ich es mir vorstell? Wenn ich erlich bin war dieser Concrafter vorhin ja auch nicht so scheiße. Aber das werde ich niemal zugeben. Sonst nervt mich meine Schwester Tagelang damit, das sie recht hatte. Ein Kuss auf meine Wange befördert mich wieder in die Realität zurück. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und blicke in das etwas verschlafene Gesicht meiner Mutter. Schnell hole ich eine Tasse aus dem Schrank und schenke ihr den Rest von dem Kaffee ein, der von heute morgen noch übrig ist. Mit besorgtem Blick gebe ich ihr die Tasse. "Solltest du nicht lieber noch ein wenig schlafen? Du musst in zwei Stunden schon wieder los." ,meine ich besorgt. "Es geht schon Max. Ich vernachlässige euch in letzter Zeit und möchte jetzt ein wenig mit euch reden." ,erklärt sie mir und streichelt liebevoll durch meine Haare. Auch wenn ich das normalerweise hasse, lasse ich es ohne einen Kommentar passieren. Mom setzt sich jetzt zu den drei Mädchen an den Tisch und versucht auch ein wenig mitzureden, in dem sie hauptsächlich Fragen stellt. Chiara strahlt über das ganze Gesicht und beantwortet jede einzelne. Auch wenn sie es nicht zugibt, ich weiß das sie sich wünscht das Mom öfters zuhause ist. Aber sie weiß das es nicht geht. Eigentlich müsste unsere Mutter heute nicht mehr zur Arbeit, aber heute wird ein neuer Kollege begrüßt und sie muss ihm alles zeigen. Zum Glück hat sie dafür morgen frei bekommen und ist da wenn uns Sebastian besuchen kommt.

Nachdem ich mit dem Geschirr fertig bin, beobachte ich meine Mutter von der Küche aus. Sie sieht so fröhlich und entspannt aus. Ich frag mich jedesmal wie sie es hinbekommt noch so fröhlich und unbeschwert auszusehen, bei der vielen Arbeit die sie jeden Tag hat. So kann das nicht weiter gehen mit ihr. Im Notfall suche ich mir einen Nebenjob um auch ein wenig Geld zu verdienen. Vielleicht kann sie ja dann ein wenig kürzer treten.

Mauz~Schicksal?Lies diese Geschichte KOSTENLOS!