4. Kapitel

70 10 0
                                    

4. Kapitel


Ich hatte eigentlich vor noch ein bisschen im Internet zu surfen, aber ich wollte irgendwie unbedingt an den Strand. Es war mittlerweile ein wunderschöner Abend und ich wollte einfach an den Strand, keine Ahnung warum. Also klappte ich mein Laptop zu und krabbelte aus meinem Bett.
Es war halb neun als ich das Haus verließ und über die Dünen stieg. An dem Strandteil an dem ich über die Dünen stieg war es noch voll von Touristen.
Was wollten die hier in Cornville? Hatten die sich auf dem Weg nach Sunset Beach verlaufen oder hatten sie nur keine Ahnung was Cornville für ein Kuhdorf war?
Ich schüttelte den Kopf und lief am Strand in die entgegengesetzte Richtung, von Sunset Beach weg, ich hoffte dort keine gaffenden Touris anzutreffen die einfach nur das Wasser anstarrten und peinliche Familienfotos schossen.
Ich war richtig mit meiner Vermutung, keine dummen Touris auch keine Einwohner meines süßen kleinen Kaffs. Nur ich und das Rauschen des Wassers, das sich unendlich bis zum Horizont erstreckte.
Ah, schon viel besser. Dachte ich zufrieden und lief weiter.
Der Strand veränderte sich, in der Ferne sah man Klippen, doch hier bestand der Strand noch aus weichem Sand. Nur vereinzelt konnte man hohe Felsen sehen die nahe am Strand aus dem flachen Gewässer ragten, manchmal standen sie auch mitten im Sand. Komisch, ich war hier noch nie gewesen, ich muss weit gelaufen sein.
Ich lief gerade um einen riesigen Fels herum und als ich an ihm hinaufblickte bemerkte ich dass es schon dunkel geworden war, es war nicht Nacht, ich konnte noch ausgesprochen gut sehen, aber wenn es erst mal Dämmerte dauerte es nicht mehr lange bis es ganz Nacht wurde.
Ich wollte schon umkehren als eine klare Stimme an meine Ohren drang. Es war eine Frauenstimme, die ein hypnotisches Lied von sich gab

„Come little children I'll take thee away,
Into a land of enchantment,
came little children the time's come to play,
here in my garden of shadows."

Ihre Stimme klang so unschuldig, wie die eines kleinen Kindes, aber auch irgendwie unglaublich anziehend. Wie in Trance von der klaren Stimme des Mädchens, setzte ich einen Fuß vor den anderen, doch ein hoher Fels versperrte mir die Sicht auf die Person, die diese lieblichen Klänge von sich gab. Ich konnte gar nicht anders als zuzuhören und mich in das Lied fallen zu lassen.
So unschuldig und doch so gefährlich. Schoss es mir plötzlich durch den Kopf, ich fragte mich wo dieser Gedanke her kam. Gab es aber auf mir Gedanken zu machen als die Stimme zu einer neuen Strophe ansetzte.

Follow us little children I'll show thee the way through all the pain and sorrows.
Weak not poor children the life is this way,
murdering beauty and passion.
Hush now little children..."

