Kapitel 33: Bruder!?

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Shiva

Um mich herum herrschte eine tiefe Schwärze. Meine Gedanken waren ein einziges Chaos. Ich konnte mich auf nichts fokussieren, weil es einfach nichts gab. Meine Existenz war nicht vorhanden. Ich wusste nicht wer ich war, noch wo ich mich befand. Es gab einfach nichts greifbares. Immer wenn ich kurz davor stand einen Gedanken oder eine Erinnerung zu fassen, löste sich diese auch gleich schon wieder in Luft auf.

Damon

Ich kniete neben Shiva und betrachtete ihre Gesichtszüge. Es war kaum noch etwas von der einstigen Höllentochter übrig geblieben. Sie bestand nur noch aus Haut und Knochen. Ihre Augenhöhlen waren eingefallen und Dunkel unterlaufen. Ihre Lippen waren ausgetrocknet und eingerissen. Ihre Hautfarbe war ungesund Blass. Sie war nicht mehr sie selbst.

Ihre Atmung war in den letzten Minuten immer unregelmäßiger geworden und einige Male dachte ich schon sie hätte komplett das Atmen aufgegeben. Doch sie überraschte mich immer wieder und kämpfte weiter. Ich wollte ihr helfen, aber wie? Was könnte ich nur tun. Ich raufte mir die Haare und überlegte angestrengt, aber ich besaß keine Fähigkeit, mit der ich ihr helfen konnte.

Nach kurzen Überlegungen stand ich auf und ging zur Türe. Davor fand ich Jack, er lehnte mit geschlossenen Augen an der Wand und stieß schwere Seufzer aus. Neben ihm saß die Kleine zierliche Frau auf einem Stuhl und musterte mich erschrocken als ich um Jack herumtrat.

„Du musst Damon sein."

Gab sie leise, schon fast flüsternd von sich. Alucard lugte nur kurz durch ein halbgeöffnetes Auge zu mir, schloss es aber auch recht schnell wieder und fuhr sich durch das strubbelige Haar. Aya richtete sich leicht in ihrem Stuhl auf und musterte mich nun mit etwas mehr Interesse von unten nach oben und stoppte bei meinem Gesicht.

„Jack erzählte mir von dir. Danke das du dich so um meine Tochter sorgst. Es freut mich zu sehen dass sie so gute Kameraden hat."

Ich nickte knapp und sah sie durchdringen an. Sie war eine zierliche junge Frau, man würde nie auf die Idee kommen sie mit Shiva überhaupt in Verbindung zu bringen. Sie selbst war schmächtig und blass, als hätte ihre Haut noch nie die Sonne gesehen. Sie hatte langes Blondes Haar und Ihre Augen waren Blauer als der Himmel. Mich überfiel ein Gefühl von Abneigung Ihr gegenüber. Sie sah so ängstlich und zerbrechlich aus. Zudem zuckte sie allein schon unter meinem Blick zusammen. Sie war eigentlich das komplette Gegenteil von Shiva, außerdem wirkte sie nicht als würde sie die Mutter von überhaupt jemanden sein, geschweige denn von der extrovertierten Höllentochter. Sie wirkte einfach viel zu Jung und unschuldig. Ich schüttelte meinen Kopf und dachte wieder an den Grund warum ich hier raus gekommen war.

„Du bist also ihre Mutter... ihr habt überhaupt keine Ähnlichkeiten."

Ich konnte es nicht verhindern und spuckte das Wort Mutter nur so aus. Aus einem mir unverständlichen Grund verspürte ich eine Wut gegenüber diesem Wesen. Wie konnte sie nur hier so still und gelassen sitzen, während Shiva nur ein Zimmer weiter um ihr Leben kämpfte. Ich ballte unwillkürlich meine Fäuste zusammen und sprach durch zusammengebissene Zähne.

„Tut etwas. Sie ist schließlich ihre Tochter, also helft ihr, sie stirbt und das Gift beschleunigt es nur."

Sie sah ängstlich zu mir, dann aber schnell zu ihren Füßen, bis sie kurz zu Jack schaute. Dieser schien ihren Blick zu spüren, denn er gab einen genervten Ton von sich und sah mich dann an.

„Sie kann ihr nicht helfen... Shiva muss es alleine schaffen."

„WAS!? Das kann nicht euer verdammter Ernst sein! SIE STIRBT! Du hast gesagt SIE kann ihr helfen!"

Luzifers TochterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt