Schlossführung

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Wie Christoph es zuvor erklärt hatte fingen wir mit einer Führung durch das Schloss an. Die hatte allerdings zur Folge, dass ich nun noch mehr verwirrt war als zuvor. Ich gebe es zu: Mein Orientierungssinn ist nicht gerade der beste. Wir fingen bei der linken Seite des Schlosses an. Auf dieser war ich noch nie zuvor. Jedenfalls denke ich dass, da Clarissa's und mein Schlafzimmer auf der rechten Seite des Schlosses liegen. Auch Anette und Christoph hatten ihre eigenen Fahrstühle, die zu ihrem Schlafzimmer führten. Hier war es nur so, dass die gesamte oberste Etage ihnen als Schlafzimmer, also wirklich nur als Schlafzimmer, zur Verfügung stand. In die Etage durften wir nicht rein, da es ein Privatgemach war und... ach keine Ahnung. Wahrscheinlich verstecken die da den ultimativen Plan für die Weltherrschaft oder so, was weiß ich. 

Eine Etage drunter waren die Arbeitszimmer und darunter die Hobbyräume. An sich war der Aufbau im Vergleich zu unserer Seite nich wirklich unterschiedlich. Allerdings war die Gestaltung der Räume um eine Vielfaches hochwertiger und wahrscheinlich auch teuer. Aber das störte mich nicht wirklich. Ich lebe ja jetzt schon pompöser als vorher. 

Wir gingen danach rüber zur rechten, zu unserer Seite. Wir fuhren sogar hoch in die Etage, in der wir unsere Schlafzimmer hatten, aber wir gingen nicht in sie hinein. Wir sind mit meinem Fahrstuhl gefahren, was ich wirklich schade finde, da Clarissa's Fahrstuhl echt mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Auf dem Weg nach unten sind wir allerdings Treppen gelaufen von denen ich nicht mal wusste, dass sie da waren. Aber sowas ist echt mal gut zu wissen. Unsere nächste Etage bestand aus einem großen Hobby- und Fitnessraum. In der Etage war ich übrigens auch noch nicht. Aber warum auch? Hier standen ja nur irgendwie total coole Sachen rum. An einer Wand war sogar ein Fernseher dran, der so groß wie die Wand selbst war. Aber gut, dass ich das jetzt erst erfahre. 

In der Etage darunter befand sich der Wellnessbereich des Schlosses. Sogar mit eigenen Masseuren und Yogalehrer. Warum die die ganze Zeit im Schloss sein mussten und nicht dann kommen konnten wenn man sie braucht verstehe ich auch nicht. 

Während alle, ich eingeschlossen, staunend durch das Schloss liefen, sah Clarissa einfach nur zu Tode gelangweilt aus. Wahrscheinlich, weil sie das alles hier schon tausendmal gesehen hat. Verständlich. Wenn ich eine Führung durch das Haus meiner Zieheltern machen müsste wäre ich auch sehr gelangweilt.

Die letzte Etage war mit allen möglichen Konferenzräumen, Essensälen und allem möglichen mehr gefüllt. Auch das Casino befand sich hier, genauso wie eine riesige Bibliothek. Den Raum mit der Krone habe ich jedoch nicht wiedergesehen. Wer weiß wo ich damals langgelaufen bin. Oder sie haben sie einfach nur weggeräumt. Die Räume, in denen die Anderen schlafen sollten, befanden sich auf einer Etage mit dem Wellnessraum. Klar wo auch sonst? 

Nach der Führung wurden alle dazu aufgefordert sich umzuziehen und um Punkt 20:00 Uhr im Speisesaal zu erscheinen. Ich wünsche den Anderen viel Glück beim Suchen. 

Zusammen mit Clarissa fuhr ich wieder hoch zu unseren Zimmern. Wir gingen beide gleich in unsere Badezimmer und nahmen erstmal ein heißes Bad. Ich war gerade fertig, hatte mir ein Handtuch umgewickelt und meine Haare in einem Turban zusammengebunden, da klopfte es an meiner Tür. Vor der Tür standen, wie in einem kitschigen Hollywoodfilm, meine Mädels. Alle hatten ihre verschiedenen Outfits in der Hand und auch sie hatten einen Turban auf dem Kopf. Sie stürmten in mein Zimmer und nahmen es genau unter die Lupe. "Boah, hast du ein geiles Zimmer." staunte Reem. Ich musste grinsen: "Da darfst du dich bei Clarissa bedanken. Sie hat das hier gestaltet und eingerichtet."

Ruby klopfte Clarissa auf die Schulter: "Gute Arbeit, Clari. Vielleicht sollte ich dir mal mein Zimmer überlassen." 

"Gut, dass ihr da seid. Ich habe keine Ahnung, was sich so in meinem Kleiderschrank befindet und ihr müsst mir unbedingt helfen etwas zu finden, in dem ich dann nicht den ganzen Tag die Luft anhalten muss." lachte ich. 

Traurig sah Yuma zu mir: "Sorry Süße, so ein Kleid existiert leider nicht. Und wenn doch, brauch ich es unbedingt." Alle fingen an zu lachen und stimmten ihr zu. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. 

Reem stellte sich vor mich und hielt mir ihre Outfits entgegen: "Wir sind hier, weil wir alle Hilfe brauchen. Ich habe den ganzen Quatsch mit eingepackt aber ich weiß nicht, was ich davon anziehen soll." 

Jetzt kam Lottes Part: "Leute, wir haben nur noch 2 Stunden Zeit und wir sind immerhin zu sechst. Also nicht lang schnacken, Kopf in Nacken und ab gehts!"

Bitte was hat sie gesagt? Ich musste lachen: "Was ist mit Kopf in Nacken?" 

"Das sagt man so bei uns." sagte Lotte unschuldig. Und mal wieder lachten wir. 

Ich führte sie zu meinem Kleiderschrank und öffnete ihn. Sie strömten wie Wasser rein. Nur Clarissa und ich standen amüsiert davor und sahen dabei zu, wie sie den Schrank auseinander nahmen. Aber immerhin hatte ich jemanden, der das Chaos danach wieder aufräumt. 

Lotte hörte kurz damit auf in meiner Sockenschublade zu wühlen und drehte sich aufgeregt zu uns um: "Wir machen es so: Jeder darf für Claire ein Outfit heraussuchen und nach 10 Minuten stellen wir es ihr vor. Claire muss natürlich alle davon anziehen und dann entscheidet Clarissa, welches davon am besten aussieht. Das gleiche machen wir auch bei uns also wir ziehen alle unsere Outfits an und der Rest entscheidet welches am besten ist." Alle waren damit einverstanden und so ging die große Outfitwahl auch schon los.

Clair Maos - die Geschichte einer KöniginLies diese Geschichte KOSTENLOS!