Doch dann stockte die Stimme und ich hörte einen genervten Seufzer.
„Na los komm raus, ich kann dich doch riechen!" Die raue Stimme der Sängerin zog mich aus meiner Trance und ich landete wieder in der realen Welt.
Moment mal... Sagte sie, sie könne mich riechen??
Verdattert versuchte ich einen klaren Gedanken zu fassen. Ich könnte weglaufen, doch dann würde ich niemals die Besitzerin dieser wunderbaren klaren Stimme kennenlernen die wie ein Windspiel klang. Also tapste ich hinter dem Fels hervor und war geschockt über die Szene die sich mir dort darbot.
Ich sah eine junge Frau, nein eher noch ein Mädchen in meinem Alter.
Sie hatte kastanienbraune Haare, in die Muscheln und irgendwelches Grünzeug, -Algen?-eingewoben waren. Es sah nach einer komplizierten Flechtfrisur aus. Doch das war ja noch normal im Gegensatz dazu dass sie nackt war.
Okay, sie war nicht ganz nackt, ein weißes fast durchsichtiges Tuch bedeckte sie etwas.
Sie hatte ihre Fingerspitzen auf das Gesicht eines Mannes gelegt, der neben ihr saß.
Er gaffte sie an als wäre sie eine Göttin.
Erst jetzt bemerkte ich das Blut, dass an der Wange des Mannes herunter rann, der eindeutig zu alt für das Mädchen war, er war mindestens über 30.
Es machte den Anschein als hätte sie ihm mit ihrem Fingernagel die Wange aufgerissen.
Alles in allem war es ein bizarres Bild.
Ich schaute dem Mädchen wieder ins Gesicht, ihr atemberaubend schönes Gesicht war zu einer bösen Fratze verzogen. Es sah so aus als fletschte sie ihre Zähne, die gefährlich scharf aussahen.
„Was glotzt du denn so? Na los hau ab! Komm ja nicht auf die Idee mir mein Essen wegzunehmen! Es war harte Arbeit ihn so zu vernebeln" fauchte sie
Ihr Essen?
„Bitte was? Dein Essen?" fragte ich entgeistert. Oh Gott in was für eine Irrentruppe war ich den hier reingeraten.
„Wer ist das?" fragte der Mann und sah mich an wie ein 3-jähriger Junge. Was war nur los mit dem?
Sofort wandte sich das Mädchen wieder dem Mann zu
„Niemand Charles, sie ist Niemand, ich bin hier Charles, vertraue mir, wir werden für immer zusammen sein. Vertraust du mir etwa nicht?" Sagte sie mit zuckersüßer Stimme. Sie hatte ein liebliches Gesicht aufgelegt und fuhr mit ihrer Hand über seine blutverschmierte Wange
„Doch, doch meine Schöne! I –Ich schwöre dir ich vertraue dir. Sie ist Niemand, ich vertraue dir! Sie ist Niemand..." wiederholte der Mann willenlos.
„Gut" sagte das Mädchen und lächelte diabolisch. Sie drehte sich wieder zu mir,
„Du bist ja immer noch da! Wenn du nicht verstehen willst, werde ich ihn noch gleich vor deinen Augen aufessen" sagte sie und leckte sich über ihre Lippen. Ich war wie versteinert und konnte keinen Satz rausbringen.
„Jetzt starr doch nicht so! Was hast du da überhaupt an? Du kleidest dich wie die Landratten, hat dir deine Mami nicht gesagt das man mit seinem Essen nicht spielen soll?" fragte sie und grinste mich boshaft an.
„Oh Gott, was ist hier denn los?" stieß ich vor. Ich hatte nun endlich meine Stimme wiedergefunden.
„Sag mal ist einer deiner Eltern ein Seestern oder bist du einfach nur uneingeschränkt blöd?"
Was war hier nur los?
Ich griff zu meinem Armband, ich sollte ab besten von hier verschwinden
„Schönes Armband" sagte sie zu mir wand sich dann kurz dem Mann namens Charles zu und sagte „Ich bin gleich wieder da Charles, dann kann uns nichts mehr trennen" wieder mit einer Stimme die sich so anhörte als sei sie ein laufender Zuckerwatte Klops. Gruselig.
Das Mädchen kam auf mich zu und starrte mein Armband an,
„Oh wow, blau, grün, gelb, rot und lila" zählte sie die Farben meines Armbandes auf
„Was ist damit?" fragte ich sie.
„Moment mal, das –das ist... unmöglich" letzteres war nur noch ein flüstern von ihr. Das Mädchen stand mir gegenüber und packte nun mein Handgelenk an dem mein geliebtes Armband baumelte.
„Was ist unmöglich? Was ist hier eigentlich los?" fragte ich. Ich war völlig verwirrt und wusste nicht wie mir geschieht.
Das Mädchen betrachtete das Armband genauer,
„Das, die Farben... Die Königsfamilie... nein, nein das kann nicht sein" murmelte sie. Ich riss ihr meine Hand weg und starrte sie irritiert an.
„Was soll der Zirkus hier? Ich hau ab, tschüss." Ich wollte mich gerade umdrehen und weglaufen, doch das zierliche Mädchen packte mich am Arm. Für ihre Statur hatte sie einen ganz schön festen Griff.
„Au was soll das?" fauchte ich, doch sie beachtete meine Einwände überhaupt nicht
„S.I.A.N.A." las sie auf meinem Armband „Siana? Ist das dein Name, Siana?" fragte sie aufgeregt.
„Was? Ja natürlich, jetzt lass mich gefälligst los!" sagte ich und kämpfte mich frei.
„Was bist du nur Siana? Du bist so anders als die anderen" Anders? Sie sollte mal in den Spiegel sehen! Sie war doch diejenige die nur mit einem Tuch bekleidet, komische Spielchen mit einem psychisch labilen Mann trieb, der zu allem Überfluss noch viel zu alt war!
„Was ich bin? Ein Mensch natürlich! Ein ganz normales Mädchen im Gegensatz zu dir!"
„Moment ein Mensch?" fragte sie verdutzt.
„Du bist verrückt" sagte ich und lief weg. Es war schon Nacht geworden und die Wellen preschten an den Strand.
Ich rannte, rannte immer schneller und schneller. Nur weg von diesen Verrückten.
Ich versuchte diesen psycho-kleinen-Mädchen-Blick den dieses komische Mädchen drauf hatte, aus meinem Kopf zu verbannen.
Oh Gott. Was war das?
Schneller als ich gedacht habe lief ich in die Straße in der unser Haus stand.
Ich wurde langsamer, je näher ich darauf zukam.
Sollte ich Maria oder Nicolas davon erzählen? Nein. Entschied ich, sie würden sich nur Sorgen machen, dass in unserem schönen, guten alten Cornville irgendwelche Irren herumgeisterten.
Ich wartete noch ein wenig bevor ich klingelte, da ich ziemlich aus der Puste war.
„Und wie war der nächtliche Spaziergang?" fragte mich Nicolas als er mir die Tür öffnete
„Schön, wie viel Uhr ist? Hatte kein Handy dabei." Fragte ich als ich mir meine Schuhe in Form von Sandalen, vom Fuß striff.
„Ist schon nach 10, wollte gerade nach dir sehen. Sonst bist du immer da wenn es dunkel wird" sagte er
„Sorry, ich wurde aufgehalten" rutschte es mir raus.
„Aufgehalten?" fragte Nicolas und zog eine Augenbraue hoch
„Jaa... ich habe ein paar Freunde getroffen. sie waren auf dem Weg zu einer ähm Party" stammelte ich und hoffte er würde meine schlechte Lüge nicht bemerken.
„Achso, du hättest mitgehen können, hättest nur kurz bescheid geben müssen."
„Ich hatte aber keine Lust mitzugehen." Sagte ich nüchtern. Nicht wieder diese Geschichte
„Ach Sia, wieso denn?"
„Wollt ihr mich morgen früh besoffen am Strand aufsammeln oder was? Ich wollte halt nicht. Basta!" sagte ich und rollte mit den Augen
„Außerdem gehe ich am Donnertag mit Julia ans Pier, da wird ein großes Fest stattfinden, wenn du mich also entschuldigst ich will ins Bett dass ich morgen fit bin" Gab ich selbstzufrieden von mir und stolzierte hochnäsig an ihm vorbei.
„Ah, okay, ja dann... Willst du noch was essen?" Bei dem Wort Essen, kam mir sofort wieder das gruselige Mädchen in den Sinn. Die hatte diesen, wahrscheinlich Drogenabhängigen (anders konnte ich mir sein Verhalten nicht erklären), als ihr Essen bezeichnet.
Ich war gerade an der 2. Stufe unseren Wendeltreppe angekommen als ich stockte und mir ein kalter Schauer über den Rücken lief
„Nein danke, ich habe keinen Hunger" würgte ich hervor und ging in mein Zimmer.
Als erstes flüchtete ich ins Bad und sprang unter die Dusche. Ich fühlte mich irgendwie dreckig, vielleicht versuchte ich auch die Geschehnisse des heutigen Abends abzuwaschen, obwohl ich allzu gut wusste, dass dies nicht möglich war.
Erschöpft fiel ich in mein Bett.
Meine Gedanken kursierten wie wild in meinem Kopf herum.
Wer war dieses Mädchen, vor allem was hat sie gesagt?
Sie sprach von dem Mann und dass er ihr Essen sei? Doch was mich noch viel mehr beunruhigte war, dass sie von meinem Armband die Farben aufzählte, als kannte sie sie bevor man auch nur ein Blick auf mein Handgelenk erhaschen konnte.

Der nächste Tag zog sich unspektakulär in die Länge und ich war froh das morgen schon Donnerstag war und als Brückentag auch noch der Freitag frei war.

Doch auch an diesem Abend befassten sich meine Gedanken nur mit dem komischen Mädchen.
In allen meinen Überlegungen, war ich dann irgendwann eingeschlafen. Denn das Klingeln meines Handys riss mich aus dem Schlaf.
Müde tastete ich meinen Nachttisch danach ab.
„Hallo?" sagte ich
„Siana! Sag mal hast du noch geschlafen?" fragte Julia entrüstet
„Ähm... ja? Wie viel Uhr ist? Du hast mich übrigens geweckt!" sagte ich genervt
„Sia, es ist schon 14 Uhr, ich denke da kann man mal aufstehen" sagte sie und begann zu lachen.
WAS? Es war schon 14 Uhr? Plötzlich war ich hellwach und schnappte mir meinen geliebten Wecker, Vorsicht Ironie, und der bestätigte Julias Aussage. Es war tatsächlich schon 14Uhr.
16:12Uhr um genau zu sein.
Wie konnte ich nur so lange schlafen?
„Oh Gott, schon so spät!"
„Jaa-ha sag ich doch. Wie war eigentlich dein Musical-Dings? Wollte ich dich gestern fragen aber habs total verpeilt" fragte sie in normalem Plauderton.
„Naja, sagen wirs so, ich bin die neue Juliette"
14Uhr... ich kam immer noch nicht drüber hinweg... Warum hatten mich Maria und Nicolas nicht geweckt? Mein Bauch knurrte... Hallo? Ich hatte zwei Mahlzeiten verpasst! Ich hatte sie einfach verschlafen.
Das laute Lachen von Julia holte mich aus meinen Gedanken
„Dein Ernst? Und? Wer spielt den heißen Romeo?" fragte sie und lachte,
„Das weiß ich noch nicht... Wir machen Montag ein Casting" sagte ich, ohne auf ihre Andeutungen einzugehen.
„Oh Gott, hoffentlich wir es nicht so ein Nico" sagte sie
„Ihhhh" machten wir beide gleichzeitig. Nico war ein Typ in unserer Klasse und ein absolutes Ekel! Er hatte Schulterlange Haare die immer fettig waren. Wir vermuteten außerdem, dass er noch nie was von Deo oder auch vom Fitnessstudio gehört hatte, so wie er stank und aussah.
„Nein sicher nicht, ich habe ja auch Mitspracherecht. So einer kommt mir nicht mal als Baum verkleidet auf die Bühne" wir begannen beide zu lachen.
„Also, wie siehts aus? Wann kommst du vorbei, wegen der Party?" wechselte sie das Thema
„Naja, sie fängt ja 21:00Uhr an... Wäre gut wenn wir so halb zehn dort aufkreuzen oder? Also komme ich so kurz nach neun zu dir oder?"
„Klingt gut!" sagte Julia
„Okay, ich ess mal was, hab mörderischen Hunger! Bis später" sagte ich,
„Gut bis dann" verabschiedete sich Julia und ich legte auf.
Mit einem tiefen Seufzen ließ ich mich auf mein Bett zurückfallen.

Um neun Uhr fuhr mich Nicolas mit dem Auto zu Julia. Sie wohnte nicht weit von mir, ich hätte das Rad nehmen können, doch mit dem Kleid über dem Arm und den hohen Schuhen in der Hand, die ich anziehen wollte, würde sich das etwas kompliziert gestalten.

********************

Soo... Kapitel 4 ist da! Ich wollte unbedingt noch einen Cut vor der Party machen:D

Wenn ihr nach rechts seht>.> Könnt ihr das Lied anhören, dass die Psycho Tante gesungen hat haha:D

Ich suche grade noch einen geeigneten Namen für sie, weil sie noch wichtig, sehr wichtig wird in dieser Story:D

Hier eine kleine Auswahl:

Sirena (irgednwie mein Favorit, aber so Klischee mäßig:D und ist Siana so ähnlich:/ ),

Xavina/ Xavinia

Maeva

Callista (hört sich irgendwie an wie ne Cornflakes marke:DD), 

Ylenia

Sooo... das waren ein paar Namen mal:DD

=> Ich würde mich meega über kommis und  votes freuen *.* <=

********************

SummernightsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt